Ein schmales Büchlein für einen Abend. Einige Lesestunden, die man breit grinsend durch den Text pflügt. Weil er rasch durchschaut ist, dieser Erfolgsmensch auf allen Gebieten, der in Wahrheit nichts zuwege bringt. Nicht als Praktikant in Entwicklungshilfeprojekten, nicht als Hundeausführer. Erst recht nicht bei höheren Zielen (Gottesanbeterin-Heuschrecke, Papst). Und am Ende kann er einem bloß noch leid tun.
Treichel schildert einen Typen, den man irgendwie zu kennen glaubt. Aus den Medien, evt. vielleicht aus der Nachbarschaft, auf keinen Fall jedoch beim Blick in den Spiegel. Ganz bestimmt nicht! Und dies alles mit so hintergründigem Humor, ja beinahe sadistischer Freude, dass man irgenwie auch vor sich selbst erschrickt. Denn natürlich hatte auch dieser Fatzke eine schwierige Kindheit, fiesen Vater, gefühlskalte Mutter etc. Wieder mal ein Opfer der Verhältnisse.
Wie schön, dass hier die Ironie von keiner seriösen Story à la 'wo finde ich bloß meinen verschwundenen Bruder' o.ä. dominiert wird. So kann man einfach mal 'was Vergnügliches lesen ohne Anspruch und Tiefgang - und das dennoch keineswegs platt daherkommt. Robert Gernhardt fällt einem dabei ein ...