Der Kabcar ist tot, lang lebe der Kabcar! Nach dem Tod seines Vaters kehrt der junge, einstmals verhätschelte Sohn Lodrik in die Hauptstadt Tarpols zurück, um dort das Erbe, die Herrschaft über das Reich, anzutreten. Dort sieht er sich bald reihenweise Schwierigkeiten gegenüber, die er mit Hilfe seiner Berater und seiner geliebten Norina zu überstehen versucht.
Ich hatte bereits an Band 01 eine ganze Reihe Schwächen feststellen müssen und mir diesen Folgeband in erster Linie deswegen noch zugelegt, da ich von verschiedenen Seiten gehört hatte, die Ulldartreihe würde darin erst so richtig Fahrt aufnehmen.
Nachdem ich mich durch "Der Orden der Schwerter" durchgeackert habe, kann ich das leider nicht behaupten.
Der Roman krankt meiner Meinung an vielen Dingen.
Zunächst einmal schafft es Heitz in meinen Augen einfach nicht, seinen Charakteren einen größeren Tiefgang zu verleihen. Zu schlicht und einfach ist ihr Umgang miteinander, zu simpel gestrickt sind die Dialoge, zu wenig intensiv sind ihre Emotionen geschildert, so dass sie einfach blasse Fassaden bleiben.
Dann setzen sich, zu meinem größten Unverständnis, weiterhin jede Menge, teilweise haarsträubend unnachvollziehbare Gegebenheiten (wie in Band 01) fort. So kann inmitten der Geschichte aus dem Nichts ein Unbekannter im Privatgemach Lordriks auftauchen, sich als Neffe vierten Grades ausgeben und schon ist er im Palast als Berater seiner Gnaden einquartiert (das ist nur ein Beispiel unter vielen). Da könnte also genausogut ich hingehen, behaupten ich wär sein Schwippschwager und würde morgen die Armeen des Reiches befehligen ... Sorry, das ist ehrlich gesagt so unglaublich dumm, dass ich fast ins Buch gebissen hätte.
Viele Situationen erscheinen mir auch grotesk albern (Lodrik droht, sich selbst zu ermorden, nachdem zwei Gesandte anderer Reiche Krieg androhen, sein ungeliebtes Weib versucht die Gelegenheit zu ergreifen, zur Alleinherrscherin aufzusteigen und packt den Dolch mit an ... alleine bei der Vorstellung dieser absurden Szene habe ich mich gefragt, was Herrn Heitz dabei durch seinen Schädel gegangen ist).
Darüber hinaus ist das Buch mit einer Vielzahl Rechtschreibfehler garniert (besonders beliebt: "in" statt "ihn"). Bei einem Hobbyschriftsteller, der sich mit einem selbstverlegten Buch auf den Markt wagt, würde ich das durchgehen lassen, bei einem "prämierten" Werk jedoch halte ich das schlichtweg für Schlamperei.
Die "Zwerge" des Autors habe ich gerne gelesen, für diesen Zyklus gebe ich die zwei Sterne nur deswegen, weil ich sprachlich auch schon noch schlechteres gelesen habe und es auch ein paar Szenen zwischendurch gab, die so etwas wie Spannung entfesselten.