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Der Oligarch
 
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Der Oligarch [Taschenbuch]

Jürgen Roth
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Zu den schillerndsten Vertretern der neuen russischen Machtelite zählen die Oligarchen; milliardenschwere Unternehmer, Medienmagnaten, Ölbarone und Gaskönige, die bis zu 90 Prozent der russischen Wirtschaft kontrollieren, und die von manchen Beobachtern als die wahren Herren Russlands bezeichnet werden.

Im Westen ist bislang wenig über die Oligarchen bekannt. Doch nun bricht eine der einflussreichsten Figuren dieser mächtigen Kaste ihr Schweigen: der russisch-ukrainische Geschäftsmann Vadim Rabinovich. Im Gespräch mit dem Journalisten Jürgen Roth schildert er seinen rasanten Aufstieg in den Wirren des untergehenden Sowjetimperiums, beschreibt die zwielichtige Rolle der kommunistischen Nomenklatur, der Geheimdienste und der Mafia, und er verweist auf die Verbindungen zu höchsten Regierungskreisen und westlichen Geldgebern.

Roth, der als ein intimer Kenner der russischen Mafia gilt, ist Profi genug, um Rabinovichs überraschend freimütigem Geständnis mit einer gehörigen Portion Skepsis zu begegnen. Gestützt auf eigene Recherchen und ergänzt mit den Erkenntnissen von Polizei- und Geheimdienststellen, fügen sich Rabinovichs Aussagen jedoch zu einem detaillierten Bild der politisch-kriminellen Strukturen in den Nachfolgestaaten der Ex-UdSSR, das der Wahrheit ziemlich nahe kommen dürfte.

Fakt ist, dass sich die Herrschaft der Oligarchen nicht aus einem demokratischen Willensprozess, sondern aus gestohlenem Reichtum und/oder der Zugehörigkeit zu einer Seilschaft von Präsidenten der ehemaligen UdSSR ableitet. "Solange sie ihrem jeweiligen Herren dienen bzw. diese einigen Oligarchen, müssen sie wenig fürchten", lautet Roths zynisches Fazit. Aus diesem "realpolitischen" Blickwinkel erscheint auch Präsident Putins publicityträchtiger Kampf gegen die Oligarchen als Staffage. Grundlegend ändern wird sich nichts, zumal der Westen von deren Macht profitiert, garantieren sie doch "stabile Verhältnisse" und den Zugriff auf die wichtigsten Rohstoffe Russlands. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Zu den schillerndsten Vertretern der neuen Machteliten in den postsowjetischen Staaten zählen die Oligarchen: milliardenschwere Unternehmer, Ölbarone, Gaskönige und Medienmoguln. Nie zuvor hat einer von ihnen Interna verraten. Doch Vadim Rabinovich ist bereit auszupacken. Er gehört zu den reichsten und mächtigsten Männern der Ukraine und steht im Verdacht, mit der Mafija zusammenzuarbeiten. Schonungslos erzählt er dem skeptischen Journalisten Jürgen Roth seinen Aufstieg zum Chef eines Milliardenkonzerns. Und er nennt die Namen von Mafiya-Angehörigen, Finanzjongleuren, skrupellosen Geschäftsleuten und käuflichen Politikern, die "das System" ausmachen, in dem die "organisierte Kriminalität" blüht.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist sicherlich kein Werk des "investigativen Journalismus", vielmehr hat Rabinovich offensichtlich ein Sprachrohr gesucht, seine Sicht der wirtschaftlich-politischen Entwicklungen und Fehlentwicklungen in Russland und der Ukraine darzulegen. Warum er das wollte, diese Frage wird leider nicht befriedigend beantwortet. Auch Roth konstatiert ja selbst ohne Vorbehalt, dass Personen dieses Kalibers nie etwas ohne Grund und Absicht tun, und er muss sich daher bewusst sein, dass er dem Leser die Antwort schuldig bleibt.

Roth gibt uns absatzweise zwar immer wieder seine Einwände zu Positionen von Rabinovich wieder, nur hat er diese nur in wenigen Fällen auch zum Gegenstand einer Diskussion mit Rabinovich gemacht. Es ist offensichtlich, dass der Autor von seinem Gegenüber tief beindruckt ist. Das mag durchaus seine Berechtigung haben, nur hätte ich mir gewünscht, dass dem Leser mehr zusätzliche Informationen zum Werdegang des Oligarchen geboten werden als nur das wiederzugeben, was Rabinovich dem Autor zugänglich macht. Hier hätte zum Beispiel der Versuch geholfen, einen Überblick über das Firmenimperium von Rabinovich zu schaffen.

Die Lektüre dieses Buches ist informativ, stellenweise auch kurzweilig, sicherlich ist Roth bzw. Rabinovich durch Roth mit dieser Publikation auch einigen Leuten auf die Füsse getreten, aber ein Glanzstück des Journalismus darf der Leser nicht erwarten. Roth hat sich vielmehr zum Hofberichterstatter degradiert.

Dennoch ist das Buch lesenswert, wenn auch ausdrücklich unter der Prämisse, dass weitestgehend nur ein Standpunkt wiedergegeben wird. Interessant ist daher, was hier nicht gesagt wird. Aus diesem Grund empfehle ich diesen Bericht nicht für Einsteiger in die Russland-Thematik.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Alexander Gottwald TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses in den letzten Jahren sehr kontrovers diskutierte und inzwischen sechs Jahre alte Buch fiel mir vor ein paar Wochen in der öffentlichen Bibliothek in die Hände. Die Meinungen reichten weit auseinander, von "Hofberichterstattung" war hier zu lesen (auch auf diversen Webseiten ungeprüft zitiert, also eher in die Kategorie "Hörensagen" einzuordnen), auch davon, dass Rabinovich laut "Wiesbadener Kurier" vom inzwischen verstorbenen damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland aufgefordert worden sei "seinen Namen zu säubern, sonst sei er nicht würdig, die jüdische Gemeinde in der Ukraine zu vertreten. Rabinovich ist deren Vorsitzender." Zugleich sei Roth vor Veröffentlichung des Manuskripts über einen österreichischen Beamten in Wien von russisch-ukrainischer Seite kontaktiert worden, mit dem Ziel, ihm massive Bestechungsgelder anzubieten, damit er von der Veröffentlichung absehen solle.

Aufschlussreich ist meiner Meinung nach ein auf Roths eigener Website einsehbares Interview des bayrischen Rundfunks mit Roth zum Buch "Der Oligarch": Hier fragt der Journalist Michael Böttcher: "Es gab und es gibt viele Anschuldigungen gegen diese Oligarchen, vieles davon wurde auch wieder fallengelassen von den Gerichten. Steckt da auch ein Eigeninteresse vom Westen dahinter?" Und Roth antwortet so: "Gucken Sie, die Oligarchen verfügen heute über die Schlüsselindustrie in den postkommunistischen Ländern, über die wichtigen Industrien, auf die der Westen angewiesen ist, Energie beispielsweise, Telekommunikation, wo es gute Geschäfte zu machen gibt, und von daher besteht aus wirtschaftspolitischen Interessen kein Grund jetzt die Oligarchen zu verdammen."

Natürlich bekommt Rabinovich mit seinen Aussagen einigen Raum in diesem Buch. Das ist ja wohl auch selbstverständlich, lautet doch der Untertitel nicht zufällig "Vadim Rabinovich bricht sein Schweigen". Und damit ist nicht zu viel versprochen, berichtet Rabinovich doch nicht nur aus seinen unternehmerischen Anfängen und daraus resultierenden Gefängnis- und Lageraufenthalten zu Sowjetzeiten sondern sehr detailliert und mit Nennung etlicher aktueller Namen aus der Szene der neuen Oberschicht in der russisch-ukrainischen Szene. Roth macht meiner Meinung nach nicht den Eindruck, dass er sich als Sprachrohr Rabinovichs benutzen lässt. Eher wirkt es auf mich so, dass er natürlich beeindruckt von der wirtschaftlichen Macht und vitalen Kraft Rabinovichs ist, dabei aber stets kritische Distanz wahrt und sich auch mit Nachfragen nicht zurückhält, von denen Rabinovich auch etliche beantwortet.

Was aus meiner Sicht interessant sein dürfte, ist die Tatsache, dass wir hier im Westen über die Medien immer noch mit den Märchen vom korrupten Osten und dem seriösen Westen versorgt werden, so dass es eben unbequem ist anzuerkennen, dass - wie Rabinovich es westlichen Regierungen und Unternehmern mehrfach vorwirft - gerade von hier aus geht, dass Gelder in unsaubere Kanäle wandern. Rabinovich fordert z.B. Investitionen des Westens in eine freie Presse ... nur wo gibt es die denn überhaupt noch? Im Westen geht doch auch vieles in Richtung Einschränkung der Pressefreiheit unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung".

Roths weitere Arbeit der letzten Jahre zeigt ja auch thematisch mehr und mehr in Richtung Inland. Welche Ausmaße die Korruption hierzulande mittlerweile angenommen hat, wird in "Der Oligarch" nur angedeutet (der unter der Kohladministration stattgefundene Elf-Aquitaine-Skandal wird als Beispiel zitiert), in Roths neueren Werken wie "Ermitteln Verboten!", "Der Deutschland Clan" oder auch "Anklage unerwünscht!" aber vertieft.

Fazit: Ein wichtiges investigatives Buch, das aus einer im Westen ungewöhnlichen Perspektive auch mal den Blick auf Verstrickungen westlicher "demokratischer" Regierungen und der sie kontrollierenden Unternehmer in die Abläufe in den ehemaligen GUS-Staaten richtet. Dabei wird außerdem deutlich, dass vieles, was in westlichen Medien über östliche Unternehmer berichtet wird, genauso tendenziös ist, wie es umgekehrt in den Ostmedien über den Westen dargestellt wird. Insofern ist Rabinovichs Idee, nichts, das irgendwo in irgendeiner Zeitung über irgendwen geschrieben wird, zu glauben, vielleicht ein durchaus angemessener Standpunkt. Es bleibt eben immer - auch bei diesem Buch - die alte Frage: "Qui bono? - Wem nützt es?"
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von experte99
Format:Taschenbuch
Dieses Buch besteht aus 2 Teilen. Der erste Teil ist der Lebenslauf eines Bürgers der ehemaligen UDSSR.
Es gibt da viele Parallelen zu der ehemaligen DDR.
Der zweite Teil beschreibt dann den Aufstieg aus dem Nichts zum Milliardär.
Viele Vorgänge bleiben dabei im Dunkeln. Ich kann mir auch nicht vorstellen das ein Autor der nicht russisch spricht aus dem Interviewpartner viel heraus bekommt. In der GUS muss man viel mit dem Partner reden ehe etwas Konkretes heraus kommt. Das ist mit Dolmetscher schwierig. Das Buch trägt jedenfalls nicht dazu bei, die Vorurteile der Deutschen gegenüber der GUS in Bezug auf die so genannte Mafia abzubauen, was sicherlich Ziel von Herrn Rabinovich war.
Man kann nicht erwarten, dass ein Übergang von 100% staatlicher Wirtschaft und Eigentum zur Privatwirtschaft ohne Korruption möglich ist. Das sollte man beim Lesen des Buchs bedenken.
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