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Produktinformation
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Im Westen ist bislang wenig über die Oligarchen bekannt. Doch nun bricht eine der einflussreichsten Figuren dieser mächtigen Kaste ihr Schweigen: der russisch-ukrainische Geschäftsmann Vadim Rabinovich. Im Gespräch mit dem Journalisten Jürgen Roth schildert er seinen rasanten Aufstieg in den Wirren des untergehenden Sowjetimperiums, beschreibt die zwielichtige Rolle der kommunistischen Nomenklatur, der Geheimdienste und der Mafia, und er verweist auf die Verbindungen zu höchsten Regierungskreisen und westlichen Geldgebern.
Roth, der als ein intimer Kenner der russischen Mafia gilt, ist Profi genug, um Rabinovichs überraschend freimütigem Geständnis mit einer gehörigen Portion Skepsis zu begegnen. Gestützt auf eigene Recherchen und ergänzt mit den Erkenntnissen von Polizei- und Geheimdienststellen, fügen sich Rabinovichs Aussagen jedoch zu einem detaillierten Bild der politisch-kriminellen Strukturen in den Nachfolgestaaten der Ex-UdSSR, das der Wahrheit ziemlich nahe kommen dürfte.
Fakt ist, dass sich die Herrschaft der Oligarchen nicht aus einem demokratischen Willensprozess, sondern aus gestohlenem Reichtum und/oder der Zugehörigkeit zu einer Seilschaft von Präsidenten der ehemaligen UdSSR ableitet. "Solange sie ihrem jeweiligen Herren dienen bzw. diese einigen Oligarchen, müssen sie wenig fürchten", lautet Roths zynisches Fazit. Aus diesem "realpolitischen" Blickwinkel erscheint auch Präsident Putins publicityträchtiger Kampf gegen die Oligarchen als Staffage. Grundlegend ändern wird sich nichts, zumal der Westen von deren Macht profitiert, garantieren sie doch "stabile Verhältnisse" und den Zugriff auf die wichtigsten Rohstoffe Russlands. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Roth gibt uns absatzweise zwar immer wieder seine Einwände zu Positionen von Rabinovich wieder, nur hat er diese nur in wenigen Fällen auch zum Gegenstand einer Diskussion mit Rabinovich gemacht. Es ist offensichtlich, dass der Autor von seinem Gegenüber tief beindruckt ist. Das mag durchaus seine Berechtigung haben, nur hätte ich mir gewünscht, dass dem Leser mehr zusätzliche Informationen zum Werdegang des Oligarchen geboten werden als nur das wiederzugeben, was Rabinovich dem Autor zugänglich macht. Hier hätte zum Beispiel der Versuch geholfen, einen Überblick über das Firmenimperium von Rabinovich zu schaffen.
Die Lektüre dieses Buches ist informativ, stellenweise auch kurzweilig, sicherlich ist Roth bzw. Rabinovich durch Roth mit dieser Publikation auch einigen Leuten auf die Füsse getreten, aber ein Glanzstück des Journalismus darf der Leser nicht erwarten. Roth hat sich vielmehr zum Hofberichterstatter degradiert.
Dennoch ist das Buch lesenswert, wenn auch ausdrücklich unter der Prämisse, dass weitestgehend nur ein Standpunkt wiedergegeben wird. Interessant ist daher, was hier nicht gesagt wird. Aus diesem Grund empfehle ich diesen Bericht nicht für Einsteiger in die Russland-Thematik.
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