Zuckte einmal, den Kugelschreiber zu zücken, um einen dieser Sätze zu unterstreichen (aber mit einer so liebevoll gesetzten und gedruckten Kunst tut man das natürlich nicht), einen dieser Sätze, die dem verrückten Erzähler durch seine großen Augen hindurch direkt weiter durchs Herz in die Finger geplumpst sind. Ich zuckte mehrmals, hier zum Beispiel: Da schob der Mond zwei Wölkchen zur Seite und begann zu gleißen." Oder hier: In diesem Moment fand die Sonne ein Wolkenloch und schickte einen Strahl bis unter das Wasser."
Und hatte diesen Gedanken:
Da geht einer los, der von seinem Talent keine Ahnung hat, um zu spielen...
Und schafft in seiner fröhlichen Naivität (oder naiven Fröhlichkeit) etwas völlig Neues.
Hat die feinste Ausbildung genossen, hat Heiner Müller und wie sie alle heißen kennen gelernt, mehr noch: Mit ihnen gearbeitet.
Schuftet jetzt.
Stellt die große Kunst, die wahre Kunst, die Kunst eben, erst einmal beiseite. (Wer hätte dafür kein Verständnis in den Zeiten des großen Umbruchs?)
Und schafft dann, um - mal - auf einen anderen Kanal umzuschalten, das Unmögliche.
Promeniert an einem unerschöpflichen Pool quirliger Außenseiterfantasien vorbei, greift ein paar Mal hinein und verdichtet seinen Fang zu einer neuen lyrischen Form, mit neuem Versmaß, neuem Timbre, eigentlich sogar zu einer neuen literarischen Gattung.
Aber:
Vielleicht muss man sie erst hören, um das so klar zu sehen, die Andronixe.
Von ihrem schelmischen Schöpfer mit dieser Cowboystimme zum Besten gegeben.
Im Hintergrund dieser Lesung sehe ich dazu die Bilder des Illustrators in irre montierten Quadern auf einem großen Plasmabildschirm ablaufen...
Wann kommt die mit geilen Spezialeffekten komponierte Hör- und Siehzu-DVD raus?