Robert Bear hat mit seinem sogenannten Enthüllungsbericht
seinem ehemaligen und wahrscheinlich noch immer in seine derzeitigen Auslandsaktivitäten involvierten Arbeitgeber
einen Gefallen getan. Mancherlei Kritik am alltäglichen
Lobbyismus, der die internationale Wirtschaftspolitik der
USA und seiner Freunde und Feinde dominiert, dechauffiert lediglich das öffentliche Ansehen der CIA und wird nur
kurz im letzten Drittel des Buches angerissen.
Die Reduktion auf ein bürokratischen Moloch, der seine Fäden weit weg von den geheimen Foren terroristischer Zellen spinnt,
ist vermeintlich irritierend und unterstellt dem Leser eine
Naivität, die lediglich durch den Zynismus des Autors übertroffen
wird. Maskulines Heroentum wird von Mr.Bears verkörpert und sakralideologische Einsichten ehemaliger Kollegen, die ihrem
Leben nach der CIA einen anderen Sinn geben wollen, werden von
Ihm belächelt. Robert Bears hat einen entscheidenden Fehler
gemacht, er hat sich und sein Land in keinster Weise in seiner CIA-Biografie wirklich in Frage gestellt und ist sogar noch
so dreist, vielleicht auch subtil, und trennt Terrorismus und Öl, welche so stark miteinander verbunden scheinen, wie der OSS
(Office of Strategic Services) vor und während des 2.Weltkrieges
mit Unternehmen der deutschen Wirtschaft.
Er offenbart die Einfältigkeit bestimmter Mentalitäten und
ist in gewisser Weise auch bemitleidenswert.