Aus der Amazon.de-Redaktion
Hochwasser am Po. Es regnet ohne Unterbrechung. Dörfer müssen evakuiert werden. Auch die Männer des Circolo Nautico, die regelmäßig den Wasserstand kontrollieren, werden ihren Stützpunkt bald räumen müssen. In dieser Situation legt der alte Tonna mit seinem Lastkahn vom Ufer beim Circolo ab und schippert flussabwärts. Als das Schiff nach einer halsbrecherischen Fahrt auf einer Sandbank strandet, finden die Carabinieri niemanden mehr an Bord. Am folgenden Tag kommt der Bruder des Schiffers unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Commissario Soneri aus Parma glaubt im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten nicht an einen Zufall. Seine Ermittlungen in den Dörfern am Poufer stoßen auf eisige Ablehnung der örtlichen Bevölkerung. Dennoch findet er heraus, dass beide Tonnas hartgesottene Faschisten gewesen waren und in der Umgebung fürchterlich gewütet hatten. Die Lösung des Falls scheint mit Geschehnissen der Vergangenheit unlösbar verknüpft zu sein.
Schon wieder ein neuer Commissario, mag der Leser seufzen. Doch eine Empfehlung des großartigen Carlo Lucarelli, der Valerio Varesi mit Simenon und Camilleri vergleicht, ist immer beachtenswert. In der Tat ist dem Redakteur der italienischen Tageszeitung Repubblica ein ungemein intensiver und atmospärischer Kriminalroman gelungen, in dem eine kleine dörfliche Gemeinschaft mit Verbrechen der Vergangenheit konfrontiert wird. Auch sein störrischer Eigenbrötler Soneri hebt sich erfrischend von vielen seiner Kollegen ab -- erinnert er nicht wirklich in seiner ganzen Art ein wenig an Simenons Maigret? Soneri stellt sich die zentrale Frage des Romans: Können und dürfen Verbrechen des Faschismus durch neue Gewalttaten gesühnt werden? Wie sein Autor diese Frage beantwortet, sollte man unbedingt nachlesen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Varesi gelingt es, seinen Kriminalfall in das überzeugend geschilderte Landschaftsgemälde der norditalienischen Po-Ebene einzubetten. (taz )
Manche Bücher vermisst man schon, ehe man sie ausgelesen hat. Varesis DER NEBELFLUSS gehört dazu. Ein betörendes Buch. (Hessischer Rundfunk )
Valerio Varesi ist ein Meisterkomponist der subtilen Melodie des Todes. (Veit Heinichen )