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Der Nebelfürst: Roman
 
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Der Nebelfürst: Roman [Taschenbuch]

Martin Mosebach
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423131195
  • ISBN-13: 978-3423131193
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.802 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Mosebach
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 29.09.2001
Lutz Hagestedt stellt fest, dass der erzählerische Rahmen zwar auf historischen Fakten basiert, der Autor sich aber ansonsten von der Geschichte gelöst hat und eine "höchst elegante Lösung" für die Motivation seines Protagonisten gefunden hat, als Entdecker und Eroberer auf die Bären-Insel im Nordmeer aufzubrechen. Der Rezensent findet es großartig, wie es Mosebach versteht, einen Helden zu zeigen, der "nicht voll im Bilde" ist und somit immer unterhalb des allgemeinen Wissensstandes zu agieren. Er lobt den Roman als meisterhaft und rühmt den Autor besonders für "Erzählökonomie und narrative Kontinuität", die sich nicht scheut, sich stilistisch an Erzähler des 19. Jahrhunderts anzulehnen. In dem Roman passiere das, was "Literatur eigentlich ist", so der begeisterte Rezensent, nämlich eine "Reise ins Blaue hinein".

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2001
Rezensent Tilman Spreckelsen hält diesen Roman für Mosebachs bislang bestes Buch. Mit leichter Hand werde hier das wilhelminische Deutschland des Jahres 1898 geschildert, dessen Zeiterscheinungen gedeutet, ohne dass sich Mosebach je in Kolportage verstrickt. "Fast beiläufig" fange der Autor im "Parabolspiegel ihrer hundert Jahre älteren Vorformen" auch Züge der New Economy ein, wie der Rezensent einigermaßen beeindruckt wissen läßt. Seine Schilderung des Helden Lerner führt ins Zentrum des Romans: Lerners Reise zu einer Insel im Eismeer, die er unter dem Vorwand unternimmt, einen verschollenen Arktisforscher zu suchen. Eigentlich aber, so Spreckelsen, handele das Buch von den "Verheerungen, die Lektüre anzurichten vermag", von der "letterngespeisten Sehnsucht nach der Ferne". Mosebach, an dessen früheren Romanen der Rezensent oft "glänzend ausgemalte Miniaturen" schätzte, habe den vorliegenden Roman "erkennbar nach dem Muster des Fortsetzungsromans gebildet", ohne den Illustriertenroman der Jahrhundertwende zu imitieren. Erzählerische Bravour und Eleganz stattdessen, sowie ein begeisterter Rezensent, der die überraschende Pointe, auf welche die kurzen Kapitel seiner Auskunft zufolge immer rasanter zulaufen, nicht verraten will.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ein köstlicher, ebenso eleganter wie witziger Roman über eine Reise vom Kaiserreich nach Absurdistan.«
Bayernkurier 03.11.2007

»Keineswegs zufällig ist dieser in der wilhelminischen Epoche angesiedelte historische Hochstapler-Roman bis heute des Autors gelungenste Werk geblieben: hier kamen Form und Inhalt, Historismus und Hochstapelei, Plüsch und Talmi als Signatur der Zeit, glückhaft zur Deckung.«
Sigrid Löffler, Literaturen 10/07

»Ein großer Könner ist auch Martin Mosebach, vor allem ein Sprachkünstler sondergleichen, und das Vergnügen bei der Lektüre dieses Romans, der die Geschichte jenes Theodor Lerner erzählt, der 1898 die Bäreninsel im hohen Norden gewissermaßen annektiert und damit einen Hintertreppenwitz der Kolonialgeschichte schreibt, gleicht jenem Hörgenuss, den man bei Mozarts ›Musikalischem Spaß‹ oder Carla Bleys ›Musique Mechanique‹ haben kann: alles sehr schräg und sehr amüsant. «
Die Zeit

»Mit wenigen Strichen, auf knappstem Raum, zeigt uns Mosebach die alte und die neue Welt in einem labilen Schwebezustand … sein Roman ist eine Form erzählerischer Landnahme und führt uns vor, was Literatur eigentlich ist: eine Reise ins Blaue hinein, für den Autor ebenso wie für den Leser.«
Lutz Hagestedt, Frankfurter Rundschau

»Ein begnadeter Stilist.«
Neue Zürcher Zeitung

»Indem Mosebach … im historischen Stoff einer imperialistischen Unternehmung der Kaiserzeit die Seifenblasen der New Economy spiegelt, gelingt ihm ein schärferer Blick auf unser Zeitalter globalisierter Kapitalmärkte und der massenmedial entfesselten Simulationsmaschinen.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein köstlicher Roman (und das, obwohl ich noch gar nicht am Ende bin), der die Chance hat, die Andere Bibliothek wieder einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu bringen. Ein arbeitsökonomischer (um nicht zu sagen arbeitsscheuer) Möchtegernliterat wird mehr oder weniger durch Zufall zum Polarforscher und dann zum Venture-Kapitalist (würde man heute wohl sagen) und alles beruht auf historischen Quellen. Der arme Protagonist ist zum Teil ein Opfer seiner Schwäche und ferngesteuert von einer üppigen Hochstaplerin, aber die Geschädigten sind allesamt auch nicht sympathischer. Wie schon gesagt, eine köstliche Lektüre.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Skurril und unterhaltsam 5. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Martin Mosebach hat es einmal wieder geschafft, seine Erzählung mit einer Anzahl nicht unbedingt symphatischer, aber höchst skurriler Mitspieler zu bestücken. Die genüsslich geschilderten Irrungen und Wirrungen dieser Personen machen das Buch zu einer höchst unterhaltsamen Lektüre, vor allem, wenn man sich auf ungewöhnliche Nebenpfade wie den Besuch beim Photographen oder im Senckenbergmuseum einlässt. Alles in allem ein vergnügliches und kurzweiliges Buch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Bäreninsel" ist der Name eines öden polaren Eilands weit nördlich von Spitzbergen, die im Jahre 1898 einmal kurzfristig in das Licht der Weltöffentlichkeit geriet, als der Journalist Theodor Lerner versuchte, dieses Insel für das deutsche Kolonialreich zu annektieren. Um diesen geschichtlich verbürgten Kern herum hat Martin Mosebach einen unterhaltsamen Gesellschaftsroman geschrieben, der mit der Reise Theodor Lerners zur Bäreninsel beginnt. Was zunächst als eine Rettungsexpedition für einen verschollenen Ballonfahrer über der Arktis geplant war, entwickelt sich unter der planvollen Regie der Madame Hanhaus und des halbkriminellen Sholto Douglas zu einer finanziellen Okkasion planetarischen Ausmaßes. Die Verheißung von Hundert Millionen Tonnen Kohle unter arktischer Erde ruft die Bäreninsel-Gesellschaft" ins Leben, für die deutschlandweit Bankiers und Geldgeber gesucht werden. Sogar Reichstagsabgeordnete, deutsche Fürsten und ein russischer Diplomat kommen ins Spiel, ehe das ganze Projekt im Orkus eines finanziellen Desasters verschwindet.
Das hört sich genauso unterhaltsam an, wie es im Buch präsentiert wird, und wer nur unterhalten werden will. wird mit dem vorliegenden Buch voll auf seine Kosten kommen. Jede Seite des Romans ist sprachlich und stilistisch auf eine Weise ausgefeilt, wie man es unter den meisten Jungeleven des Deutschen Buchpreisrummels vergeblich suchen wird. Alle Gestalten werden im Hinblick auf ihren Werdegang, ihre Motive, ihren Platz in einem sozialen Gefüge in Ruhe und mit Prägnanz entwickelt Mosebachs Sätze besitzen Rhythmus, die Metaphern sind überraschend und originell, und nach der zarten Ironie, die das ganze Buch durchzieht, kann man nachgerade süchtig werden.
Neben dieser formalen Meisterschaft, die das Buch auszeichnet, ist Mosebach aber auch inhaltlich ein großer Wurf gelungen. Der Nebelfürst" ist nicht mehr und nicht weniger als eine zeitlose Parabel auf die Spekulation, jenes Gemisch aus Unkenntnis, Gier und Hoffnung, das seit der Mississippi Gesellschaft des 18. Jhdts. bis zur Dot-Com-Blase der letzten Jahre und der gegenwärtigen Bankenkrise immer wieder das Gefüge der Wirtschaft erschüttert. Alles in allem ein Meisterwerk, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite unterhält., belehrt und passagenweise sogar beglückt.
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