Meiner Meinung nach steht "Der Narr" seinem berühmten und viel gelobten Vorgänger, dem "Propheten" in keiner Weise nach.
Wieder beinhaltet das Buch Lebensweisheiten, bei denen man erstaunt ausruft: Ja, genau so ist es! Doch diesmal nicht in Form von Predigten, sondern als Parabeln verpackt. Das macht den Text sehr anschaulich. Die Sprache ist wieder wunderschön. Inhaltlich spricht dieses Buch alle Lebensbereiche an. Es urteilt nicht, sondern verdeutlicht Tatsachen.
Besonders gefällt mir die Parabel vom Auge, das einen Berg sieht, und davon erfreut Nase, Ohr und Hand erzählt. Nachdem das Ohr den Berg nicht hören, die Nase ihn nicht riechen, und die Hand ihn nicht fassen kann, erklären sie das Auge für verrückt.
So bleibt das Auge traurig alleine zurück, denn der Berg ist ja da, nur ist den anderen nicht gegeben, ihn zu sehen, und die Freude mit dem Auge zu teilen.
Ein schönes Buch zum Verschenken, und zum Immer Wiederlesen. Es bereichert und regt zum Nachdenken an.