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Der Name der Welt [Gebundene Ausgabe]

Denis Johnson , Thomas Überhoff
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

21. September 2007
Mike Reed, Assistenzprofessor für Geschichte an einer Universität im amerikanischen Mittelwesten, trifft auf einer Party eine beschwipste Schönheit: Kunststudentin, rothaarig, in einem blauen Samtkleid. Er nimmt sie kaum wahr; vier Jahre zuvor hat er seine Frau und seine Tochter bei einem Verkehrsunfall verloren, noch immer fühlt er sich im dunklen, ausweglosen Tunnel seiner Trauer gefangen. Einige Zeit später begegnet er der Studentin wieder: Bei einer gewagten Performance im Kunstseminar kommt er zu spät, muss unmittelbar vor der Bühne Platz nehmen und starrt der nackten Rothaarigen, die sich dort produziert, direkt zwischen die Beine. Zutiefst verstört spürt er ihr fortan nach, sieht sie als Nackttänzerin in einer Bar und dann als stimmgewaltige Sängerin beim Gottesdienst einer ländlichen Sekte, der Frieslander. Und wie so oft bei Johnson laufen zwei unvereinbare Existenzen auf einen Moment der Begegnung zu, der an eine Epiphanie grenzt, mit dunklen Untertönen von Verdammnis und Erlösung ...

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Rowohlt (21. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498032305
  • ISBN-13: 978-3498032302
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 576.466 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein unglaubliches Kunststück, wie er seinen Figuren Würde und Wahrheit gibt. Er ist ein schonungsloser Zeitgenosse, ein großer Humanist und ein noch größerer Liebender. (Die Literarische Welt )

Über den Autor

geboren 1949 in München als Sohn eines amerikanischen Offiziers, verbrachte seine Kindheit in Tokio und auf den Philippinen. 1969 erschien sein erster Gedichtband. Heute lebt Johnson in Idaho und gilt als einer der wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. 2007 erhielt Denis Johnson den National Book Award.

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Kundenrezensionen

3.3 von 5 Sternen
3.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Denis Johnson wurde 1949 in München geboren, zählt heute zu den wichtigsten Schriftstellern der amerikanischen Gegenwartsliteratur. 1963 veröffentlichte er seinen ersten Roman "Angels" (Engel der Hölle). Es folgten vier weitere Romane, einige Gedichtbände und sein wohl berühmtestes Buch "Jesus' Son". 2007 erhielt er den National Book Award für den Roman über den Vietnam Krieg "Tree of Smoke". In seinem bisherigen Werk, wo es immer wieder um Engel, Apokalypse und Auferstehung von den Toten geht, ließ eigentlich nichts darauf schließen, dass er einmal einen College - Roman schreiben würde. Der Roman "Der Name der Welt" stammt aus dem Jahr 2000 und Thomas Überhoff bringt bei seiner brillanten Übersetzung die "trockene und oft lyrische Prosa" Johnsons vorzüglich ins Deutsche rüber. Doch sehr schnell merkt der Leser, dass es bei diesem Roman nicht um das Universitätsleben geht, sondern um die Trauer und was diese mit dem Leben eines Menschen machen kann. Dabei ist seine Sprache immer die Prosa eines Dichters, die mit einer Prise schaudernder Apokalypse bemäntelt ist. Wenn man in Der Name der Welt" etwas ausmachen will, was an die anderen Bücher des Autors erinnert, dann ist es zweifellos die beunruhigende schreckliche Düsternis, die in der Figur des Protagonisten herrscht und in der Befreiung die Johnson ihr dann im Laufe der Lektüre schenkt.

Zum Plot: Mike Reed, ist ein smarter fünfzigjähriger Assistenzprofessor an einer amerikanischen Universität im mittleren Westen. Er hat vor vier Jahren seine Frau und seine Tochter bei einem Verkehrsunfall verloren. Am Tag des Unfalls fuhr der Nachbar, ein seniler General, Richtung Highway. Nach acht Kilometern übersah er ein Stoppschild und stieß mit dem Lieferwagen eines Floristen zusammen. Anne und Elsie waren sofort tot, überall lagen Blumen auf der Straße verstreut. Seit dem Unfall spielten Abschottung, Distanziertheit, Lähmung und Furcht eine wesentliche Rolle in seinem Leben. Nur langsam kann er sich mit dem schmerzlichen Verlust abfinden. Eigentlich geht er nur selten aus dem Haus. In Zusammenhang mit diesem Unfall denkt Reed einen dieser wunderbaren Johnson Sätze:"in unser aller Namen fühlte ich mich einsam und auf einmal wusste ich, da war kein Gott."

Seine Lehranstellung ist begrenzt. Vielleicht bietet ein Essen bei einem Kollegen die Gelegenheit zu einer Kontaktaufnahme mit einem neuen Arbeitgeber. Rumpunsch wird serviert und ein wenig Musik gemacht im landsitzgroßen Haus des Leiters der Musikhochschule. Hier begegnet dem Protagonisten eine beschwipste, rothaarige Kunststudentin mit einem blauen Samtkleid, die Cello spielt. Ihre elfenbeinfarbene Wange überzog sich beim ersten Kontakt mit Röte, ihre Stimme bekam ein klangvolles "gefährliches" Timbre. Ungeplant berühren sich hier zum ersten Mal zwei Leben. Reed nimmt sie eigentlich gar nicht wirklich wahr, denn Jahre war er bisher um seine Vergangenheit herum gekreist, war in gewisser Weise ein Mensch der tot war.

Genau vier Jahre nach dem Unfalltag besucht er in einem Kunstseminar eine "Cannon-Performance". Auf einer Plattform sitzt eine Frau mit weit gespreizten Beinen. Von der Hüfte an ist sie nackt und sie ist gerade dabei sich ihren eingeschäumten Mons pubis mit einem Einmalrasierer zu rasieren. Nach einer Weile erkennt er die junge Frau. Es ist die beschwipste Cellistin. Sie hat rotes Haar, hübsche blaue Augen und eine helle Haut. Er findet nur noch einen Platz, bei dem er der Performerin beinahe in den Schoß kriechen muss. Die Vorführung endet damit, dass sich die Künstlerin die feuchten Schaumreste abwischt und sich ankleidet.

Bei einer Dinerparty im Hause des Dekans trifft er die rothaarige Cellistin wieder. Sie arbeitet für den Partydienst. Als er nach einem Häppchen greift sagt sie:"Hallo, Michael Reed." Dann erfährt er ihren Namen, Flower Cannon und bekam damit gleichzeitig die Erklärung warum die Performance Cannon hieß. Und von nun an bewegen sich, wie häufig bei Denis Johnson, zwei Existenzen, wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein können, auf einen Moment der Zusammenkunft zu. Die Geschichte hat auch wieder einen epiphanieschen Touch, denn Reed wandte sich von der Offenbarung ab und der Welt wieder zu.

Konsterniert beginnt er in der Folgezeit ihr nachzuspüren, trifft sie an den unterschiedlichsten Orten, bei den verschiedensten Anlässen, als Kirchensängerin beim Gottesdienst in einer Zimmerkirche der protestantischen Freikirche aber auch als Stripteasetänzerin in einer Nachtbar, wo sie die wöchentlichen Wettbewerbe gewinnt weil sie alles zeigt. Langsam bewegen sich ihre Wege aufeinander zu, sie fordert ihn heraus und man ahnt bereits, dass in Gestalt dieser jungen Rothaarigen der Hauptfigur vom Autor die Erlösung geschenkt wird. Um es kohärent zu machen, er sah in Florence den Geist seiner Tochter. Der Hass fällt von ihm ab, er startet in ein vielversprechenderes neues Leben, das er am Schluss dann doch noch als gelungen und durchaus bemerkenswert findet. Der Autor erlaubt sich schließlich noch einen Scherz, indem er den Geschichtsprofessor zum Journalisten werden lässt.

Ein kompakter sehr kluger Roman, rundum gut und einfühlsam erzählt. Johnson ein großer Humanist, führt uns nah an Leben und Tod heran, lässt Grenzen verwischen, verzichtet bewusst bei dem Protagonisten auf jegliches Pathos und Selbstmitleid. Eine Prosa die mit erstaunlicher Kraft, eindrucksvoller Ausstrahlung, und viel Poesie die unterschiedlichsten Leseinteressen bedienen kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... und im Stillen hasste ich die Wahrheit selbst 20. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Es wurde schon erwähnt, dass Denis Johnson 1949 in München geboren wurde. Sein Vater war Offizier in der US-amerikanischen Armee. Johnson verbrachte seine Jugend in Tokio, Manila und Washington. Heute lebt er zurückgezogen in Idaho, ist allerdings gelegentlich weltweit journalistisch tätig. Seinen literarischen Durchbruch hatte er 1992 mit dem Erzählband "Jesus' Son". Im vergangenen Jahr erhielt er für das Vietnam-Epos "Tree of Smoke" den National Book Award und sein nicht minder berühmter Kollege Philip Roth bescheinigt ihm denn auch eine "Prosa von erstaunlicher Kraft und Schönheit". - "Der Name der Welt" erschien schon im Jahr 2000 und weckt in der deutschen Übersetzung als "Roman" falsche Hoffnungen. Zwar ist auch das Original als "Novel" bezeichnet, doch hatte "Newsweek" das Werk korrekt auf die kleinere Form der "Novella" zurückbuchstabiert, denn im Kern ist es ein rückschauender Bericht eines Journalisten, der in Griechenland schreibend über seine Zeit als Assistenzprofessor an einem wenig prominenten College nachdenkt. (An wenigen Stellen wird der Leser mit "Sie" angesprochen.) Das Buch hinterlässt zunächst einen verstörenden und zwiespältigen Eindruck. Ein Mann, der mit etwas mehr als fünfzig Jahren den unfallbedingten Verlust von Frau und Tochter nicht richtig überwinden kann und in der Gegenwart, im Lehrbetrieb des College, keine positiven Kräfte mehr zu mobilisieren vermag. Die am Anfang der Erzählung so schön eingeblendete "bernsteinfarbene Wärme" macht schnell einer Desillusion und Richtungslosigkeit Platz. "Ergibt das Sinn, was ich hier berichte? Ich denke, es besteht die Chance, dass das hier nützlich ist. Deshalb schreibe ich es auf." - Die Zweifel bleiben. In unheimlich gut geführten Dialogen lässt Denis Johnson sein (vermutungsweise an etlichen Stellen nachweisbares) Alter Ego scheitern. Seine Stelle wird ein Jahr früher als geplant aufgehoben, die schlecht einzuordnende Sehnsucht nach der jobbenden und strippenden (Lebens-)Künstlerin Flower - die seine Tochter sein könnte - bringt ihn nicht wirklich weiter. Es gibt keinen echten roten Faden in diesem Buch und das ist das Wirkliche und Erschreckende daran. Formal schön finde ich, dass das Ich am Ende wieder zum Erzählen zurückkehrt, die Zeit der Dialoge ist vorbei. Das Erzählen steckt den Rahmen der Geschichte ab und verbreitet eine Art Trost. Man mag dem Buch eine gewisse Dünnhäutigkeit vorwerfen, aber wie gesagt, es handelt sich um eine Erzählung von 140 Seiten und formal nicht wirklich um einen Roman. Wer an "abgestreiften Häuten" Gefallen findet, "Gedanken wie Hunde hinter Hasenattrappen herjagen lässt" und ein Faible für die "sinnlose ohnmächtige Neigung elementarer Dinge, aus dem Ruder zu laufen" hat, dem sei das in kräftigen und schönen Pinselstrichen gemalte Buch wärmstens empfohlen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel erwartet ? 24. September 2007
Von Roland F. TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Denis Johnsons vom Umfang her kleiner Roman, "Der Name der Welt", hat bei mir einen leider ziemlich zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Ein Professor, der unter dem Verlust seiner Frau und seiner Tochter leidend (wobei sein Leiden nur erwähnt wird, fühlen konnte ich es nicht), durch ständige Begegnungen mit einer mysteriösen Frau (die Studentin, Performance-Künstlerin, Cellistin, Kirchensängerin, Stripperin, Kellnerin und natürlich rothaarig ist!) unter jeweils anderen Bedigungen sein Leiden vergisst (?), zu sich selbst findet.
Könnte eigentlich ein wirklich guter Roman werden.
Wurde er aber nicht (ist das vielleicht der Grund, wieso Rowohlt erst 7 Jahre nach Veröffentlichung im Original die deutsche Übersetzung herausbrachte?), leider. Denis Johnson zeichnet seine Figuren so, dass man zu ihnen keinen wirklichen Zugang findet, weder positiv, noch negativ.
Auch die Nebenhandlung an der Universität, sowie die Beschreibung des Todes von Frau und Tochter sind eigentlich so oberflächlich, dass kaum etwas hängenbleibt. Gut, Einwand: das könnte jetzt das Prinzip dieser Erzählstruktur sein, alles unterbelichten statt überhaupt belichten.
Funktioniert aber auch nicht, da viele Handlungen einfach passieren, ohne dass die irgendeine Auswirkung auf die eigentliche Sache hätten.
Man trifft sich, ja, gut: und weiter ?
Dann auch noch der Schluß, wo auch noch schnell der (Irak?) Krieg herhalten muß?
Ich hatte das Gefühl, Denis Johnson wollte auf zu wenig Seiten viel zu viel (wenn ich so überlege, was in den ca. 140 Seiten alles vorkommt...), da bleibt dann nicht viel Platz für eine präzise Zeichnung der Figuren.
Andererseits, vielleicht hatte ich mir (nach den tollen Büchern "Schon Tot" und "Engel") einfach zu viel von diesem Roman erhofft?
Wieso ich dann doch 3 Punkte vergebe?
Weil einiges dann für sich ja doch ganz gut ist, das Buch findet nur zu keiner geschlossenen Form, was bei 140 Seiten dann auffälliger ist, als bei 700...
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