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Der unbedarfte Leser erfährt viel darüber wie der Roman entstanden ist und warum bestimmte Dinge so und nicht anders geschrieben wurden. Eines jedoch vermeidet Eco aus Prinzip - er gibt keine Interpretation, noch nicht mal eine Interpretationshilfe. Er ist der festen Überzeugung, dass der Erzähler seine eigene Geschichte nicht interpretieren darf, und das Bemühen dieses zu vermeiden ist ihm zweifellos gelungen. Wer also von diesem Werk erwartet eine Interpretation des Autors zu erhalten, der wird enttäuscht werden. Wenn man aber mit der richtigen Erwartung herangeht, so ist das Buch jedenfalls ein Gewinn.
Warum nun also nur vier anstelle der fünf Sterne für ein gelungenes Werk. Nun, Eco bleibt mit diesem Werk eigentlich am Rande stehen. Er dringt bei weitem nicht in die Tiefen vor zu denen er zweifellos fähig ist. Ich meine jetzt nicht, dass er sein Werk interpretieren sollte, aber ganz sicher hätte es noch mehr Erwähnenswertes gegeben. Letztlich bleibt bei mir der Eindruck, dass gerade mal ein kurzes Blitzlicht aufleuchtete und vieles im Dunkeln bleibt. Dafür schweift er häufig ab und ergeht sich in einer Einschätzung der Postmoderne und der Änderung der Rezeption in den letzten 30 Jahren. Bestimmt nicht uninteressant, jedoch hätte ich das in diesem Buch nicht gesucht.
Fazit: Man kann dieses Büchlein durchaus empfehlen, da es wirklich sehr interessant zu lesen ist. Einen Stern ziehe ich ab, weil das Gefühl bleibt, dass Eco vieles ungesagt ließ, was jedenfalls erwähnenswert gewesen wäre.
Bei der Rezension dieses Werkes kommt man eigentlich nicht umhin es mit dem gleichnamigen Film zu vergleichen. Dieser Vergleich fällt wie so häufig eindeutig zugunsten des Buches aus. Wenngleich ich den Film immer sehr gemocht habe, hatte ich immer sehr viele unklare Punkte in der Handlung entdeckt, die ich irgendwie nicht ganz miteinander verflechten konnte. Im Buch gibt es diese Probleme nicht; Eco erschafft ein Bild des mittelalterlichen Klosterwesens das seinesgleichen sucht. Dies aber ist letztlich nur die Rahmenhandlung für das wirklich gelungene Bild der mittelalterlichen Machtkämpfe innerhalb der Kirche ebenso wie zwischen Papst und Kaiser. Wenngleich sich Eco auch seitenlang mit Details beschäftigt so muss man dennoch festhalten, dass die Story sehr dicht ist.
"Ich wollte einen Mönch vergiften", hat Eco später gemeint und das sei der Ausgangspunkt für dieses Werk gewesen. Nun er hat mehrere Mönche vergiftet und eine interessante Kriminalhandlung als Hintergrund geschaffen. Aber Eco konnte es nicht lassen und musste diese Kriminalhandlung natürlich in einen für den Geist sehr fordernden Bereich ansiedeln - letztlich wird die Kriminalhandlung zum Nebenschauplatz. Die Schilderung der größeren Konflikte übernimmt sehr bald die Führung und macht das Buch damit so unendlich kostbar. Besonders interessant ist die Herausarbeitung der vielen religiösen Strömungen der Zeit, etwas das in der Verfilmung gänzlich ausgelassen wird. Beachtenswert ist jedenfalls auch die Art und Weise wie Eco es schafft die Verstocktheit der damaligen Amtskirche aufzuzeigen ohne dabei ins niveaulose abzugleiten.
Weiters sollen hier die beiden Protagonisten kurz beschrieben werden. Da ist einerseits William von Baskerville der seine Vorlage zweifellos in Sherlock Holmes findet, er ist ein exzellenter Beobachter der die holmsche "Deduktion" in exakt der gleichen Weise betreibt. William ist auch weit über den Aberglauben seiner Zeit erhaben, fast möchte man sagen er ist ein aufgeklärter Mensch der Neuzeit und kein Ordensbruder des Mittelalters - aber in Wahrheit gelingt Eco der Hochseilakt, die Figur des William ist kein Anachronismus. Andererseits ist der Icherzähler Adson von Melk zu erwähnen. Er schreibt zwar das Buch als Greis, aber nur selten kommt diese große Lebenserfahrung durch. Die meiste Zeit sieht man die Handlung durch die Augen eines Novizen - der täglich die Welt verwundert kennen lernt.
Die sprachliche Qualität des Werkes ragt deutlich aus der Masse heraus, Eco versteht es mit Worten zu spielen. Das Werk ist natürlich kein Roman, den man nebenher einfach liest - das Lesen dieses Buches fordert schon ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit. Dennoch bleibt es aber immer lesbar im Sinne von verständlich und nachvollziehbar. Ecos sprachliche Gewandtheit stellt eine enorme Herausforderung auch an den Übersetzer dar. Diesem muss man daher ebenfalls ein großes Kompliment aussprechen.
Das Gesamturteil kann nur so ausfallen, dass ich diesem Buch ohne Einschränkungen die Höchstnote zuteil werden lasse. Interessante Story, lehrreiche aber nicht belehrende "Hintergrundberichterstattung", ausgezeichnete Recherche, sauber abgeschlossene Handlungsstränge ohne dem Leser seiner Phantasie zu berauben, sprachlich höchstklassig - mehr kann man von einem Roman nicht erwarten.
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