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Der Nachsommer: Roman [Taschenbuch]

Adalbert Stifter
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. August 2001
Auf seinen naturkundlichen Wanderungen begegnet der Ich-Erzähler, Heinrich Drendorf, seinem späteren väterlichen Freund, dem Freiherrn von Risach, auf dessen Landgut. Dort lernt er nicht nur eine neue Form der Lebens- und Wirklichkeitsbewältigung, sondern auch seine spätere Frau Natalie und deren Mutter Mathilde Tarona kennen. In dem berühmten vorletzten Kapitel des Romans "Der Rückblick" erfährt er die Lebensgeschichte Risachs und Mathildes. Risach verliebte sich während seiner Studienzeit in die noch sehr junge Mathilde, doch war eine Heirat wegen ihrer Jugend nicht möglich, und es kam zur Trennung. Erst Jahrzehnte später nahm die inzwischen verwitwete Mathilde den Kontakt zu Risach wieder auf. Nun leben beide - bewußt auf eine späte Ehe verzichtend - in einer Art "nachsommerlicher" Liebe verbunden auf zwei nahe beieinanderliegenden Landsitzen. "Der Nachsommer" ist der Bildungsroman schlechthin, ein rührend-unheimlich deutsches Buch aus Österreich, welches dem Leser das Menschlichwe rden zeigen will." (Walther Killy) Und Friedrich Nietzsche rühmte den Roman, lange bevor er zum Klassiker wurde: "Was allein kann uns wiederherstellen? Der Anblick des Vollkommenen."

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 784 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Neuauflage. (1. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423129077
  • ISBN-13: 978-3423129077
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 3,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 603.869 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Nachsommer
EA 1857 Form Roman Epoche Realismus
Der Nachsommer ist der letzte große deutschsprachige Bildungsroman in der Nachfolge von R Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795 / 96). Darin entfaltet Adalbert Stifter sein Konzept einer planvollen Erziehung und umfassenden Bildung, dessen Ziel die harmonische Entwicklung des Menschen ist.
Entstehung: Der Roman zählt zu Stifters Spätwerk. Er ging aus Entwürfen für eine Erzählung mit dem Titel Der alte Hofmeister hervor, an der Stifter ab 1848 gearbeitet hatte. Im Roman Der Nachsommer verlagerte er den Schwerpunkt und übertrug die Lebensgeschichte des Hofmeisters Risach auf die Entwicklungsgeschichte des jungen Heinrich Drendorf.
Inhalt: Heinrich Drendorf, Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, macht im Rahmen seines Geologiestudiums auf einer Forschungsreise in den Alpen die Bekanntschaft des Freiherrn von Risach, eines einst einflussreichen Staatsbeamten, der zu seinem entscheidenden Erzieher und Mentor wird. Auf Risachs Landgut erweitert und vertieft Heinrich seine wissenschaftlichen und künstlerischen Kenntnisse und lernt Mathilde Tarona und deren Tochter Natalie kennen. Heinrich erfährt, dass Risach einst leidenschaftlich in Mathilde verliebt war, eine Verbindung zwischen den beiden aber nicht zu Stande kam, da ihre Eltern sie damals für zu jung hielten. Risach und Mathilde, die wenige Jahre später einen anderen Mann heiratete, verloren sich daraufhin aus den Augen. Erst nach dem Tod ihres Gatten nähern sie sich einander wieder an und leben nun »in Glück und Stetigkeit gleichsam einen Nachsommer ohne vorhergegangenen Sommer«. Heinrich seinerseits geht mit Natalie eine Ehe ein, die von Harmonie und gegenseitigem Verständnis geprägt ist.
Struktur: Der Roman wird aus der Perspektive Heinrichs in der 1. Person Singular erzählt. Der Protagonist und auch die übrigen Figuren bleiben undeutlich in der Charakterisierung und darüber hinaus ohne psychologische Tiefe. Stifter ging es offensichtlich nicht um eine genaue Darstellung der Charaktere oder eine spannende Handlungsführung, sondern um die Präsentation eines Ordnungssystems, in welchem alle dargestellten Bereiche das gleiche Maß der erzählerischen Behandlung verdienen: jene Bereiche, die ihm selbst zum Erlangen eines erfüllten Lebens wichtig erschienen, von handwerklichen Fähigkeiten über die Landwirtschaft bis hin zu Kunst und Religion. Der junge Heinrich gelangt, stets erfüllt von Dankbarkeit gegenüber seinen Lehrern, ohne Widerstand und innere Kämpfe von einer Erkenntnis- und Lebensstufe zur nächsten.
Wirkung: Der Nachsommer ist ein radikaler Gegenentwurf zu den Tendenzen seiner Zeit: Den politischen Umbrüchen, naturwissenschaftlich-technischen Neuerungen und der zunehmenden Verunsicherung des Einzelnen stellte Stifter sein Modell einer harmonischen Welt gegenüber, in der Sinnfindung noch möglich zu sein schien. Die rückwärtsgewandte Idylle wurde von den Zeitgenossen nicht verstanden und trug dem Autor den Vorwurf der Weltfremdheit und Langeweile ein. Friedrich Hebbel versprach demjenigen, der das Werk lese, ohne dazu »als Kunstrichter« gezwungen zu sein, »die Krone von Polen«. Friedrich R Nietzsche hingegen hielt es für einen der Romane, die es verdienten »wieder und wieder gelesen zu werden«. Erst im Zuge einer Stifter-Renaissance nach dem Ersten Weltkrieg wurde Der Nachsommer neu gewürdigt, und es blieb der neueren Forschung vorbehalten, seine Qualitäten jenseits ideologischer Kontroversen herauszuarbeiten. R. Mi.

Der Verlag über das Buch

Mit Nachwort und Auswahlbibliografie

von Uwe Japp sowie Anmerkungen und Zeittafel

von Karl Pörnbacher. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtiger deutscher Bildungsroman 23. September 2005
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Was geschieht eigentlich im "Nachsommer"? Nicht eben viel: Ein junger Mann unternimmt Bildungsreisen ins Gebirge und lernt dabei zufällig einen älteren Mann kennen, dessen Lebensstil ihn interessiert. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, und von da an ist der junge Mann ständig unterwegs: Neben seinen geologischen Forschungsreisen und den Aufenthalten bei seinen Eltern macht er häufig längere Besuche bei seinem neuen Bekannten. Dieses Leben führt er einige Jahre, lernt dabei vieles, entwickelt ein Verständnis für Kunst und heiratet schließlich die Tochter einer Freundin seines Mentors. Für einen Roman von knapp 800 Seiten Länge ist das herzlich wenig Handlung, und besonders spannend ist sie auch nicht. Aber dem Autor geht es auch gar nicht darum, ein bestimmtes Geschehen zu schildern und damit seine Leser zu fesseln. Es geht ihm vielmehr um die Darstellung einer idealen Welt, in der die Menschen genug Freiraum haben, um ihre Begabungen zu entwickeln und zu sich selbst zu finden. Diese Grundidee macht den Roman auch heute noch interessant, aber Vorsicht: Wer Handlung und Spannung sucht, wird hier nicht fündig!
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunschlos glücklich 4. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Format:CD-ROM
Wie könnte es aussehen, das vollkommene Glück? Wie das vollkommene Leben? Was würde man eigentlich tun, wenn man Zeit und Geld genug hätte, um zu tun und zu lasssen, was man will? Das sind die Fragen, die Stifters Nachsommer beantwortet. Das hat dem Buch den Ruf unerträglicher Langeweile eingetragen, was nicht verwundert, da das Glück ja schon länger im Verdacht stand etwas langweilig zu sein. Sollte man es deshalb fliehen? Warum nicht einmal in Gedanken durchspielen, wie es aussehen könnte? Dazu braucht es Zeit, denn im vollkommenen Leben ist die Zeit kein Problem, also unbegrenzt vorhanden. So kommt es, dass im Nachsommer auf über 700 Seiten kaum eine äußerliche Handlung stattfindet. Beim Lesen wird man langsam von der ruhigen Atmosphäre des Buches aufgenommen, ein gleichsam meditativer Vorgang. Und in ihrer Aufhebung wird die Zeit wieder spürbar, ja allererst spürbar, nachdem ihre Präsenz nicht mehr durch vordergründige Aktion verdeckt wird. Natürlich ist das auch unheimlich. "Der sanfte Unmensch" lautete Arno Schmidts Urteil über Stifter und seine Vision einer vollkommen geordneten Welt.Ein vollkommenes Leben wäre wohl unmenschlich; doch der Nachsommer ist nur ein Buch, das man lesen kann oder nicht, ein faszinierender Traum eines merkwürdigen Menschen, ein Buch, das mit keinem anderen verglichen werden kann.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfachheit, Halt und Bedeutung 18. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe
In Ordnung. Den Nachsommer von Adalbert Stifter soll, darf, doch - will ich - rezensieren. Welch eine Anmaßung ! Ich bin kein Literat, kein fleißiger Leser, bin ein vom Job gestresster Zeitgenosse - und wenn ich dann so manch eines Morgens in der Früh - nach dem Frühstück und vor dem verlassen des Hauses irgendeine Seite, völlig wahllos, im Nachsommer aufblättere und zu lesen beginne, Wort für Wort und Satz für Satz, mit Pausen dazwischen (Peter Handke war mein Lehrmeister hierin) - dann gehe ich ruhig in diesen Tag, und in meiner Mittagspause lese ich wenige Absätze in diesem Buch darin nur, und ich gehe mit Besinnung in den Nachmittag, und am Abend, vor dem zubettgehen, lese ich ebenso wenige Seiten nur wiederum - und ich schlafe aufgeräumt ein und schlafe ruhig durch und erwache geruht habend - und wer weiß, vielleicht auch unwissend traumangefüllt, und beginne diesen mir noch fremden vielleicht verheissungsvollen neu geschenkt bekommenen, noch-einen-mehr-Tag in Einfachheit - mit Halt und bedeutungsfroh.
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Veröffentlicht am 16. September 2005 von osnalit
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