Aus der Amazon.de-Redaktion
Zeitgleich mit der
Enzyklopädie des Nationalsozialismus sind in der
Digitalen Bibliothek die Verhandlungsprotokolle und Materialien des Nürnberger Prozesses gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher erschienen. Und diese CD-Ausgabe ist wirklich atemberaubend. Wer -- außer einem engen Kreis von speziell interessierten Historikern -- hätte sich je durch die 42 Bände gekämpft, die auf Anordnung des Internationalen Militärtribunals unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen am 1. Oktober 1946 publiziert wurden und die seither in Bibliotheksarchiven verstauben? Mit der digitalen Ausgabe erst erreichen diese historischen Dokumente ersten Ranges wirklich eine -- hoffentlich größere --Öffentlichkeit.
Die Einführung von Christian Zentner enthält einen knappen Überblick über den Verlauf und die Ergebnisse des Prozesses, Porträts der Angeklagten und eine Zeittafel. Den Kern des Datenbestandes bilden die darauffolgenden 23 Bände der amtlichen Vorprozessdokumente und Verhandlungsprotokolle. Auf die Erfassung des 18 Bände umfassenden Anhangs wurde verzichtet, da, wie es im Vorwort heißt, "die meisten als Beweismittel zugelassenen Dokumente während der Verhandlungen vollständig oder in Auszügen verlesen wurden und deshalb ohnehin Teil der vollständig wiedergegebenen Verhandlungsniederschriften sind". Ohnedies wäre es auch rechtlich gar nicht möglich gewesen, den gesamten Anhang aufzunehmen. Als Dokument D-660, GB-128 hätte nämlich dann auch Hitlers Mein Kampf vollständig wiedergegeben werden müssen, wozu der Freistaat Bayern, Besitzer des Copyrights, seine Zustimmung nicht gegeben hätte.
Der Forschung jedoch eröffnet die mit der bewährten Software der Digitalen Bibliothek ausgestattete Ausgabe des Nürnberger Prozessprotokolls auch ohne die 18 Anhangbände völlig neue Möglichkeiten. So lässt sich mit Hilfe der Verknüpfung von Begriffen die Suche nicht nur sehr viel schneller, sondern vor allem sehr viel effizienter gestalten, als dies mit Hilfe auch der detailliertesten Register in einer gedruckten Fassung möglich wäre. Hierzu dienen Filter, die es beispielsweise erlauben, zwischen den Dokumenten und Materialien der ersten Abteilung und den eigentlichen Verhandlungsprotokollen zu differenzieren oder die Suche auf die Äußerungen bestimmter Personen einzuschränken. Und dies gilt freilich auch für die verlesenen und zitierten Passagen aus den im nicht aufgenommenen Anhang befindlichen Schriftstücken. Für die Veröffentlichung historisch relevanten Quellenmaterials hat die Digitale Bibliothek mit dieser CD einen Standard gesetzt. --Andreas Vierecke
Frankfurter Rundschau vom 30. Oktober 1999
Frankfurter Rundschau vom 30. Oktober 1999 Wer sich einmal in die Materialfülle hineingelesen hat, kommt nicht so schnell wieder heraus.
Fuldaer Zeitung vom 25.Oktober 1999 Eine CD-ROM als Alternative zum Lehrbuch
PC-Magazin Ausgabe 12/99 (...) eine zeitgeschichtliche Dokumentation ersten Ranges
Kurzbeschreibung
Diese CD-ROM enthält eine historische Dokumentensammlung zu den Nürnberger Prozessen vom 14. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946. Alle Interessierten finden hier die offiziellen Vorprozessdokumnte, die Anklageschrift, die Ürteilsbegründung sowie die Sitzungsprotokolle aller 218 Verhandlungstage. Die ausführlichen und authentischen Unterlagen bieten einen umfassenden Einblick in dieses historisch beispiellose Gerichtsverfahren.
Systemvoraussetzungen:
PC 486, Windows 3.11/95/98/NT, 8 MB RAM (16 MB empfohlen), Grafikkarte mit 256 Farben.
Klappentext
Am 8. August 1945 beschlossen die Regierungen Großbritanniens, der USA, Frankreichs und der Sowjetunion, die politischen Führer des Kriegsverlierers Deutschland vor ein internationales Militärtribunal zu stellen und in einem historisch beispiellosen Gerichtsverfahren zur Rechenschaft zu ziehen. Der erste der insgesamt dreizehn Nürnberger Prozesse galt den Hauptkriegsverbrechern. Angeklagt waren insgesamt vierundzwanzig hochrangige nationalsozialistische Politiker und Militärs. Außerdem wurde gegen mehrere Gruppen und Organisationen - die Reichsregierung, das Führerkorps der NSDAP, SS und SD, SA und Gestapo, Generalstab und Oberkommando der Wehrmacht - prozessiert. Die Anklage lautete auf Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nach dreiundvierzig Wochen Verhandlung vom 14. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 wurden zwölf Todesurteile und sieben Gefängnisstrafen verhängt, drei der Angeklagten wurden freigesprochen. Die in dieser digitalen Ausgabe vollständig wiedergegebenen Verhandlungsprotokolle sind ein zeitgeschichtliches Dokument ersten Ranges. Die Anklageschrift, die während des Prozesses verlesenen Dokumente, Hunderte von Zeugenaussagen und die Urteilsbegründung entrollen ein bestürzendes Panorama der nationalsozialistischen Herrschaft.