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Hartmann geht davon aus, dass die Gruppe der Promovierten ihre Leistungsbereitschaft und -fähigkeit unter Beweis gestellt haben. Damit ist auch die des öfteren aufgestellte Behauptung, die ererbte Begabung bzw. der IQ sei verantwortlich, vom Tisch; auch ein möglicher Einfluss anderer Faktoren (unterschiedliche Studiendauer, Auslandsaufenthalt) wird untersucht und ausgeschlossen. In der Folge untersucht Hartmann verschiedene mögliche Gründe: Dazu gehören laut Hartmann vor allem der „Stallgeruch": Eine gewisse Art zu reden, zu denken und sich zu verhalten, der „Habitus" (Hartmann), ist demzufolge wichtiger als die Qualifikation und die tatsächlich erbrachten Leistungen. Dazu kommt, dass gerade bei Personalien in den obersten Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sehr viel Wert auf das spontane „Miteinander-Können" gelegt wird - ein Faktor, der offenbar von den unterschiedlichen Erfahrungen beeinflusst wird.
So verwundert es auch nicht, dass, wie die Daten zeigen, die Karrierechancen in Wissenschaft und Justiz nach der Promotion weniger stark von der sozialen Herkunft abhängen: Hier sind weniger persönliche Entscheidungen von anderen Führungskräften verantwortlich, objektive Kriterien (Noten, Anzahl der Veröffentlichungen) zählen mehr, der „Sympathiebonus" fällt kleiner aus.
Als Kritik lässt sich sagen, dass das Buch sich auf einen kleinen Teil der Karriereleiter beschränkt: Hier ist Hartmanns Ansatz aber hochinteressant, weil er Störfaktoren wie eine mögliche Vererbung von Intelligenz und Begabung ausschließen kann. Interessant wäre ein Rückschluss aufgrund dieser Daten auf die unteren Bildungsstufen: Wieviel Prozent des Studien-/Schulerfolgs kann auf Leistung zurückgeführt werden? Das würde es erlauben, eine Abschätzung über die Größenordnung zu machen, in der die Herkunft insgesamt für das Vorwärtskommen verantwortlich ist. Hier bleibt Hartmann die Antwort schuldig.
Hartmann weist nach, dass soziale Herkunft auch ganz direkt (d.h. unabhängig von ihrem Einfluss auf die Leistung) über die Karrierechancen bestimmt. Damit ist aber der „Mythos von der Leistungsgesellschaft" tatsächlich entzaubert.
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