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Produktinformation
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Hans Peter Duerr, geboren 1943 in Mannheim, war bis 1999 Professor für Ethnologie und Kulturgeschichte in Bremen und lebt seither wieder in Heidelberg.
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Der Autor arbeitet gleichermassen als Ethnologe wie Kultursoziologe und -historiker. Aus den vielen (in der Fülle für manchen Leser möglicherweise ermüdend wirkender) Einzelfälle sei stellvertretend der eines Stammes genannt, die bei Ihren Kriegszügen eine Jungfrau prozessionsartig mit sich führten, damit den Kämpfern das Schicksal Ihrer Frauen im Fall einer Niederlage verdeutlicht werde. Auch davon, dass die heldenhaften Krieger von Leonidas vor Ihrer Niedermetzelung bei den Thermopylen vom siegreichen Gegner höchstwahrscheinlich vergewaltigt worden sind, habe ich bei meinem Geschichtsstudium nichts mitbekommen. Auch für die Erklärung sozialer Zusammenhänge der Gegenwart ist das Buch gedacht, so erklärt der Autor bspw. die lässige Ahndung von Vergewaltigungsdelikten in Gefängnissen (in den USA) durch das Leitungspersonal u.a. damit, dass "verheiratete" (d. h. sexuell befriedigte) Gruppenführer weniger Aufruhr verursachen.
Insgesamt bietet das Buch eine sehr aufschlussreiche, gelegentlich vergnügliche, öfters eher schaudrige Lektüre.
Der Autor nimmt bei seiner Darstellung kein Blatt vor den Mund. Seine "pornographisch" anmutende Darstellung mag den Leser anziehen (wahrscheinlich kommt auch mancher eher wissenschaftsferne "Liebe Sünde"/"Wahre Liebe"/etc.-Gucker bei diesem Werk auf seine Kosten) oder auf die Dauer enervieren, sie ist sachnotwendig.
Das Literaturverzeichnis zeugt von einer fast übermenschlichen Arbeitsleistung (wobei dies nur einer der vier Bände des Gesamtwerks ist; man bedenke auch den Aufwand, derartig viel Literatur zu diesen Themen heranzutragen), die offensichtlich auch tatsächlich ausgewertet wurde - der Autor zitiert häufig lateinische, altenglische oder -französische Quellen und (auch ältere, vornehmlich angelsächsische) Sekundärliteratur. Dies legt die Vermutung nahe, dass das Themenfeld keinesfalls so "unbeackert" ist, wie man vielleicht hätte vermuten können. Für den deutschsprachigen Raum scheint mir jedoch das Werk Duerrs singulär zu sein.
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