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Der Mythos vom Zivilisationsprozeß 1. Nacktheit und Scham.
 
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Der Mythos vom Zivilisationsprozeß 1. Nacktheit und Scham. [Taschenbuch]

Hans P. Duerr
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Taschenbuch --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 515 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 4., Aufl. (13. Juni 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518387855
  • ISBN-13: 978-3518387856
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 438.192 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In diesem Buch versucht Duerr die Theorie zu widerlegen (v. u.a. Elias), dass zu Beginn der Mensch frei von Scham war und ungezwungen mit der Nacktheit umging und im Laufe seiner "Zivilisation" sich erst Schamgefühl und Gehemmtheit im Umgang mit Nackheit, Sexualität und Genitalien langsam entwickelten. Duerr zeigt anhand von Bildern, Prozessakten, Gesetzen, u.v.m., dass zu jeder Zeit und in jeder Kultur die Menschen ihr Schamgefühl gefährdet sahen. Weiters diskutiert Duerr plausibel Deutungsfehler anderer Autoren.
Für den interessierten Laien ist es eine interessante Zeitreise in die Denkweise und den Alltag der Menschen mit vielen bemerkenswerten, überraschenden und pikanten Details aus der Geschichte unserer Vorfahren.
Lesetechnisch gesehen ist dieses Buch ein Horror. Die Anmerkungsfussnoten erforden ein ständiges Blättern in den Anhangteil, Zitate werden nicht übersetzt. Wären lediglich die Zitatstellen in einem eigenen Anhangteil am Buchende gesammelt, die interessanten Kommentare des Autors gemeinsam mit Zitat-Übersetzungen am Seitenende rasch auffindbar, würde man nicht ständig den Faden verlieren.
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26 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In Duerrs Buch finden sich einige interessante Kritikpunkte an der Eliasschen Theorie. In diesem ersten Band geht Duerr vor allem auf die Annahme von Elias ein, dass die Sexualität des Menschen früher noch nicht hinter die Kulissen der Intims- und Privatsphäre verbannt war. Er gibt Beispiele dafür, dass "nackt" im Mittelalter oftmals nur bedeutet hat, dass der Betreffende unzureichend bekleidet war; z.B. war Nudus im Mittelalter ein Begriff für die Armen, die nur ein Schafsfell umgeworfen hatten. Weiterhin ist auch der Verweis von Duerr interessant, dass im Mittelalter Bilder nach dem Simultanprinzip angefertigt wurden (d.h. dass Szenen nebeneinander gestellt wurden, die sich tatsächlich nicht nebeneinander abspielten), da Elias sich häufiger bei seiner Darstellung des Zivilisationsprozesses auf Bilder bezieht. Durch die Lektüre dieses Buches wird man auf mögliche Fehl- oder Überinterpretationen von Elias aufmerksam gemacht und es werden einem alternative Interpretationsmuster vorgelegt. Dennoch bleibt das Buch für Soziologen enttäuschend. Duerr nimmt sich einige Aspekte aus Elias' Theorie heraus und zeigt eine Unzahl von Beispielen auf, die seine eigene Interpretation stützen. Dabei handelt es sich um eine stark selektive Auswahl von Beispielen und Duerr versucht, hinsichtlich seiner Beispiele, die Magie der großen Zahl für sich zu nutzen. Hierbei geht er nach dem Prinzip vor, dass eine möglichst große Anzahl von anschaulichen, teils amüsanten Beispielen Beweis genug sein müssen für seine individuelle Interpretation. Unbefriedigend aus soziologischer Sicht ist auch, dass sich nicht einmal ein Ansatz einer eigenen Zivilisationstheorie zeigt. Allerdings dürfte dies auch nicht Anspruch von Duerr gewesen sein, der Prof. für Ethnologie und Kulturgeschichte ist. Letzlich ist auch zu kritisieren, dass Duerr nur geringe soziologische Kenntnisse zu besitzen scheint (oder in diesem Buch von sich gibt) und dadurch einige Äußerungen aus soziologischer Perspektive zu stark vereinfacht, induzierend und generalisierend sind und dadurch "laihenhaft" wirken. Dennoch sollte das Buch für eine kritische Lesart der Eliasschen Lektüre genutzt werden, da es durchaus gangbare Alternativinterpretationen enthält.
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