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am 7. November 2006
Albert Camus, den man gerne auch als "Abiturientenphilosoph" abzutun pflegte, entwirft mit seinem "Mythos" eine Lebensweise der Überwindung. Zunächst führt er die Philosophie auf ihre eigentliche Kernfrage zurück. Nicht in den Verwirrungen der Transzendentallehre liegt ihr Ursprung, sondern einzig und allein in der Frage, ob das Leben die Mühe gelebt zu werden oder nicht wert sei. Der Selbstmörder - das ist evident - beantwortet diese Frage mit einem Nein und verkürzt sich jene Lebensmühe. Warum, fragt Camus, hat er diese Tat begangen?

Dabei entdeckt er, dass wir als Menschen die einzigen Wesen auf dieser Erde sind, die einen Sinn suchen. Einen Sinn, der alles zusammenhält, in den sich alles - Freude wie Leid - fügt. Aber eben diesen Sinn kann uns die Welt niemals geben, er wird noch in der heilen Kleinstadtwelt eines Tages grausamst verneint und der Mensch wird eiskalt auf sein lächerliches Sinnstreben zurückgeworfen. Auch Gott kann diesem Sinnstreben keine Erfüllung geben. Und auch der Selbstmord nicht.

Vielmehr muss der Mensch sich mit der Sinnleere der Welt, mit der Absurdität des Daseins abfinden. Jeden Tag muss er aufs Neue mit einem höhnischen Trotzdem beginnen, mit jenem "heiligen Ja", von dem auch Nietzsche schon gesprochen hat. Nur wenn wir die Sinnlosigkeit der Welt hinnehmen und zugleich einen unendlichen Kampf mit ihr führen, nur dann wird sich das Leben erfüllen. In diesem Kampf, in dieser Auflehnung findet der Mensch zurück zu sich selbst und wird gar zu höchster Vollkommenheit angeregt. Der Kampf gegen das Absurde führt zu einer divinatorischen Erhebung des Menschen - und in diesem verlorenen Kampf stellt sich Glück und Zufriedenheit ein, bis die Auflehnung am nächsten Tage wieder beginnt.

Manchmal scheint es beim Lesen dieses so klaren, wunderschönen Buches als ob Camus sich der Genialität - die bei ihm in der Schönheit und Einfachheit seiner Sätze zu suchen ist - überhaupt nicht bewusst war. Unbedingt ist dieses Essay zu empfehlen - allein schon der Sprache wegen. Seine Philosophie kann einem, der darüber nachsinnt, viel geben, kann gar eine ganze Weltanschauung umkehren.
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am 10. Februar 2007
Ausgangspunkt dieses philosophischen Werks ist das Gefühl des Absurden, welches Camus zunächst in wunderschöner Sprache spürbar macht.

Einerseits verlangt der Mensch nach Einheit und Absolutem, nach Glück und Vernunft, nach einem tieferen Grund des Seins, anderererseits ist es nicht möglich, die Welt auf ein rationales, vernunftgemässes Prinzip zurückzuführen. Aus diesem Widerspruch zwischen dem begehrenden

Geist des Menschen und der schweigenden Welt entsteht das Gefühl des Absurden.

Nun stellt sich die Frage nach den Konsequenzen der absurden Entdeckungen: Kann man mit dem Absurden leben oder verlangt das Absurde den Tod? Mit ungeheurem Scharfblick geht Camus dieser Frage nach und entwickelt seine Philosophie des Absurden.

Am Ende bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als sich diesem Widerspruch zu unterwerfen, auf alle Hoffnung zu verzichten und ein Leben ohne Trost zu führen. Gleichzeitig bedeutet der Verlust an Hoffnung und Zukunft ein Zuwachs an Beweglichkeit. "Es gibt kein Morgen. Das ist von nun an der Grund meiner tiefen Freiheit." Es entsteht ein leidenschaftliches Verlangen, alles Gegebene auszuschöpfen. Das Leben ist eine "Abfolge von Gegenwartsmomenten vor einer ständig bewussten

Seele."

Dazu fällt mir noch ein Zitat von Marcel Proust ein, das er einmal auf die Frage antwortete, was er tun würde, wenn uns plötzlich der Weltuntergang bevorstünde: "Ich glaube, das Leben würde uns ganz köstlich erscheinen, wenn wir so sterben müssten. Und dennoch sollten wir der Katastrophe nicht bedürfen, um das Leben heute zu lieben. Dazu würde der Gedanke genügen, dass wir Menschen sind und uns noch heute Abend der Tod ereilen kann."

Für alle, die sich auf das Absurde einlassen, ist das Buch eine Offenbarung! Unbedingt lesen!
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am 1. August 1999
„Der Mythos von Sisyphos" ist ein Stück Philosophie, das auf eine wirklich entscheidende Frage auch eine klare Antwort gibt. Die Frage: Lohnt es sich überhaupt, zu leben, wenn dieses Leben vollkommen absurd ist? Die Antwort: Ja! Zu diesem Ja führt der Existentialist Camus den Leser auf ungefähr hundert Seiten in seiner philosophisch-kompromißlosen Sprache, die aber auch die Sprache eines Dichters ist. Mehr als das: Die eines Literatur-Nobelpreisträgers. Es ist die Mischung von Philosophie und Literatur, von trockner Reflexion und poetischem, sinnlichen Lebenshunger, die dem Leser große Gedanken auf eine sehr schöne Weise nahebringt. Heidegger, Dostojewskij, Kierkegaard, Nietzsche, Hegel, Husserl und viele andere Denker befragt Camus nach dem Absurden. Er überdenkt ihre antworten, spielt sie gegeneinander aus und mischt sich selbst in die Debatte ein, um schließlich sein Ergebnis zu formulieren. Das veranschaulicht er anhand des titelgebenden „Mythos von Sisyphos". Der antike Held ist von den Göttern zu einem absurden Dasein verurteilt: Er muß ewig einen Felsen auf einen Hügel wälzen, nur, um ihn dann wieder herunterrollen zu sehen und die Arbeit von Neuem zu beginnen. Dieses Leben stellt für Camus unser Dasein in einer absurden, fremden Welt dar. Aber Sisyphos, und damit auch der Mensch, soll nicht resignieren. Sein Heil liegt darin, sich der Absurdität bewußt zu sein, und trotzdem weiter zu machen. Nur so kann er seine Würde aufrecht erhalten. Camus legt das Ergebnis seines Buches, das für den Mythos gilt, genauso wie für den Menschen, in den letzten Satz: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen." Dieses Buch bietet einen direkten Zugang zu Philosophie. Wer müde ist von allgemein gehaltenen und abgehobenen Einführungen, wie Sophies Welt, sieht hier: echte Philosophie kann auch schön sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Der "Mythos des Sisyphos" ist das Schlüsselwerk von Albert Camus. Wer die Philosophie und das Weltbild seiner Romane verstehen will, muss diese Essaysammlung lesen, die gleichzeitig auch eines der Hauptschriften des Existentialismus ist.
Dabei geht es Camus eigentlich nur darum, eine einzige Frage zu beantworten: Ist es gerechtfertigt, der absurden menschlichen Existenz durch Selbstmord ein vorzeitiges Ende zu setzen? Seine eindeutige Antwort: Nein!
2Der Mythos des Sisyphos" beginnt mit einer Definition des Absurden. Das Absurde sei kein Wert an sich, sondern entstehe vielmehr aus dem Verlangen des menschlichen Geistes nach einem höheren Sinn und dem Schweigen der Welt zu diesem Bedürfnis. Nach Camus ist der Mensch voll und ganz unabhängig von irgendwelchen metaphysischen Einflüssen (Gott z.B.) und muss mit seiner von Geburt an sinnlosen Existenz selbst zurechtkommen.
Doch dies sei kein Grund zu verzweifeln, sondern genau das Gegenteil. Hat man sich die Absurdität seiner Existenz, also das Fehlen eines höheren Sinnes, klargemacht, ist man frei, seinem Leben selber einen Sinn zu verleihen. Carpe Diem im Namen der Sinnlosigkeit so zu sagen. Und dementsprechend lautet der abschließende Satz des nur fünfseitigen Kapitels über Sisyphos: "Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen." Warum? Weil, wenn man so wie er das Absurde der menschlichen Existenz erkannt und verinnerlicht hat, ein Fels und ein Berg ausreichend sind, um einen menschlichen Leben einen Sinn zu geben. Und was kann es denn Schöneres geben?
Fazit: Brauchen wir Religion als Krücke, um in einer sinnentleerten Welt ein ausgefülltes Leben führen zu können? Nein!! Ohne einen jenseitigen, allwissenden und Gehorsam verlangenden Gesetzgeber mag dies zwar vielen Menschen schwierig erscheinen. Doch wer die Sinnlosigkeit als Freiheit begreift, dem steht einer erfüllten Existenz nichts im Wege.
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am 14. Juni 2008
Albert Camus diskutiert in seinem Essay das philosophische Problem des Selbstmords. Lohnt sich das Leben oder sollten wir den Tod als logische Konsequenz aus der Absurdität ziehen. Er zeigt, dass die Beziehung zwischen dem individuellen Denken und dem Selbstmord neue Problem aufwerfen und gelöst werden müssen. Das Absurde ist für Albert Camus der Vergleich zwischen einem Tatbestand und einer bestimmten Realität. In dieser Gegenüberstellung findet er das Absurde. Für ihn ist es eine Leidenschaft, in dem er das Leben bejahrt und die Welt als absurd einschätzt. Eine Welt ohne Gott ist für ihn lebenswert. Durch die Auflehnung gegenüber der Welt bekommt das Leben seinen Sinn. Er bezieht sich auf Nietzsche und sagt, in der Kunst, in der Musik und in der Vernunft sowie Geistigkeit liegt das Göttliche.
Der Absurde Mensch lebt in der Zeit und mit der Zeit. Seine Freiheit soll schöpferisch gestaltet werden. Der absurde Mensch wird nur in der Kunst und Literatur seine Bestimmung finden. Die Entfremdung des Menschen ist gleichzeitig seine Freiheit. Durch die Gegenüberstellung zum Absoluten findet er seine Berechtigung.
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am 3. Dezember 2013
Das Schicksal des Menschen ist es zu vergehen. Am Ende bleibt nichts übrig. Gleichzeitig hat der Mensch den Anspruch, Wissen zu erlangen - über sich selbst wie auch über seine Umwelt. Aufgrund seiner Begrenztheit ist ihm das nicht möglich. Diese Aspekte kennzeichnen das Absurde der menschlichen Existenz: die Vergänglichket und der Konflikt, zwischen dem was ist (Begrenzheit) und dem was der Mensch gerne hätte (vollkommenes Wissen).
Wieso soll sich der Mensch daher nicht selbst töten; er stirbt doch eh unvollkommen und oft unter großem Leid?

Camus geht ausführlich und oft sehr abstrakt an diese Fragestellung heran. Er zeigt auf, dass trotz der Absurdität menschlicher Existenz es sich lohnen kann seinem Leben nicht selbst ein Ende zu setzen. In der Fähigkeit seinem Schicksal entgegenzutreten und das beste aus seiner Existenz zu machen, liegt die Möglichkeit für den Menschen seine bedingte Größe zu zeigen und dem Schicksal ein Schnäppchen zu schlagen. Denn trotz der Unvermeidbarkeit der endgültigen Auslöschung, kann der Mensch konstruktiv tätig sein und die Welt ein Stückchen besser machen: Dies ist ein Manöver gegen das Unvermeidliche und in gewissem Sinne ein kleiner Sieg.

Alles in allem ist das Buch recht gut zu lesen. Camus hat die Gabe verständlich und klar schreiben zu können. Doch dann gibt es auch wieder zahlreiche schwer zu lesende Passagen und sehr abstrakte Darlegungen; dies hätte der Autor vermeiden können, daher gibt es von mir nicht die vollen Sterne.
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am 11. Februar 2013
Der Grundgedanke, der dem Existentialismus zugrunde liegt, ist an sich simpel. Ihn aber zu verstehen und zu verinnerlichen wohl nicht ganz so leicht. Trotzdem ist er für viele ungeheuer schlüssig, klar und hat eine große Anziehungkraft. Maßgeblich für das Leben ist einfach das Leben selber. Das Leben an sich stiftet Sinn, nicht der Glauben an irgendwelche Götter oder metaphysischen Instanzen. Jene Existenz, die voller sinnentleerter Elemente ist, stiftet gleichzeitig Sinn. Seine Existenz hat man sich nicht ausgesucht, sie ist einfach da, sie liegt vor einem, ohne dass man etwas dazu beigetragen hätte. Wie man nun mit dieser Situation umgeht, das ist jedoch überhaupt nicht klar und jedem freigestellt. Oder anders ausgedrückt bedeutet es die totale Freiheit, die dem Menschen mit seiner Existenz gegeben ist.

In der lebenspraktischen Wirklichkeit gibt es freilich zahlreiche Faktoren, – persönliche Präferenzen, charakterliche Eigenheiten, gesellschaftliche Normen und Hierachien, genetische Dispositionen - die jene Freiheit einschränken. Trotzdem bleibt sie am Ende bestehen. Sie lässt sich nicht ausrotten. Theoretisch hat man in jeder Sekunde seines Lebens die Möglichkeit, sich durch Selbstmord der Situation zu entziehen - obgleich man sich natürlich gut überlegen sollte, dies zu tun. Aber die schiere Möglichkeit bleibt. Camus beantwortet die Frage nach dem Selbstmord in seinem Essay aber mit einem klaren „Nein“. Denn den Selbstmord würde er als Schwäche, als Einknicken gegenüber den Widrigkeiten des menschlichen Daseins werten. Das aber kann nicht das Ziel der menschlichen Existenz sein. Vielmehr gilt es, den Widrigkeiten oder, wie Camus es nennt, der Absurdität des menschlichen Daseins zu trotzen und sich den Fatalitäten des Lebens zu stellen.

An der Antwort, wie dies denn nun geschehen könne, versucht er sich klugerweise erst gar nicht. Denn eine eindeutige Antwort auf diese Frage kann es kaum geben. Insofern kritisiert er auch die zahlreichen Versuche der Philosophie, Antworten auf die transzendentalen Fragen des Seins zu finde. Das sei unnötig und würde den Menschen in seiner Sinnsuche kaum weiterbringen. Vielmehr hat er die Situation so, wie sie ist, zu akzeptieren und ihr durch eine radikale Lebensbejahung zu begegnen. Exemplarisch dafür zählt Camus einige Lebensentwürfe auf, die ihr Leben frei von metaphysischer Spekulation leben und somit seinem Ideal des Menschen nahekommen. So versucht etwa der, wie Camus ihn nennt, „Don Juan“ - gemeint ist wohl einfach ein Fraueneroberer bzw. Schürzenjäger – das Leben insofern auszukosten und ihm im Angesicht des Todes standzuhalten, indem er sich mehr oder weniger hemmunglos der Liebe widmet.

Transzendentale Fragen interessieren ihn nicht. Er will das Leben, das er hat, leben und sich nicht mit metaphysischen Fragen, auf die es kaum eine Lösung gibt, herumplagen. Eine sicher sehr romantisierte, aber konsequente Vorstellung von Menschlichkeit. Das ist auch das Schöne an Camus und an seinen vordergründig so pessimistischen, fast schon dem Fatalismus nahestehenden Lebensansichten. Auch im Angesicht eines gottlosen Daseins, das letzendlich nur durch die Beschränkung des Todes zusammengehalten wird und indem die Absurditäten der Existenz – Tod, Gewalt, Krankheit, Unmenschlichkeit und was sonst alles an Unschönem besteht – ständig sichtbar werden können, verliert Camus nicht seine im Grunde positive und humanistische Einstellung zum Leben. Es braucht im Grunde nicht viel, um als Mensch glücklich sein zu können. Denn auch im Angesicht – oder gerade im Erkennen – der zahlreichen Schattenseiten des Daseins liegt der Schlüssel zum Glücklichsein offen – die Freiheit, die auch in einer von zahlreichen sinnentleerten Elementen bevölkerten Welt nicht verschwindet und ergriffen werden kann.
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am 5. Februar 2013
Camus stellt die Fragen aller Fragen: Welche Sinnhaftigkeit liegt unserem Dasein zugrunde? Gibt es einen Sinn? Warum versuchen wir in unserem Leben einen Sinn zu suchen, wenn schon die Endlichkeit unseres Lebens eine Absurditaet darstellt? Menschen sind die einzigen Lebewesen, die ihrem Dasein einen Sinn (und damit eine Legitimation und Berechtigung) versuchen abzuringen. Doch die gibt es nicht. Auch unsere Versuche, Sinnhaftigkeit durch die Existenz von Gott zu erlangen, ist absurd. Wir haben die Leere unseres Lebens zu akzeptieren, nur so und erst dann werden wir in der Lage sein, diese Sinnlosigkeit durch unseren taeglichen Kampf zu überwinden. Obwohl Camus Werk vor vielen Jahrzehnten geschrieben wurde, regt es heute mehr denn je an, sich über den Sinn und Unsinn seines Lebens Gedanken zu machen und im Idealfall Schlüsse daraus abzuleiten, die dem einzelnen ein mehr selbstbestimmtes und damit sinnhaftes Leben ermöglicht. Auch wenn diese Möglichkeit absurd erscheint, ist es die einzige, die die Absurditaet unseres Daseins überwindet.
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am 12. Januar 2016
Das ist die Frage, welche Albert Camus in seinem wohl wichtigsten philosophischen Hauptwerk zu erörtern versucht.
Das "Absurde", definiert als der unüberbrückbare Gegensatz unserer Erwartungen an die Welt, welche uns letztlich doch immer als irrational und unvorhersagbar erscheinen und diese Erwartungen daher enttäuschen muss, dient dabei als Ausgangspunkt seiner Philosophie. Wie kann der Mensch nun dieses unausweichliche "Gefühl der Absurdität" überwinden und zu einer glücklichen Existenz finden? Als Lösung dieses Problems dient ihm das Beispiel des "Titelhelden" Sisyphos. Indem sich das Individuum, bar aller metaphysischer Hoffnungen oder Erwartungshaltungen, zurückgeworfen einzig auf das Wissen um die nackte, eigene Existenz, sich eine Aufgabe bzw. "Mission" sucht in welchem es Sinn und Erfüllung findet und so indem es seinem Leben Sinn verleiht die Absurdität des eigenen Daseins überwindet.
Der Schreibstil des Werkes erscheint mir aus heutiger Sicht etwas sperrig, und auch die finale Aussage des Buches dürfte heutzutage niemanden mehr ernsthaft überraschen. Trotzdem ein Klassiker, an dem jeder an Philosophie interessierte Leser seine Freude finden kann.
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am 23. September 2006
„Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: Den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie antworten.“

So beginnt das Kapitel „Das Absurde und der Selbstmord“ in Camus’ Werk. Zu was Camus nun schnell übergeht ist, sich gegen den Selbstmord zu entscheiden und Wege aufzuzeigen, wie man mit dem ‚Absurden’ leben kann. Das Absurde stellt für ihn seinen Ausgangspunkt dar. Das Absurde entsteht dadurch, daß der Mensch die Nichtigkeit all seines Handelns und Schaffens erkennt und dennoch weitermacht. Insofern ist Camus recht konsequent, Wege für ein mögliches Trotzdem zu zeigen. Die einzige Antwort die ich darin finden kann, wieso man weitermachen sollte, ist eben die, daß ein Selbstmord im Angesicht der Sinnlosigkeit letztendlich genauso wenig Sinn macht, wie ein Leben bis zum ‚natürlichen’ Ende zu leben. Dies zu schaffen und sich mit der Absurdität abzufinden, dafür hat Camus sein Buch geschrieben.

Bei der Betrachtung des Sisyphos scheint er mir einen weitere Tragik hinzufügenden Punkt zu übersehen. Sisyphos mag eine Hoffnung auf Erlösung aus seinem anstrengenden, letztendlich sinnlosen, Handeln haben, sei es durch Erbarmen der Götter oder weil der Stein eines Tages oben bleibt und nicht mehr herabrollt. Aber für Sisyphos stellt sich die Frage, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden, nicht. Und wenn er sie stellte, könnte er sie nicht negieren, weil er, Sisyphos, keinen Suizid begehen könnte (hingegen ist er verdammt zu seinem Handeln, stets von Neuem zu beginnen). Camus’ letzter Schluß, man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen entspringt daher wohl dem Pragmatismus, daß man in dieser Annahme seine eigenen Steine leichter zu rollen vermag.

Am Ende bleibt das einzig wirklich ernste philosophische Problem: Der Selbstmord.
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