Endlich wieder ein Buch, das eine Geschichte erzählt und sich nicht in langweiligen Selbstbetrachtungen verliert, wie das manch Möchtegern-Literat mit der Penetranz des Ewig-Gestrigen von seinem Elfenbeinturm herunter noch immer fordert. Der Autor läßt seine kleinen Helden loslaufen und beobachtet sie bei ihren Abenteuern - und das mit Spaß am Erzählen. Sophie, eine Sozialarbeiterin, entdeckt im Bett eines ihrer betreuten Alten eine Mumie. Sie reagiert anders als man das von öffentlich Bediensteten erwartet. Damit setzt sie eine unheilvolle (aber zum Schluß logisch und gut endende)Kette in Gang, wie man das nur selten in deutschen Büchern findet. `Der Mumiengarten' ist spannend erzählte Komik, der es an Gefühl und Atmosphäre nicht mangelt. Der Autor betritt gewissermaßen Neuland mit seinem Stil, da er sich nicht in Schubladen pressen läßt. Das ärgert den Kritiker - und freut den Leser.