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Der Multikulti-Irrtum Taschenbuch – 12. November 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (12. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354837235X
  • ISBN-13: 978-3548372358
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,5 x 18,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Der Multikulti-Traum vom Nebeneinander verschiedenster kultureller Gesellschaftsentwürfe in einem Land war von Anfang an ein Irrtum! Das jedenfalls ist die wohlbegründete Überzeugung der in Istanbul geborenen und ab ihrem sechsten Lebensjahr in Deutschland aufgewachsenen Rechtsanwältin Seran Ates, die in ihrem lesenswerten Buch darlegt, welch ebenso gravierende wie lässliche Denkfehler diesem Traum aus ihrer Sicht zugrundelagen -- und was stattdessen zu tun wäre, um den wirklichen Notwendigkeiten eines Einwanderungslandes Rechnung zu tragen und eine wirkliche gesellschaftliche Integration zu erreichen.

Gegen die Multikulti-Ideologie und deren Toleranzgebot, in dessen totem Winkel sich verschiedene gegeneinander abgeschottete Gesellschaften etabliert hätten -- Gesellschaften, in denen unter der Herrschaft eines selbst völlig intoleranten, archaischen Patriarchats zum Beispiel junge Frauen von ihren Vätern gegen ihren Willen verheiratet werden oder Männer über ihre Frauen wie über ein Eigentum verfügen --, setzt die Autorin auf das Leitbild einer „transkulturellen Gesellschaft“. In einer solchen erst könnte aus dem Nebeneinander der Gesellschaften der „Urdeutschen“, der „Deutschländer“ und Immigranten ein wirkliches Miteinander werden. Und in ihr böte auch das Zugeständnis einer eigenen kulturellen Identität keinen Deckmantel mehr für die Missachtung elementarer Menschenrechte wie dem (sexuellen) Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Männern, der freien Partner- und Berufswahl etc.

Und in der Tat: Für eine gelingende Integrationspolitik ist mehr als Entschlossenheit bei der Rechtsdurchsetzung nötig. Auch das eigene kulturelle Selbstverständnis gehört hier nach Ansicht der Autorin auf den Prüfstand. So fordert Ates unter anderem (und zwar entschieden) die Abkehr von grundsätzlich jedem konfessionsgebundenen Religionsunterricht in unseren Schulen: „Es kann nicht sein“, heißt es hierzu an einer Stelle, „dass Eltern unter Missachtung individueller Persönlichkeitsrechte, die auch Minderjährigen zustehen, ihren Kindern ihre Religion aufzwingen.“ Stattdessen sollten unsere Kinder in einem allgemeinen Religionsunterricht alle Weltreligionen kennenlernen. Das würde nicht nur das gegenseitige Verstehen und die Reflexion über das eigene kulturelle Herkommen befördern: „Zu glauben oder nicht zu glauben, beides ist ein Menschenrecht. Das muss den Kindern in der Schule vermittelt werden.“ Eine bedenkenswerte These auch dies. -- Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Das Buch ... zeigt die Autorin auf der Höhe ihrer Form; es hat die theoretische Brisanz der Suhrkamp-Taschenbücher der siebziger  und frühen achtziger Jahre und ist wesentlich fundierter und inspirierender als die kalkulierten Bestseller unserer politischen Hauptdarsteller. Dieses Buch verblüfft durch eine ungeheure, kaum zu bändigende, lebensgesättigte kommunikative Energie...« FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG/ Nils Minkmar/ 22.10.07 »Seyran Ates legt eine nüchterne und umfassende Analyse vor.« KÖLNER STADT-ANZEIGER/ A. Pfahl-Taughber/ 13.11.07 »... es gelingt ihr, zu überraschen, zu überzeugen - und zu unterhalten.« DIE WELT/ Andrea Seibel/ 24.11.07 »... Ates wartet mit einem ganzen Katalog an praktischen Vorschlägen dafür auf, wie man bestehende Missstände bekämpfen kann. Missstände wie Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen oder häusliche Gewalt, die keiner leugnen kann.« taz-die tageszeitung/ Katajun Amirpur/ 03.11.07 »Das Buch der couragierten Anwältin ist zu empfehlen.« 13.01.08/ Der Tagesspiegel/Peter von Becker »Ates, die seit langem in Deutschland lebt, gehört zu den populärsten Fürsprecherinnen einer aktiven Integrationspolitik. Sie provoziert und traut sich, auf Missstände mit deutlichen Worten hinzuweisen. Gerade, weil sie beide Seiten so gut kennt, gesteht man ihr dies zu.« 11.07.08/ Handelsblatt/Claudia Schumacher -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

194 von 213 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT am 13. November 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Seit über vierzig Jahren leben Deutsche und Türken zusammen in der Bundesrepublik, immer noch teilen sie die gleichen Illusionen und wissen fast nichts übereinander.

Schon in den Sechzigern wurde diese Erwartung der Deutschen: 'Die kommen für ein paar Jahre und dann gehen sie wieder' von den Türken geteilt. Auch wenn diese Erwartungen absurd waren. Deutschland wurde für viele zur Heimat, aber niemand wollte das wahrhaben. Selbst die Autorin Seyran Ates, die 38 ihrer 44 Jahre in Deutschland gelebt hat, wird immer wieder gefragt, ob sie im Sommer 'wieder in ihre Heimat' fährt.

Schließlich haben wir Multi-Kulti, jeder lebt in seiner Kultur, wir müssen uns nicht miteinander beschäftigen und können uns trotzdem gut fühlen. Wir sind tolerant. Ein prima Idee, eine bequeme Idee. Wie die meisten bequemen Ideen hat sie nur einen Haken: Sie funktioniert nicht.

Seyran Ates hatte Glück. Sie kam nicht in eine Ausländerklasse, sondern in eine mit deutschen Kindern, was zur Folge hatte, dass sie Deutsch lernte, aufs Gymnasium ging und Jura studierte. Seitdem hat sie sich als Anwältin für Migrantinnen engagiert und damit geriet sie ins Spannungsfeld von Fundamentalisten, Konservativen und denen, die weiterhin von der bequemen Idee 'Multi-Kulti' träumen wollten.

Seyran Ates träumt nicht, sie kennt die Szene, sowohl die der Politik wie die der Migranten. Und in diesem Buch schildert sie sie. Die Situation der muslimischen Frauen und Mädchen in Deutschland, die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte und der erwachende Fundamentalismus.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von ALPL am 4. November 2010
Format: Taschenbuch
Frau Seyran Ates führt in brillianter Weise in das Denken und das Lebensumfeld der islamischen Migranten (Türken und Kurden) in Europa ein. Es hat mir die Augen dafür geöffnet, wie in sich selbst verfahren die Situation der Menschen in diesen Parallelgesellschaften ist und auch, wie dringend nötig vor allem diejenigen, die dem hilflos ausgeliefert sind und am meisten unter häuslicher Gewalt zu leiden haben - Mädchen und Frauen - aktive Hilfe der einheimischen Mehrheitsbevölkerung nötig haben, um aus diesem einzementierten Kreis entkommen zu können. Es ist wohl so, daß kaum jemand wirklich weiß, wie die türkischen, arabischen oder kurdischen Migranten leben, was innerhalb Ihrer abgeschotteten Gesellschaft mitten in Europa für uns Unfaßbares vorgeht. Aber eben das Wegsehen, das Nicht-zu-Hilfe-Kommen, das Nicht-Öffentlich-Ansprechen-(Dürfen), wenn jemand aus diesen Kreisen geschlagen, angegriffen oder sonstwie seiner Rechte - wie wir sie verstehen - beraubt oder gar aus "Ehrengründen" getötet wird, verschlimmert die Situation in Europa noch mehr. Das Buch zeigt klar auf, daß wir - das Volk wie auch die Regierung und die Exekutive - die Pflicht haben, einem unseren Gesetzen und den Menschenrechten zuwiderlaufenden Betragen klar und kompromißlos Einhalt zu gebieten.
Leider wird durch falsches Verstehen(wollen) und falsche Toleranz ("ist halt in deren Kultur/Religion so, daß geschlagen und gemordet wird, ...
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Christian Günther TOP 100 REZENSENT am 20. Mai 2012
Format: Gebundene Ausgabe
Seyran Ates gebührt zunächst einmal großer Respekt. Wer ein solches Buch schreibt, bringt sich in ernsthafte Lebensgefahr. Allein dieser Fakt belegt, dass wir ein dickes gesellschaftliches Problem haben. Nun, gesellschaftliche Probleme haben wir zur Genüge, könnte man richtig bemerken, nur wird kaum ein zweites derartig tabuisiert und bei kaum einem weiteren bringt man sich in ernste Gefahr, wenn man es öffentlich benennt und darüber publizistisch nachdenkt - und sei es auch nur die Gefahr von Gesinnungs-Perfektionisten politisch in eine Ecke gedrängt zu werden, in die man ganz bestimmt nicht gehört. Frei nach der Devise: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Mit ihrem Buch "Der Multikulti-Irrtum" liefert die Autorin viele Fakten, die mir wie wohl den meisten, so nicht geläufig waren. Daß Multikultur nicht funktionieren kann - solange man darunter versteht: man lasse einfach alles ohne Integrations-Vorgaben zusammenfließen und jeder kann machen was er will, das wird schon irgendwie gut gehen, weil sich ja alle bis zum Umfallen tolerieren - bedarf keiner wirklich hellen Beleuchtung im Oberstübchen. Von diesen Fehlern im System musste mich Seyran Ates nicht erst überzeugen. Es ist auch nicht der Kern des Buches, weil Sie wohl zu Recht davon ausging, dass die Leser sich der Schieflage in der Integrations-Politik (die ja faktisch kaum stattfindet) bewusst sind. Es ist mir ohnehin schon unbegreiflich, dass es je politisch Verantwortliche gab, die ernstlich glaubten, dass einseitig gelebte Toleranz nicht zwangsläufig zu Konflikten führt.
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