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Der Mond und das Mädchen - Roman
 
 
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Der Mond und das Mädchen - Roman [Gebundene Ausgabe]

Martin Mosebach
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 190 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (4. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446209166
  • ISBN-13: 978-3446209169
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 245.161 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Mosebach
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Hans kann sich glücklich schätzen, und das tut er auch. So glücklich schätzt er sich, dass er, gerade ins Berufsleben eingetaucht und frisch vermählt, in Abwesenheit seiner bezaubernden Gattin Ina eine etwas schäbige Wohnung im Frankfurter Bahnhofsviertel mietet. Dann findet die entsetzte Ina im Schlafzimmer eine tote Taube. Ein Ehering geht verloren, die Mitbewohner entpuppen sich als Zauberwesen, ein Besäufnis gerät zum Hexentanz. Und auch die Wirrungen der Verführungskunst stellen das junge Glück auf eine harte Probe …

Es gibt einen recht unscheinbaren, aber entlarvenden Satz in Der Mond und das Mädchen des Büchner-Preisträgers von 2007, Martin Mosebach. Er kommt recht unauffällig daher, ist aber symptomatisch für des Autors Schreibkonzept. Er lautet: "Ich heiße Despina Mahmoudi", sagte sie, als sei das der erste Satz aus einem bedeutenden Roman des neunzehnten Jahrhunderts, und das war er vielleicht auch. In diesen Worten steckt das ganze Dilemma des Romans -- und sein eigentümlicher Reiz. Denn Der Mond und das Mädchen versucht tatsächlich, ein bedeutender Roman aus längst vergangenen Zeiten zu sein, auch wenn er in der Jetztzeit spielt: Ein Buch, das schon im Erscheinungsjahr die etwas angestaubte Aura des Klassikers verströmen soll. Längst verklungene und auf der Liste der bedrohten Wörter stehende Wendungen bringt uns Mosebach dabei ans Ohr. "Angelegentlich" schreibt er im Buch, und "blümerant". Das Telefon heißt "Telephon", als wäre die Entwicklung der Rechtschreibung am Apparat vorbeigegangen, das Handy "Telephon in seiner Brusttasche". Fast scheint es, als habe der Autor vorm 21. Jahrhundert, seinen Befindlich- und Begrifflichkeiten Angst.

Trotzdem: Mosebachs Stil verklärt die Gegenwart auf zauberische Weise. Und der Umstand, dass sich das Buch auch als Hommage an Shakespeares Sommernachtstraum verstehen lässt -- eine Hommage zudem, deren Bezüge zu entschlüsseln Freude macht --, gibt der Geschichte einen sonderbaren Charme. Der Mond und das Mädchen ist wohl kein großer, bedeutender Roman, der es zum Klassiker bringen wird. Aber er gibt seinem Leser Seite für Seite die Illusion, einer zu sein. Und das ist mehr, als die meisten anderen Bücher der neueren Literatur versprechen könnten. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

"Raffiniert wie stets impft Martin Mosebach seinen Roman mit dem Stoff, aus dem die Träume sind. Alles wirkt realistisch, und doch wird hier das Innere nach außen gekehrt." Meike Fessmann, Tagesspiegel, 06.08.07 "Sein neuer, zauberhaft zarter und zugleich satirisch böser Roman." Uwe Wittstock, Die Welt, 04.08.07 "Der Reiz dieser zauberhaften Geschichte liegt gerade in ihrem Changieren zwischen Realismus und Fantastik, zwischen Horror und subtilem Kunstmärchen." Ulrich Baron, Welt am Sonntag, 12.08.07

"Etwas Luftiges und Leichtes strahlt dieses Buch aus, es ist von zierlicher Wohlgesetztheit wie eine Sonate von Scarlatti." Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 11./12.08.07 "Was Martin Mosebach macht, ist millimetergenau. Massarbeit statt Konfektion. Wer das für gehobene Herrenschneiderei hält, der vergisst, dass es erst die Genauigkeit der Form ist, die den Gedanken kleidet." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 07.08.07 "Es ist eine Novelle, in der der deutsche Schriftsteller sein poetologisches Programm in aller Leichtigkeit auf den Punkt bringt." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 07.08.07 "...der schmalste, zarteste und leichthändigste Roman, den Martin Mosebach bislang geschrieben hat." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.07 "Martin Mosebach, der Erzähler, Romancier und Essayist, der Grandseigneur in der Apfelweinkneipe ist von ungewöhnlicher stilistischer und intellektueller Brillanz." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.07 "Die Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung hat sich in diesem Jahr einen Büchner-Preisträger erwählt, von dem eine dauerhafte Beeinflussung, vielleicht sogar eine Wandlung der deutschsprachigen Literatur ausgehen kann: Lebendiger jedenfalls hat man die Tradition in diesen Kreisen noch nicht erlebt." Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 08.06.07 "Dass Mosebach nun den wichtigsten Literaturpreis bekommt, zeigt, wie sehr sich die Literatur und ihre Rezeption verändert haben. Man muss der Akademie gratulieren, dass sie dafür Sinn und Aufmerksamkeit hatte." Ulrich Greiner, Die Zeit, 08.06.07 "Er hat bis hin zu seinem jüngsten Roman Der Mond und das Mädchen ein höchst differenziertes, anschauliches und zugleich unterhaltsames Panorama deutscher Gegenwart entworfen - immer zentriert um seine Geburtsstadt Frankfurt am Main, die seit dem Krieg keinen liebevolleren Porträtisten gefunden hat als ihn." Uwe Wittstock, Die Welt, 08.06.07

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich ist es gar kein Roman, sondern eine Novelle. Der Text hat alle Merkmale einer solchen: die relative Kürze, das eingeschränkte Personal, das Falkenmotiv in der Form eines Eherings, das plötzliche Ereignis und die Wende. Aber wer liest heute noch Novellen. Also nennt sich Mosebachs neuester Titel ,Der Mond und das Mädchen' doch lieber ,Roman'. Dem 19. Jahrhundert ist allerdings nicht nur die Gattung, sondern auch die Sprache entnommen. Es ist eine Hochsprache, in der Mosebach schreibt. Sie ist gewählt, geschmeidig, genau, erhaben, stilsicher, gewandt und elegant. Es ist eine Kunstsprache für die es Könnerschaft braucht und sicherlich kann man eine solch hohe Sprache genießen. Sicherlich ist Mosebach auch ein hintergründiger Erzähler, der es versteht, Fährten zu legen und seinen Text symbolisch zu verdichten. Es ist ein beziehungsreiches Werk. Mehrfaches Lesen ist sicher ergiebig.
Was aber wird eigentlich erzählt?
Es geht um die junge Ehe von Hans und Ina. Hans, ein erfolgreicher Bänker, sucht in Abwesenheit seiner jungvermählten Gattin eine Wohnung für das gemeinsame Leben. Seine Wahl soll schicksalsentscheidend werden. Das Paar zieht in eine obere Wohnung eines etwas heruntergekommenen Hauses in der Frankfurter Bahnhofsnähe. Sie richten sich nett ein, auch die lästige Schwiegermama werden sie irgendwann los, aber irgendetwas ist im Gange, irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Die Erzählung hat eine subtile unheimliche Gegenströmung, die von der schönen Sprache nur überblendet wird. Zunächst beschmutzt eine Taube das noch nicht bezogene eheliche Schlafzimmer, der schäbige marokkanische Hauswart Souad, der mit einer kleinen zwielichtigen Gesellschaft die Abende im Hof des Mehrstockhauses verbringt, der ungestraft fremde Post öffnet, alles beobachtet, über jeden Bescheid weiß und der dem Hauseigentümer nicht die Mietgelder überweist bemächtigt sich Hansens. Aber nicht nur von ihm wird Hans in den Bann gezogen. Da sind auch noch die Witteckinds. Ein Intellektuellen-Ehepaar, die ein Stockwerk unter Hans und Ina wohnen. Der eigentümlichen Anziehung, die Britta Witteckind, eine Schauspielerin auf Hans ausübt, entspricht die Antipathie, die von ihrem Mann ausgeht. Später soll Hans unter kuriosen Umständen mit Britta Ehebruch begehen. Hierbei verliert er seinen Ehering. Dafür findet er jedoch den Ehering seines Vormieters. Dieser wiederum tritt plötzlich auf und fordert seinen Ring zurück, um seine gescheiterte Ehe doch noch zu retten. Er erhält schließlich erneut unter kuriosen Umständen den verlustig gegangenen Ring von Hans.
Alles in diesem Roman scheint einer dunklen und unerklärlichen Gesetzmäßigkeit zu folgen. Niemand scheint frei handeln oder auch nur sprechen zu können. Und dieser Bann wird erst gebrochen, als Ina in einer beherzten Tat ihrem Ehemann eine Bierflasche über die Rübe zieht.
Nun erst scheint es Tag und licht zu werden. Und tatsächlich spielt der Hauptteil der Handlung nachts. Dies mag ein Zeichen für die dunkle und unheimliche Macht sein, die in dem Werk trotz der schönen Sprache regiert. Zeichen über Zeichen. Es wimmelt von Anspielungen. Auch der Titel ,Der Mond und das Mädchen'. Hören wir da nicht Schuberts Konzert ,Der Tod und das Mädchen'? Die Taube, der wandernde Ring. Es geschehen Zeichen und Wunder und doch ist alles so, als wäre es ganz normal.
Die Frage ist aber: Was will mir dieser Roman eigentlich sagen?
Ich weiß es nicht. Er ist sicher ein Stück sehr guter Literatur und ein Genuss für denjenigen, der gute Sprache liebt und überhaupt sich an Kunst erfreuen kann. Und das ist ja auch legitim. Hierzu hört man ja auch gute Musik.
Er ist darüber hinaus ein Fall für den Literaturwissenschaftler. Aber er ist nicht unbedingt Literatur, die mich begeistert.

Thomas Reuter
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53 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schöne Leere 16. August 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Schön geschrieben und anfangs genussvoll zu lesen, bis man sehr schnell verblüfft fragt, wann kommt, was kommen sollte, was einen Roman kennzeichnet? Ein junger Ehemann des 21. Jahrhunderts, der in seinen Gedanken zu seiner jungen Frau, die er das Mädchen nennt, den Jahren von 1860 zu entstammen scheint, so verklemmt und altertümlich sind seine Handlungen und Ansichten, begeistert nicht wirklich als Protagonist. Die Treffen im Hinterhof sollen geheimnisvoll wirken, sind nett zu lesen, aber nichtssagend. Sie laufen ins Leere. Die verendete Taube als Gruselelement eingesetzt, wird nie wieder erwähnt. Wozu dann dieser Einwurf? Man hatte sich ein geistreiches mystisches Geschehen erhofft bei soviel Vorschusslorbeeren der Presse und bei dieser altdeutsch-schönen Sprache. Erstaunt, dass gar nichts kommt, liest man natürlich weiter. Plötzlich ist das Buch zu Ende - hat man etwas nicht mitbekommen? Fast entsteht der Eindruck, der Autor habe sein eigenes Buch satt gehabt und es Knall auf Fall beendet. Als Leser fühlt man sich um eine Geschichte betrogen. Schade um die Sprache, schade um Zeit und Geld!
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Mosebach hat eine schöne Sprache. Das Büchlein ist auch - in seiner Hardcoverversion - schön aufgemacht, liegt schlank und gut in der Hand. Ich hatte durchaus Lust am Lesen. Die Geschichte lockt auch, da sind viele interessante Fäden, wohin wirds führen? Aber ich muss gestehen, mich hat es leider nicht wirklich irgendwohin geführt. Was war der Sinn - einmal von der Milieuschilderung abgesehen? Ein schnelles, antiklimaktisches Ende irgendwie - und zurück bleibt bei mir fast ein Gefühl, ich sei "abgezockt" worden, wofür habe ich mir die Zeit zum Lesen genommen, wenn am Schluss eigentlich doch gar keine Geschichte erzählt wurde. Ich bin also etwas enttäuscht - und weiss nicht genau, ob von mir als unverständigem Leser oder von Buch und Autor.
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