Die Strukturen des organisierten Verbrechens sollen sich ändern. Nicht mehr die klassischen, brutalen Gangster- bzw. Bandenbosse sollen das Sagen haben, sondern Geschäftsleute, Militärs und Regierungsbeamte. Jedoch mit im Endeffekt ähnlich gravierenden Auswirkungen. Doch ein Mann und eine Frau stellen sich der scheinbar übermächtigen Armada des titelgebenden Mitternachtsclubs.
Dumm nur, dass dieser Mann, Police-Lieutenant John Stefanovich, nach einem Attentat des Anführers des Clubs, dem brutalen und rücksichtslosen Killer Alexandre Ste-Germain, im Rollstuhl sitzt. In dieser Situation ist er eigentlich kein ebenbürtiger Gegner für jemanden, den das Gesetz kalt lässt, und der offensichtlich keine Ehre und kein Erbarmen kennt, um seine Ziele durchzusetzen. Aber bei Patterson spielt dieses Handicap offensichtlich keine Rolle. Das wird ganz besonders in einer "Zweikampfszene" und bei dem Attentat gegen Ende deutlich. Hier wächst der im Rollstuhl sitzende förmlich über sich hinaus. Meines Erachtens völlig übertrieben und unrealistisch. Allerdings sind seine Motive durchaus nachvollziehbar, nämlich Rache. Schließlich hat der Killer, auch Grabtänzer genannt, zu allem Überfluss auch noch die Frau von Detective Stefanovich ermordet.
Ständig beschleicht den Leser das Gefühl, dass der Autor sich nicht so recht entscheiden konnte, welchem Genre er sich hier annehmen wollte. Ein "normaler" Kriminalroman über den Kampf der Polizei gegen das organisierte Verbrechen, oder einen Thriller über die Jagd auf einen brutalen Killer. Hier ist dieses Vorhaben, eine Verschmelzung zu erreichen, leider kläglich gescheitert.
Ein großes Ärgernis ist sicherlich auch die Tatsache, dass ein Selbstjustiz verübender Polizist deswegen nicht einmal einen Tadel erhält, geschweige denn rechtliche Konsequenzen.
Trotzdem gibt es einige Szenen, die der drohenden Langeweile entgegen wirkten. Nur waren diese eben rar gesät. Zu Beginn werden einige Mitglieder der "ehrenwerten Gesellschaft" aus dem Weg geräumt, und diese Beschreibungen sind recht anschaulich geraten. Und gegen Ende fiebert man mit den Hauptcharakteren um das Leben des Sohnes der Journalistin.
Alles in Allem ein sehr durchwachsener und durchschnittlicher Roman, der wenig Spannung aufkommen lässt und lediglich in einigen wenigen Passagen zu überzeugen weiß. Ein paar schön beschriebene Morde, eine Prise Erotik und eine Romanze zwischen einer allein erziehenden Mutter und einem an den Rollstuhl gefesselten Polizisten reichen halt nicht aus, um den Leser bei der Stange zu halten.