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Der Milchmann: Roman
 
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Der Milchmann: Roman [Taschenbuch]

Rafael Seligmann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130229
  • ISBN-13: 978-3423130226
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 515.228 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Rafael Seligmann
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jakob Weinberg ist ein Lügner. Jedenfalls widerspricht er der Legende nicht, er habe im KZ zahlreichen Juden das Leben gerettet, indem er sie mit Milch versorgte. Dabei hatte er das Milchpulver, das ihm in Auschwitz zufällig in die Hände fiel, eigentlich allein verbrauchen wollen. Im brutalen Lageralltag nämlich rechtfertigt die eigene Lebensgier für Weinberg auch Unmenschlichkeit: "Wenn Satan triumphierte, war alles Schlechte gut." Und deshalb ermordet er einen bereits todkranken Mithäftling, um an seiner statt dem Holocaust zu entrinnen.

All dies erzählt der Roman des 52-jährigen Autors Rafael Seligmann aus der Retrospektive. Inzwischen ist der Milchmann ein geachteter alter Mann geworden, der mit einer wesentlich jüngeren deutschen "Schickse" trotz seiner zänkischen Mischpoche in München inmitten von "Profi-Holocaustern" und "deutschen Judenbetrauerern" in einigem Wohlstand leben kann. Als ein Arzt Verdacht auf Krebs diagnostiziert, wird die Frage nach dem Überleben wieder aktuell: "Jakob Weinberg hatte in Auschwitz seine Angst nicht überwunden -- er hatte lediglich gelernt, sie zu unterdrücken. Die Angst hatte sich in seiner Seele eingenistet."

Glücklicherweise ist Seligmann kein zweiter Jurek Becker. Und so ist sein tragischer Protagonist eher zu einer ehrlichen, da glaubwürdigen Gegenfigur zum ebenfalls bemerkenswerten Jakob der Lügner geraten. Wie nebenbei entwirft der Autor dabei ein Panorama deutsch-jüdischer Zeitgeschichte, das bis zum Tod Itzhak Rabins aus jüdischer Perspektive immer wieder auch die Frage nach den Möglichkeiten vorurteilsfreien Miteinanders stellt. Die Politik allein könne die Zusammenführung der Gesellschaft nicht gewährleisten, schrieb Seligmann 1998 einmal in der Welt: "Sie braucht Künstler und Intellektuelle, die beobachten, fühlen und denken. Ich möchte einer von ihnen sein". Mit seinem Milchmann hat der Autor dieses Versprechen nach Romanen wie Rubinsteins Versteigerung (1991) und Die jiddische Mamme (1996) einmal mehr eingelöst. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Seligmanns Spezialthema: Wie lebt ein moderner Jude in Deutschland – wandelt sich ihm unter der Hand zur Geschichte von Gott, der die Juden nicht freigibt. ›Der Milchmann‹ ist für dieses gewandelte Thema Seligmanns reifstes Zeugnis.«
Günther Nenning, Welt am Sonntag

»Dies … beschreibt Seligmann glasklar, in den Dialogen seiner Protagonisten fast thesehaft zugespitzt und – wenn man unbedingt etwas einwenden möchte – manchmal ohne übertriebene Rücksicht auf die literarische Atmosphäre. Am Ende fühlt man sich bereichert – um Wissen, Verständnis, Hoffnung. Und noch etwas: Es gibt sie doch, die deutsch-jüdische Gegenwartsliteratur, die nicht allein von der Vergangenheit erzählt.«
Sibylle Thelen, Stuttgarter Zeitung

»Eine fiktive Gegenwartshandlung und auf Tatsachen beruhende KZ-Berichte verbinden sich in Rafael Seligmanns ›Der Milchmann‹ zum ersten deutschsprachigen Roman, der die seelischen Spätfolgen des grausamen Lageralltags für die Überlebenden der Schoah schildert.«
Süddeutsche Zeitung

»Rafael Seligmann hat in seinem Roman ›Der Milchmann‹ dieses Thema deutsch-jüdischer Zeitgeschichte aufgegriffen und dabei das Kunststück fertig gebracht, das Leben danach in seiner Hauptfigur namens Jakob Weinberg so zu fokussieren, dass Schmerz, Trauer, Scham und Schmunzeln zu einer wunderwaren Lektüre gerinnen.«
Neue Westfälische

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
"Der Milchmann" ist ein Buch, das sich sehr gut liest. Die Sprache ist eindringlich und offen, (bisweilen brutal, so bei der Schilderung von KZ-Erlebnissen), immer prägnant und zielstrebig, auch humorvoll. Weshalb mich aber das Buch besonders intensiv beschäftigt hat, ist die Thematik: das Leben der deutschen Juden im Nachkriegsdeutschland (München). Es ist erschreckend, wie allgegenwärtig für diese Menschen die Erinnerung an das KZ noch ist, wie unverheilt die (seelischen und anderen) Wunden bis in den Alltag hinein das Leben dieser Menschen bestimmen - und auch das ihrer Kinder! In dieser Hinsicht weckt das Buch die etwas verschlissene Sensibilität für das unfaßbare Leid der Juden neu, und ich empfehle es besonders Lesern der Nachkriegsgeneration (wie mir). Der Titelheld Jakob Weinberg hat die Sympathie des Lesers, und umso mehr ärgert es, daß er einige Fehler nicht mehr einsehen wird. So mischt er sich bis zum Schluß in das Leben seiner Kinder massiv ein, und kann sich in der Beziehung zu seiner Geliebten nie so fallen lassen, daß er echte Verantwortung für sie empfinden würde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesen!!! 22. November 1999
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Ein echter Seligmann! Freche Dialoge ohne falsche Rücksichtnahme. Ein fulminanter Einstieg und dann: Wieder einmal schaut der Leser wie durchs Mikroskop auf Leben und Denken der deutschen Juden. Schonungslos wie kaum ein anderer läßt Seligmann seine Leser ins ganz Private blicken. Und siehe da: Bei Weinbergs geht es zu wie anderswo: im Haus eines bayerischen Katholiken, eines schwäbischen Evangelen oder eines Berliner Atheisten: menschlich.
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Ernüchternd 22. April 2010
Format:Taschenbuch
In diesem Buch wird deutlich, wie schwer es ist, die Auschwitz-Erlebnisse zu verarbeiten. Selbst im Alter, sind die schlimmen Erfahrungen präsent und prägen das tägliche Handeln und Denken. Jakob Weinberg lebt als 70 Jähriger KZ-Überlebender in München, hadert mit seiner Liebe zu einer deutschen Frau, mit dem jüdischen Leben und sich selbst. Die Vermutung, an Krebs erkrankt zu sein, lässt ihn über sein Leben und das, was ihm wertvoll ist, reflektieren. Das Buch bietet einen Blick in das Innere eines alten Mannes, dem es nicht möglich war, die Schrecken der NS-Zeit aufzuarbeiten. Daneben erhält man Einblick in das gegenwärtige jüdische Leben in München.
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