Hier der lesende Beweis, dass ein bisher kaum hinter dem Deich hervorlugender Regional-Krimi mit einer handvoll recht oberflächlicher aber scheinbar harmloser Buchbesprechungen zu ungeahnt viel Aufmerksamkeit kommt. Als Querverweis zum aktuellen deutschen Krimi-Aufsteiger TANNÖD (A.M. Schenkel), bin auch ich diesem Tipp interessiert gefolgt und hab mich dann doch ein ganzes Stück besser unterhalten gefühlt, als beim eben genannten Krimi. - Der Erfolg sei Autor und Verlag gegönnt, denn der MILCHKONTROLLEUR ist einerseits spannend, andererseits witzig und kann sogar mit einem relativ überraschendem, auf jedenfall "krachenden" Ende aufwarten.
Der Protagonist, ist ...
Hans-Georg Allmers, der im Buch nur "Allmers" genannt wird, obwohl sein Bruder, der Staatsanwalt Werner Allmers, auch eine Rolle spielt, - also Hans-Georg Allmers hat den Fleiß nicht erfunden und ist's so auch zufrieden sich mit seinem Job als Milchkontrolleur. Den Hof der Eltern mit ein paar Ochsen und Hasen hält er, gemeinsam mit seiner verwitweten Mutter, auch noch am laufen.
DER MILCHKONTROLLEUR handelt wovon?
Eine im Dorf nicht eben sehr beliebte, aber häufig besuchte "Dame", wird - beim Einfangen einer ausgebüchsten Kuh - mit aufgeschlitzter Kehle irgendwo neben einem Misthaufen liegend, entsorgt wie "Müll", aufgefunden.
Dieser Mord ist der Ursprung allen Übels. Zufällig ermittelt Staatsanwalt Werner Allmers in diesem Fall. Er bittet "Allmers" (seinen Bruder) bei dessen Milchkontrollen, wo er ja mit allen Nachbarn der Ermordeten ständig in Kontakt ist, "das Ohr offen zu halten". Das macht Allmers auch und sogar gerne. Das ist freilich das Interessante an einem solchen Krimi: Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte ...
Schnell stellt sich heraus, dass die Ermordete mit beinahe jedem Bauer (mit "Allmers" selbst ja auch) mal "was hatte". Verdächtige gibt's wahrlich genug. Einige davon werden sogar verhaftet. Zu unrecht wie sich herausstellt. Es gibt sogar weitere Morde, bzw. Tote ... Es zieht viel Zeit ins Land. Unser Milchkontrolleur Allmers ist sehr oft zum Kuchen essen bei einer sehr sympathischen Bäuerin zu Gast, wo er auch die neuesten Gerüchte erfährt.
Apicula meint:
Ein sympathischer Kerl dieser Allmers, auch wenn er mit seinen Ermittlungen schließlich selbst in die Bredoullie gerät. Und außerdem verliebt er sich auch recht heftig, aber dafür so "nebenbei", dass man meint etwas überlesen zu haben. Das ist auch das einzige was an der Geschichte irritiert. So als ob man was verpaßt hätte, ist aus Allmers und Susanne auf einmal ein Paar geworden... Etwas komisch, wie sich das liest.
Spannend ist der Krimi aber trotzdem, denn der Autor bringt einige (illustre) Verdächtige ins Spiel und läßt den Leser bis zum Ende miträtseln, wer es denn war. Denn von den drei Menschen, die am Verdächtigsten sind - neben all jenen die zuvor zu Unrecht verhaftet wurden - könnte es jeder gewesen sein.
Krimi Fans, nicht nur jene aus dem "hohen Norden", dürften ihren Spaß an der Lektüre haben, das Schlimme ist: Man hat ständig einen Janker (*)(=Jieper) auf Kuchen und Torten!