Wieder mal ist Sabine Thiesler ein klasse Psychokrimi gelungen!
Joanathan Jessen kann den tragischen Unfalltod seiner über alles geliebten Tochter nicht verwinden, zumal der Unfallverursacher mit einer geradezu lächerlichen Strafe davonkommt. Er flieht vor der Erinnerung und vor sich selbst, bis er schließlich in Italien mit der jungen Sophia ein ganz neues Leben beginnt.
Der Clou an der Geschichte: Dieser Mann erweckt absolut das Mitgefühl des Lesers, ja sogar Sympathie, zumal er sich sehr für Sophia und deren Familie engagiert. Aber nach und nach kommt der Verdacht auf, dass mit diesem Mann irgendwas nicht stimmt. Der äußere Schein der Normalität trügt, denn die Vergangenheit lässt ihn nicht los und der Hass frisst sich wie Säure in sein Herz. Als der Zeitpunkt der Rache gekommen ist, ersinnt Jonathan einen niederträchtigen, perfiden Plan...
Das Buch ist wie gewohnt sehr locker und flüssig geschrieben und wird zum Ende hin spannend bis zum Äußersten!
Schön, dass die Handlung zum großen Teil wieder in der Toscana spielt, und natürlich ist auch der Polizist Donato Neri mit von der Partie und macht zu guter Letzt seinem Image wieder alle Ehre!
Bemerkenswert finde ich, dass die Psychopathen, die in Sabine Thieslers Romanen ja immer eine wichtige Rolle spielen, immer völlig unterschiedlich geartet sind und auf keinen Fall in ein gemeinsames Klischee passen.