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Der Menschenfeind (insel taschenbuch)
 
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Der Menschenfeind (insel taschenbuch) [Sondereinband]

Molière , Hans Magnus Enzensberger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 116 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 17 (3. November 1979)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458321012
  • ISBN-13: 978-3458321019
  • Originaltitel: Le Misanthrope
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,6 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 98.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Auf Schritt und Tritt begegneten mir, in München, Hamburg, Düsseldorf, Reaktionen, Mechanismen, Verkehrsformen, die denen der Komödie bis ins Detail glichen. Ich entdeckte, daß die Party, die am Abend des 4. Juni 1666 auf der Bühne des Theaters vom Palais-Royal begann, immer noch andauert- " Hans Magnus Enzensberger

Klappentext

»Ernstlich beschaue man den Misanthropen und frage sich, ob jemals ein Dichter sein Inneres vollkommener und liebenswürdiger dargestellt habe. Wir möchten gern Inhalt und Behandlung dieses Stückes tragisch nennen; einen solchen Eindruck hat es wenigstens jederzeit bei uns zurückgelassen, weil dasjenige vor Blick und Geist gebracht wird, was uns oft selbst zur Verzweiflung bringt und wie aus der Welt jagen möchte. «
Johann Wolfgang Goethe -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Molières der Menschenfeind ist ein Theaterstück dessen tragisch poetische Darstellung eines Misanthropen sich mit der menschlichen Gesellschaft, der Höflichkeit und unseren Umgangsformen beschäftigt.

Dieser Menschenfeind tritt für die totale Ehrlichkeit ein, nämlich jedem zu sagen was man denkt, auch verzichtet er auf jegliche Unehrlichkeit, Heuchelei und Schmeichelei. Sein Tun und wirken mag im einen Moment lächerlich, im anderen wiederum überzeugend und wahr wirken. So läuft es auf das Eine hinaus, nämlich das niemand immer Unrecht und niemand immer Recht haben kann.

Vor dem Hintergrund eines für Theater typischen Beziehungsdramas wird hier eine Situation in Szene die gesetzt, deren Wirkung verwirrend, humorvoll, einleuchtend und betrüblich zugleich ist. Der Stil dieses Werkes ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, da dieses Stück klassischer Literatur bzw. Theaterkunst mit einem älteren sprachlichen Stil und einer vor allem sehr komplizierten Machart und Handlung aufwartet.

Trotz allem ist die Gesellschaftskritik selbst nach Jahrhunderten noch genauso überzeugend, zumal es betreffende Gesellschaftskreise noch immer gibt und sicher noch für weitere Jahrhunderte geben wird, falls die menschliche Gesellschaft solange noch Bestand hat. Molière schildert neben der besonderen Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner Geliebten, noch den Kampf für Ehrlichkeit um jeden Preis, der den Menschenfeind im Streit mit seinen Rivalen bis vor Gericht führt.

Wer klassisches Theater bevorzugt ist hier willkommen und jeder Interessierte kann ohne Weiteres mal hinein schnuppern.

PS:
Einsteigern in diese Literatur empfehle ich jedoch zunächst ein anderes Werk Molières, „Der eingebildete Kranke", welches noch eine Spur verständlicher geschrieben ist und vor einem weniger komplexen Hintergrund steht.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von maxi
Format:Sondereinband
Enzensbergers Übersetzung hat mich überrascht, denn ohne die Rezensionen hier zu lesen habe ich mir eigentlich eine Version erhofft, die sich möglichst nahe an den Originaltext hält.

Auf Seite 2 des Textes war es jedoch bereits klar, was ich zu erwarten hatte:

"Hier, meine Nummer. Rufen sie mich an!"
ein Telefon... Molière lebte jedoch im 17.Jahrhundert...

Es mag sein, dass das urspr. Versmaß für die dt.Sprache ungeeignet ist und eine Übersetzung ohnehin nie dem Original gleichkommen kann, doch der Autor geht hier bei der Adaption doch sehr weit und das sollte jedem/r Käufer/in vorher bewusst sein.

Teils lädt diese Modernisierung zum Schmunzeln ein, ja ist manchmal auch richtig witzig, an anderen Stellen wirkt es jedoch sehr aufgesetzt und der Übersetzer verwendet Worte, die gar ein bisschen zu "hipp" sind, wie zB folgende im 1.Akt gebrauchten Begriffe veranschaulichen:

Hormonbehandlung, Jacht, Telefon, Gangstertum, Faschist, Tranquilizer, femme fatale, "Top-sein", Telex, Autoreifen, Plastikbechern, Humphrey Bogart, Business, Subkultur, cool, ...

Hier eine der wohl gelungeneren Passagen:

"wie ich das hasse! Dieses Party-Pack
es ist so glanzvoll wie Metallic-Lack
Derselbe spitze Schrei: ''You''re so wonderful!"
obs ein Genie ist oder eine Null.
Da werden Lob und Zärtlichkeiten zum Hohn,
und jede Freundschaft frisst die Inflation.
Nein, nein. Kein Mensch, der etwas auf sich hält,
legt Wert auf diese öde Plastik-Welt,
wo man sich als die Crème der Crème betrachtet,
und wo im Grunde keiner auf keinen achtet.
[...]
Mich wirft man nicht in einen Topf mit Leuten,
für die Moralbegriffe nichts bedeuten"

Das literarische Niveau hat mich jedoch meist enttäuscht,
von einem so bewunderten und angesehenen Autor habe ich mir weit mehr erwartet
und oft hat man den Eindruck, dass hier jemand zwar ganz nette,
aber doch recht banale Schüttelreime von sich gibt, wenn zB auf "cool" "Liegestuhl" gereimt wird, was aber natürlich wieder an DIESER Übersetzung liegt.

Auch inhaltlich war ich etwas enttäuscht und habe mir Tiefsinnigeres erwartet, auch wenn es an Banausentum grenzen mag, Moliere zu kritisieren (bzw. eben DIESE übersetzung).

Es ist dennoch ein amüsantes kleines Büchlein, mit passagenweise richtig humorvollen Momenten. Ein Buch, welches man allerdings in ca. einer Stunde durchgelesen hat, wenn überhaupt...

Der Einband ist übrigens nicht in hellblau, sondern in weiß und Moliere (als Cäsar verkleidet) ist in Farbe dargestellt.

Der/Die potenzielle Käufer/in sollte jedoch - nicht so wie ich - vielleicht zuvor in andere Übersetzungen reinlesen bevor er/sie sich zum Kauf entscheidet.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
Hans Magnus Enzensberger: Der Menschenfeind. insel taschenbuch - 6,00¤
Tragikkomödie. Erschienen 1666 als Uraufführung in Paris als französische Fassung von Molière. Erstauflage von Enzensbergers Übersetzung des "Menschenfeindes" oder "Le Misantroph" 1979.
Diese Übersetzung zeigt die Übertragung von Molières Menschenfeind in das Deutschland um 1970. Der Protagonist Alceste (von Beruf Kritiker) hasst die Menschen und vor allem deren Eigenschaften, so z.B. Schmeicheleien und aufstiegsgierige Menschen. Ständig ist er sie am kritisieren und ändert selbst dann seine Meinung, wenn andere im zustimmen. Selbst an seinem besten Freund Philinte und seiner Freundin Celimène hat er kein gutes Haar auszusetzen. Das Stück spielt auf einer Party Celimènes, bei der der "karrieregeile" Oronte um eine Kritik des Alceste bittet. Als dieser ihm klarmacht, dass aus dessen verfasstem Schriftstück "...ein Mief, derart verschwitzt, und dumpf, und intensiv [dringt]...", schwört Oronte Rache und verwickelt Alceste in eine Intrige. Diese führt auf den damaligen Paragraphen 88A zurück, laut dem Verfassern von gewaltverherrlichende Schriften, die gegen die Richtlinien des Staates gerichtet sind, bis zu drei Jahren Haftstrafe erwarten.
Seine Freundin und gleichzeitig Gegenspielerin Celimène, die alles verkörpert, was Alceste hat, stellt sich ebenfalls gegen ihn, indem sie ständig Affären mit anderen Männern hat und durch ihre Lebensweise provoziert.
Am Ende verliert Alceste seinen Prozess und seinen Ruf bzw. seine Anerkennung als Kritiker, durch die Intrige des Orontes.
Auch Celimène will nicht mit ihm gehen, da ihr die Gesellschaft wichtiger ist.
Enzensberger benutzt den "Menschenfeind" als Sprachrohr seiner Meinung und seiner Poetologie. Er verfasst ein stark gesellschaftskritisches Stück und will der Gesellschaft zeigen, dass sich seit 1666 nicht geändert hat. Dass die middle class stets auf ihren Standpunkten verharrt sind und die Menschen im Grunde nur Typen sind.
"Der Menschenfeind" ist ein schwer einzuordnendes Stück. Die Handlung verläuft sehr tragisch, enthält allerdings auch komische Momente. Zudem kann man durch die Verwendung von Typen, anstelle von Individuen, wenig Mitleid mit dem Protagonisten empfinden. Außerdem hat Enzensberger die politischen Aussagen nur vage formuliert, was es schwer macht ihre Bedeutung herauszufinden. In der damaligen Zeit, als seine Kritik noch aktuell war, war dies für die Leser wahrscheinlich leichter wahrzunehmen. Dennoch ist dieses Buch leicht zu lesen und erfrischt den Leser mit seiner modernen und oft auch derben Sprache. Außerdem sind die komischen Momente sehr erheiternd und es ist interessant zu sehen, wie wenig sich die Gesellschaft geändert hat und auch ändern wird. Sehr wahrscheinlich werden dem ein oder anderen manche Szenen sehr bekannt vorkommen und an den eigenen Alltag erinnern.
Alles in allem kann ich Enzensbergers Übersetzung des "Menschenfeindes" nur empfehlen.
Denn selbst, wenn man nicht sehr angetan von dem Stück ist, hat man wenigstens nicht allzu viel Zeit daran verbracht.
Aber gewiss wird man nach dem Lesen vieles neu betrachten und erkennen.

Leseprobe: S.56-63 (Gespräch zwischen Celimène und Arsinoé.Verhasste Freunde.)
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