Beim Lesen des Titels ist man geneigt einen anderen Buchinhalt zu erwarten. Daher empfiehlt es sich dem Untertitel mehr Glauben zu schenken. Insgesamt behandelt das Buch einen historischen Überblick über die Entwicklung der Agrikultur und deren Nebenerscheinungen. Beginnend beim Jäger und Sammler über das Sesshaftwerden bis zur neuzeitlichen High-Tech-Agrikultur mit Genmanipulation erhält der Leser einen interessanten Überblick. Obwohl vieles den Meisten bekannt ist, gibt es doch mehrere unbekannte Fakten. Interessant ist jeweils dass der Mensch im Nahrungsanbau jeweils Entwicklungsschübe kannte bei Mangelerscheinungen, so insbesondere in Kriegszeiten (z.B. Erfindung der Konservendose). Ebenfalls zeigt der Autor dass radikale politische Systeme ihre Bevölkerung zumeist in eine Ernährungs-Sackgasse manövrierten (Sowjetunion, China,...). Der gesamte Bevölkerungsanstieg des Planeten ist durch veränderte Produktionsmethoden erreicht worden, wobei insbesondere die Verwendung von produktiveren Pflanzensamen sowie Kunstdünger (seit dem 20.Jahrhundert) oder Gentechnologie (in den letzten Jahrzehnten) den Aufschwung bewirkt hat. Die negativen Folgen dieser Anbaumethoden werden ebenfalls erwähnt, wobei der Autor die zukünftige Entwicklung eher offen lässt, und nicht in den Pessimismus verschiedener anderer Kritiker verfällt.
Insgesamt ein interessantes Buch, wobei ich persönlich den ersten Teil etwas schwieriger empfand. Fliessender wurde die Lektüre erst ab Buchmitte.