Wozu, möchte man fragen, werden Tabellen, Daten und Zahlen noch zwischen zwei Buchdeckel gedruckt, wo wir doch das Internet haben? Ganz einfach: Ein solches Nachschlagewerk bietet einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für Internet-Recherchen. Die hier gefundenen Stichwörter, Erläuterungen und Zahlenangaben erleichtern ein schnelles Auffinden seriöser und aktualisierter Daten im Internet. Hilfreich in diesem Buch ist, dass etliche Angaben gleich mit Internet-Adressen versehen wurden.
In den Medien wird viel erzählt: Dies hier ist eine Referenzquelle zur kritischen Überprüfung.
Nicht zu unterschätzen ist (besonders für den Nichtfachmann) das Problem herauszufinden, wie vertrauenswürdig und solide eine Internetquelle ist. Anhand eines solchen Werkes wie "Der Mensch in Zahlen" kann man Daten einigermaßen auf Plausibilität prüfen. Dies gilt natürlich auch für Aussagen oder Behauptungen, die in sonstigen Medien auftauchen. Ein solches Werk ist somit im Internet-Zeitalter nicht etwa überflüssig, sondern ermöglicht erst eine optimale Nutzung dieses Mediums.
Der Körper - Gesundheit - Herkunft des Menschen - Bevölkerungsentwicklung.
Der Mensch in Zahlen ist ein Nachschlagewerk zu Fragen rund um den Menschen und seine Gesundheit. Kurze Einführungen in die jeweiligen Themengebiete setzen die Zahlen in einen größeren Kontext und geben dem medizinisch nicht so sattelfesten Leser Hintergrundinformationen mit.
Den einzelnen Kapiteln sind "Zahlen zum Staunen" vorangestellt. Und in der Tat: Die Zahlen lassen etwas von der Unbegreifbarkeit unseres eigenen Seins erahnen: Wie, bitte schön, können 100 Billionen Zellen sinnvoll und erfolgreich so kommunizieren, dass sie zusammen einen gesunden Menschen ausmachen? Ernährung, Kreislauferkrankungen, AIDS, Krebs und Todesursachen werden ebenso behandelt wie Alkohol, Tabak, Drogen und Medikamentenverbrauch. Zur derzeitigen Debatte über das Rauchverbot, beispielsweise, lassen sich schnell die harten Fakten nachschlagen. Interessant sind auch die Tabellen zur Evolution des Menschen und zur Geschichte der (Bio)medizin. Vom demographischen Wandel lesen und hören wir täglich. Im Kapitel "Bevölkerungsentwicklung" findet sich die detailliertes Zahlenmaterial. In einem solchen Nachschlagewerk dürfen natürlich Umrechnungstabellen nicht fehlen. Auch diese sind vorhanden und wir lernen, wie viele Nullen die Vorsilben Giga-, Tera-, Peta- und Exa- nach sich ziehen.
Ein Tipp für Kabarettisten und Spaßvögel: Schaut doch da mal rein! Mensch und Peking-Ente, beispielsweise, unterscheiden sich nur in elf Aminosäuren im Protein Cytochrom C. Da muss sich doch was daraus machen lassen!
Das Tabellenwerk ist übersichtlich gegliedert und gut lesbar dargestellt. Mit einer gründlicheren Korrektur hätten sich jedoch einige Flüchtigkeitsfehler im Text der mir hier vorliegenden 3. Auflage von 2007 vermeiden lassen.
Das Buch kann ich einem Leserkreis empfehlen, der natürlich weit über die erwähnten Kabarettisten hinausgeht. Ich denke an Lehrende an Schule und Hochschule, Studenten und alle, die sich kritisch mit den harten Fakten des menschlichen Seins auseinandersetzen möchten und die nicht jede Zahl glauben, die in die Welt hinausposaunt wird.