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Der Mensch in der Revolte
 
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Der Mensch in der Revolte [Taschenbuch]

Albert Camus , François Bondy , Justus Streller
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 28 (2. Juli 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499221934
  • ISBN-13: 978-3499221934
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,6 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 98.088 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Albert Camus
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Unsere Verbrecher sind nicht mehr jene entwaffneten Kinder, die zur Entschuldigung die Liebe anriefen. Sie sind im Gegenteil erwachsen und haben ein unwiderlegbares Alibi, die Philosophie nämlich, die zu allem dienen kann, sogar dazu, die Mörder in Richter zu verwandeln." Mit der hier vorliegenden Essaysammlung setzt der Autor die Tradition der französichen Moralisten fort. Das strenge und anspruchsvolle Werk ist eine Absage an die Auffassung, daß Geschichte ein sinnvoller Ablauf sei. Er versucht nachzuweisen, daß die politischen Ideen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis heute Konstruktionen und Utopien waren, da sie das Absolute wollen, und deshalb notwendig ins Absurde, in Terror und legitimierten Mord einmünden mußten.

Über den Autor

Albert Camus wurde am 7. 11. 1913 bei Annaba (Algerien) als zweiter Sohn einer europäischen Einwandererfamilie geboren. Der Vater, ein Franzose, fiel 1914 im Krieg, die spanischstämmige Mutter musste die Kinder als Putzfrau ernähren und der dominanten Großmutter zur Erziehung überlassen. Camus wuchs in einem armen Stadtviertel Algiers auf. Dort besuchte er die Ecole primaire; 1924 konnte er als Stipendiat in das Lycée von Algier eintreten. 1930 Erkrankung an Lungentuberkulose. Nach dem Abitur Aufnahme eines Philosophiestudiums, das Camus durch Gelegenheitsarbeiten finanziert. Gleichzeitig erste schriftstellerische und künstlerische Versuche. 1934 erste Ehe, die 1940 geschieden wurde. 1938-1940 Arbeit als Journalist bei der progressiven Zeitung «Alger républicain» (später «Soir républicain»). Camus` Artikelfolge über das Elend der algerischen Landbevölkerung und das Verbot der Zeitung machten ihm eine weitere berufliche Betätigung in Algerien unmöglich. Daher 1940 Übersiedlung nach Frankreich. Mit seiner zweiten Frau, Francine Faure, kehrte er 1941 nach Algerien zurück, wo beide als Lehrer arbeiteten. 1942 Kuraufenthalt im französischen Bergland. Eine Anstellung als Lektor bei Gallimard und die Zugehörigkeit als Résistance - Camus übernahm 1944/45 die Leitung der Widerstandszeitung «Combat» - banden ihn zunehmend an Paris. Freundschaftliche Beziehungen zu Sartre und dessen existenzialistischem Kreis. 1946-1952 Reisen in die USA, nach Südamerika und mehrmals nach Algerien. An der mit Härte und Leidenschaft geführten Debatte um «Der Mensch in der Revolte» (1951) scheiterte die freundschaftliche Beziehung zu Sartre. 1958 begann er mit der Arbeit an dem erst 1994 postum veröffentlichten Roman «Der erste Mensch». Am 4. Januar 1960 verunglückte Camusbei einem Autounfall tödlich.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "iferner"
Format:Taschenbuch
In dem Klappentext ist die Rede von einem "strengen und anspruchsvollen" Werk, das Albert Camus mit "L'Homme révolté" vollbracht hat. Ich kann mich dieser Meinung nur voll und ganz anschließen, da dieses Buch sehr viele Anspielungen auf die gesamte Kulturgeschichte Europas enthält und nicht ohne Fremdwörter- und Autorenlexikon zu bewältigen ist. Der Schwerpunkt des Buches liegt aber in der kulturellen, politischen und philosophischen Entwicklung des Abendlandes seit der französischen Revolution.

In Camus' umstrittenem Werk, wegen dem sich sein langjähriger Freund Jean-Paul Sartre von ihm abwandte, vertritt er die Überzeugung, dass die gesamte Periode nach der französischen Revolution durch den Nihilismus geprägt wurde und ihn bis heute nicht überwunden hat.
Zur Unterstützung seiner Thesen führt Camus exemplarisch die zwei politischen Hauptströmungen des 20. Jahrhunderts und schließlich deren Scheitern im Nihilismus an. Zum einen den Nationalismus, der durch den "Nerobefehl" in den letzten Zügen des Dritten Reichs, den einzigen Wert, den der Rasse, verleugnete. Zum anderen den Kommunismus, der mit seiner angeblichen Liebe zum zukünftigen sozialistischen Menschen, die schlimmsten Verbrechen rechtfertigte. So unterschieden sich der sowjetische Gulag und die Konzentrationslager der Nazis nur durch theoretische Überlegungen, nicht aber in der Konsequenz.
Camus entzieht sich den Dogmen der Extreme und versucht, das in unserer Zeit verloren gegangene Maß wiederzufinden. Er relativiert, indem er eines nicht relativiert, und zwar den Wert des Lebens. Er versucht dem Leben wieder einen schöpferischen Wert zu geben, doch nicht durch Religion, sondern durch Rückbesinnung auf die menschliche Schöpferkraft, dem Menschen als Künstler. Aber auch als Politiker, der in der Revolte sein Ausdrucksmaß gegen die Ungerechtigkeit in der Welt findet, aber deshalb nicht zum Misanthrop und Massenmörder wird.
Camus ist dabei zu keiner Zeit naiv, denn er weiß, dass es zu allen Zeiten Leid und Elend auf der Welt geben wird, und dass Iwan Karamasovs Schrei nach dem "Warum?" ewiglich durch die Geschichte der Menschheit hallen wird. Vielmehr versucht er Wege zu zeigen, um dieser Welt, trotz allem Leid und Elend, wieder einen Wert und eine Schönheit zu geben, die sie in unserer Zeit verloren zu haben scheint.

Ich glaube nicht, dass ein Buch einen schöneren und edleren Anspruch haben kann. Sie sollten selbst herausfinden, ob Camus ihn erfüllt. Ich persönlich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, und halte es für eines der besten Bücher die je geschrieben wurden. Es ist die intensive, teils schwierige Auseinandersetzung, die es erfordert, in jedem Fall wert.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verteidigung der Freiheit 14. Dezember 2005
Format:Taschenbuch
Albert Camus setzt seine Überlegungen über die Absurdität und dem Mord mit dem Menschen in der Revolte fort. Die Revolte ist die Unvernunft und das Unverständnis über das menschliche Leben. Er versucht den Mord aus philosophischen Überlegungen zu Rechtfertigen und diesen zu überprüfen. Zuerst beschreibt er die metaphysische Revolte. Der Revoltierende ist jemand, der nein sagt zu den bestehenden Verhältnissen. Er kämpft für seine Unversehrtheit. Die metaphysische Revolte ist der Tausch zwischen dem Regime der Gnade und dem der Gerechtigkeit. Camus beschreibt die Negation Gottes an den Beispielen von Marquis de Sade, John Milton, Iwan Karamasow und Nietzsche. Der Revoltierende setzt sich mit Gott gleich. Daraus folgt, dass er eine neue Weltordnung entdecken muss. Als logische Folge beschreibt er nach der metaphysischen Revolte die historische Revolte.

Zu Beginn war die Revolte eine Loslösung aus der Knechtschaft. Der Sklave wollte die Gleichheit mit seinem Herrn und damit dieselben Rechte haben. Erst die französische Revolution wollte den Bürger als Souverän des Staates haben. Danach war Hegel für die Sozialisten das Maß der Dinge. Seine Dialekt von Herr und Knecht wurde von ihnen bereitwillig aufgenommen. Der individuelle Terrorismus der russischen Nihilisten sorgt in Russland für Chaos und Revolte. Für sie war der Tod der höchste Protest. Camus Zeigt, dass jeder politische Umsturz durch ein neues Gewaltsystem ersetzt wurde. Dieser Terror fand mit dem dritten Reich und den sowjetischen Konzentrationslager seinen Höhepunkt.

Camus beantwortet seine anfängliche Frage damit, dass das Töten mit der Revolte nicht vereinbar ist. Die Freiheit des Revoltierenden endet bei der Freiheit des anderen Menschen. Die Revolte negiert die Revolution, da sie die Gewalt annimmt. Die Revolte macht der vollständigen Freiheit den Prozess. Sein Fazit lautet, dass der Mord keiner Rechtfertigung bedarf.

J.P. Sartre nahm den Mensch in der Revolte zum Anlass zur Kritik. Ich denk, dass er die unterschiedliche Auffassung in Bezug auf Hegel und Marx kritisierte. Camus endet mit der Überlegung, dass man in einer hellenistischen Gesellschaft leben sollte. Für J.P. Sartre hat das menschliche Sein immer mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu tun. Er fordert Engagement in der Situation, dieses bedeutet, sich auf die Zukunft hin zu entwerfen. Das vermisst er bei Camus.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Camus' (1913-1960) Höhenflug aus Philosophie und Literatur unter dem Aspekt des Aufbegehrens, des Dämonischen, des Neins und des Nihilismus, der Freiheit und des Absurden begeistert. Das Leben der Revolte begleitet ihn gedanklich mit Beginn der Revolution, die nur eine gewalttätige und damit falsche Art der Revolte ist. Und mit den Größen der Welt fliegt er durch die Zeit und ihre Ereignisse. Kultur, Politik und Poesie sind seine Felder, in denen er die Ausgrabung der Menschen in der Revolte vollzieht. Wo man auch beginnt, Camus brilliert in Zusammenhängen.

Vom Surrealismus, nochmals unter anderem Aspekt in Folge von Rimbaud und der Bedeutung unter Breton, eine wunderbare Nietzsche Auflösung in der Interpretation des Missbrauchs und die Umwertung des Wertes vom Willen zur Macht und des Übermenschen. Vom Tod durch andere und vom Selbstmord im Angesichte des Lebens, das dem Individuum nur eine Chance im Absurden zur Gesellschaft gibt. Die ewige Wiederholung des Gleichen ist der ruhende und wiederholende Mittag bei Nietzsche und das Glück bei Sisyphos, dem Camus einen Mythos verlieh.

Von der Freiheit bei Dostojewski und dem Schrei der Karamasows zum Warum des Lebens, dieses Warum? sich ja eines Tages unweigerlich erhebt aus diesem Überdruss, in dem sich Erstaunen mischt, wie Camus im Mythos bereits feststellte. Über die Werte von Marx und Nietzsche und ihrer unschiedlichen und doch gleichen Zielsetzungen, in der Abgrenzung von Feuerbach, Schopenhauer und Kierkegaard oder in der Perspektive der phänomenologischen Dialektik im kurzen Schaffen eines Hegels, von der Religion und der Negation Gottes in der Dichtung von Miltons verlorenem Paradies, Blakes Hochzeit zwischen Himmel und Hölle in einer neuen Genesis, de Sades Tage von Sodom bis hin zu Rimbauds Saison in der Hölle, der in den jungen Jahren sein Genie entwickelte, verbarg in der Folgezeit und in der Bekehrung auf dem Sterbebett sein Genie zurückfand, erst im Verlassen der Gesellschaft sich zum Ja zu ihr aufraffen konnte. Alles Leben ist ein revoltieren gegen das Bestehende, um es doch wieder zu erhalten. Das Absurde in der Ausprägung einer Philosophie und doch wie ein Schrei in die Welt, in der Camus seinen Platz sucht. Keine Existenz im Sinne Sartres, sondern wirklich in Übereinstimmung mit der Welt wie sie ist, wo das Absurde aufhört zu sein, wenn der Mensch eintritt in diese seine Welt, um ihr Glück, Liebe und Schönheit zu verleihen. Ein Ja zu allen Gesetzen gibt den höchstmöglichen Freiraum innerhalb der Grenzen. Auto Nomos, so Kant bereits, bei Nietzsche in höchster Ausprägung und nun bei Camus gefeiert. Ein höchst interessantes Werk, ein Begleiter und Interpretationshelfer vieler literarischer Größen.

Camus gelingt es, mit den Menschen, Dichtern und Schriftstellern, den Philosophen und Denkern aus der ihnen innewohnenden revoltierenden, aufsässigen, verurteilenden, der Gesellschaft entgegenstehenden Art, das Trennende, Entzweiende, das Absurde zu erkennen, zu demaskieren und in eine einzigartige Liebeserklärung an das Leben zu verwandeln. Denn er weiß, dass Dimitri Karamasows "Warum" nie aufhört zu schallen und dass gerade in diesem gesunden Skeptizismus eine dem Leben zuträgliche Revolte gegeben ist. Cioran ist so ein Beispiel des Denkens auf Mittagshöhe, welches zeigt, "Kunst und Revolte werden erst mit dem letzten Menschen sterben."

Dieses Werk verdient unbedingte Beachtung.
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