Der opulente Fotoband zeigt viele aktuelle Beispiele dauerhafter und temporärer Kunstwerken in Parks und opulenten Gärten aus ganz Europa. Es geht hier also nicht um Gartenkunst, sondern um Kunstwerke in Parks, Gärten und dem öffentlichen Raum. Nur wenige der gezeigten Beispiele dienen als Vorbilder für die Umsetzung im Privatgarten, doch zusammen mit den Bildlegenden geben sie Anregungen, schärfen den Blick und das Kunstverständnis der Betrachter. Der Garten ist ja an sich ein Kunstwerk, doch wo beginnt, zum Bsp. beim Aufstellen von Skulpturen, Kunst und wo hört Dekoration bzw. Kitsch auf? Was sagt uns das Kunstwerk, mit welchen Mitteln berührt oder irritiert es uns in der Umgebung eines Gartens?
Die Texte sind angenehm sachlich und sehr kenntnisreich, eingestreute Zitate von Philosophen, Dichtern und Künstlern greifen die Stimmungen der Fotos auf und regen zum Nachdenken an. Die Autorin hält sich in der Interpretation der Kunstwerke angenehm zurück und beschränkt sich auf die Fakten oder lässt die Zitate sprechen. Die Kapitel beschäftigen sich mit den Themen Kunst und Kitsch, Kunst in der Geschichte, in anderen Kulturräumen, Materialien der Kunstwerke, Stile, ihre Wirkung auf den Gartenraum, die Wahrnehmung von Kunstund vielem mehr.
"Das Buch möchte Sehnsucht nach Schönheit, Kunst und Kreativität wecken", schreibt die Autorin. Das ist der Kunstgeschichtlerin und Initiatorin des jährlichen Gartenkunst-Festivals auf Schloss Ippenburg, mit diesem Werk hervorragend gelungen.