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Der Meister und Margarita, Roman,
  
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Der Meister und Margarita, Roman, [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Berlin, Kultur & Fortschritt 1968, (1968)
  • ASIN: B003N5DEVQ
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (75 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.440.757 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michail A. Bulgakov
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Kundenrezensionen

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78 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Jahrhundertwerk 18. Januar 2006
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Wenn ich meine zehn Lieblingsbücher aufzählen sollte, wäre ich ratlos -- mindestens 500 sollten es schon sein, die auf die berühmte einsame Insel mitkommen dürften. Aber man könnte mich fragen, ob "Der Meister und Margarita" von Bulgakow mit von der Partie wäre, und darauf würde ich ohne Zögern mit "ja" antworten.
In diesem Roman kommt unendlich vieles zusammen, und man kann ihn auf unendlich viele Arten lesen: Als bitterböse Satire auf Stalins Staat und als philosophische Abhandlung, als phantastische Abenteuer- oder Spukgeschichte, als die ultimative Liebesgeschichte schlechthin... und natürlich ist diese Aufzählung längst nicht vollständig.

Moskau, Ende der 1920er Jahre. Karwoche. Auftritt der Teufel persönlich, der in der Freitagnacht seinen alljährlichen Hexenball geben will. Bis es dazu kommt, ist in Moskau buchstäblich der Teufel los, und Funktionäre (insbesondere die regimekonformen Literaten), Denunzianten, Mitläufer und sozialistisch übertünchte Spießer bekommen gründlich ihr Fett weg; Schadenfreude darf sich hier auf höchstem Niveau ausleben. Bereits der Romananfang an den friedlichen Moskauer Patriachen-Teichen ist ein satirisches Meisterwerk, das auf allen denkbaren Ebenen zuschlägt. Bulgakov scheint hier die alte Regisseurs-Weisheit in die Literatur zu übertragen, der zufolge man die Handlung mit einem Erdbeben zu beginnen und dann allmählich zu steigern habe. Aber der satirische Rundumschlag ist nur einer der vielen Aspekte dieses Jahrhundert-Romans.
Eigentlich geht es nämlich um die Geschichte von Margarita und um ihre Liebe zum Meister. Die beiden sind die Lichtgestalten im Roman; die einzigen, denen der Teufel nicht übel mitspielt, sondern denen er hilft. Margarita sucht verzweifelt ihren Geliebten, den Meister, der einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, nachdem Literaturfunktionäre sein Werk als kontrarevolutionär gebrandmarkt haben (in Stalins Staat schon fast ein Todesurteil). Sein Manuskript hat er verbrannt -- ein philosophisch angelegter Pilatus-Roman, der um die zentralen Themen Macht, Wahrheit und Wahrhaftigkeit kreist, -- und nun befindet er sich in einer Nervenheilanstalt. Um den Meister wiederzufinden, willigt Margarita ein, auf dem grandiosen Hexenball als Gastgeberin aufzutreten. Der ultimative Hexensabbath ist angesagt mit allen Schikanen und allem Zubehör... und die Suche nach dem Meister geht weiter.

Den verschiedenen Handlungs- und Stilebenen in "Meister und Margarita" entspricht der Aufbau des Romans; meist wechselt von Kapitel zu Kapitel der Schauplatz: Von Stalins Moskau in das Jerusalem um 33 n.Chr., vom teuflischen Generalangriff auf realsozialistische Verlogenheit hin zur Wahrhaftigkeit Margaritas und zum philosophischen Disput zwischen Pontius Pilatus und Jeschua ha-Nasri (d.i. Jesus von Nazareth) als Roman im Roman. Trotz der deutlichen Schnitte ist die Handlung nicht zusammenhanglos; ein dichtes Geflecht aus Motiven, parallel gestalteter und einander reflektierender Figuren und Handlungen verbindet die Handlungsstränge zu einem in sich ruhenden Ganzen.
Da diese Vielschichtigkeit (und vieles andere ebenfalls) auch in der deutschen Fassung hervorragend zutage tritt, muss man unbedingt auch den Übersetzer, Thomas Reschke, für diese Leistung loben.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Man folgt ihm gern 12. August 2010
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Man muss ein wenig über die historische und persönliche Situation Bulgakows wissen, um diesen Roman mit Gewinn zu lesen - sonst kann er einen leicht verwirren. Bulgakow war einer der wenigen Dissidenten in der Stalinzeit, er war zwar bereits als Schriftsteller erfolgreich, erhielt aber später Publikationsverbot und versuchte in den 12 Jahren, in denen er bis zu seinem Tod 1940 diesen Roman schrieb, sich schadlos zu halten für eine Wirklichkeit, in der seiner Meinung nach alles falsch lief.
Die politische Kaste war zu mehr oder weniger korrupten Funktionären und Apparatschiks verkommen, die auf Machterhalt und diesseitigen Materialismus eingeschworen war. So fängt der Roman damit an, dass zwei typische Repräsentanten jener Zeit vom Teufel, Voland, eines Besseren belehrt werden. Entgegen dem skeptischen Rationalismus des einen, eines Lyrikers namens Besdomny, sagt Voland den unmittelbar bevorstehenden Unfalltod von dessen Begleiter Berlioz voraus und führt ihm und Berlioz den römischen Statthalter Pontius Pilatus in natura vor, wie der den gefangenen Jesus gegen sein Gefühl und Gewissen der cäsarischen Staatsräson opfert. Damit demonstriert der Teufel den beiden Ungläubigen persönlich die historische Existenz von Jesus Christus.

Klar, dass solche übernatürlichen Umtriebe im platten, stumpfsinnigen, bürokratischen Betrieb nur Verwirrung stiften und den vorhersehbaren, aber hilflosen Versuch der zuständigen Behörden provozieren, solchem Unwesen Einhalt zu gebieten nach dem Muster: Was nicht sein kann, darf nicht sein. Besonders weil der Teufel und seine Gefolgschaft nun erst so richtig ihr Unwesen zu treiben beginnen: Voland tritt in einer groß angekündigten Magier-Show auf, dort beglückt er die Menschen mit Geld, das vom Himmel regnet, und die Frauen mit herrlichen Kleidern und Accessoires.
Im zweiten Teil des Buches erreicht das teuflische Treiben dann den eigentlichen Höhepunkt. Im Mittelpunkt dieses Teils steht die schöne Margarita, die einen glücklosen Schriftsteller namens Meister liebt und ihm treu zur Seite steht. In diesem Schriftsteller hat Bulgakow sein Selbstporträt geschaffen. Meister hat auch den vom Teufel verwendeten Pilatus-Roman geschrieben, aber nur Hass und Spott dafür geerntet. Margarita als begeisterte Hexe wird nun die Ballkönigin des teuflischen Frühjahrsballes, auf dem all die großen Schurken und Verbrecher der Vergangenheit auftreten - hier wird man an Dantes "Göttliche Komödie" erinnert wie gleichzeitig das ganze Buch eine Variante des Goetheschen "Faust" ist: Meister als Faust, der schließlich mit seiner geliebten Margarita dem Teufel folgt und in andere, überzeitliche Dimensionen entschwindet.

Der Hauptteil des Romans besteht also aus dem teuflischem Schabernack, der die Offiziellen zur Verzweiflung treibt - ständig herrliche Gelegenheiten zur grotesken Satire à la Gogol - einmal sitzt beispielsweise nur ein Anzug am Schreibpult und führt die Schreibarbeiten aus. Diese teuflische Gegenwelt ist abenteuerlich, anarchisch, lustbetont, sie bringt das triste, regulierte Leben ins Wanken. Bulgakow lebte, man merkt es, 12 Jahre lang in dieser viel spannenderen fiktiven Gegenwelt. Und in den Pilatus-Szenen bringt er sich selbst ins Spiel: So wie Christus ein guter Mensch ist, der sich von Hass und Ungerechtigkeit nicht beirren lässt und standhaft bis zu seinem Tod dem Repräsentanten der Macht seine Wahrheit sagt, so mag er sich selbst gesehen haben, als einzelner ohnmächtig dem Establishment gegenüber. Diese Pilatus-Szenen sind mit tiefem Ernst geschrieben, während bei den satirischen Teufelsszenen eine robuste kindliche Fabulierlust ihre fröhlichen Urständ feiert: "Leser, mir nach!" heißt es wiederholt und man folgt ihm gern. Vielleicht konnte nur ein solcher Schriftsteller am Ende dem Teufel diese Wahrheit in den Mund legen: "Alles wird richtig werden, darauf beruht die Welt." (485).
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Melville
Format:Taschenbuch
Wie umschreibt man ein Werk, das so herausragend und sonderbar ist, daß es in der gesamten Weltliteratur nicht seinesgleichen hat, und vermutlich niemals haben wird?

Zunächst einmal die obligatorischen Superlativen: Meister und Margarita, Bulgakows letzter Roman und zugleich Vermächtnis an die Nachwelt ist eines dieser Werke, von dem man sich zunächst keine genaue Vorstellung machen kann, ehe man es nicht selbst gelesen hat. Während der Lektüre gerät man von der ersten Seite an in einen Zustand des Erstaunenes, der bis zum fulminanten Ende hin anhält. Hinterher dann wird man noch lange brauchen, um alles Gelesene, alles "Erlebte" zu verarbeiten und einzuordnen, nicht zuletzt ist eine erneute Lektüre fast schon unablässlich - fest steht jedoch: die Geschichte vom Meister und seiner Liebe zu Margarita, Voland und seinem Gefolge, dem jungen Literaten Iwan und nicht zuletzt Pontius Pilatus und Jesus wird einen nie wieder loslassen.

Was es so einzigartig macht, ist schwer zu erklären, und so abgedroschen es auch klingen mag: man muss es selbst gelesen haben um all die euphorischen, aber keineswegs übertriebenen Rezensionen nachvollziehen zu können. Ich möchte es trotzdem versuchen und auf die wesentlichen Aspekte eingehen.

Eine an und für sich simple Grundidee (der Teufel zu Besuch in Moskau) genügt Bulgakow, um einen Sturm phantastischer Ideen zu entfesseln. Ähnlich wie in seinen Kurzgeschichten und Erzählungen gelingt es ihm, aus nur einem kuriosem Umstand heraus eine mitreißende und irrwitzige Geschichte zu entwickeln. Voland und sein Gefolge mischen Moskau, seine Bürger und das unüberschaubare Wirrwarr aus Bürokratie und Staat auf. Bei vielen dieser Szenen habe ich mitunter Tränen gelacht, so grandios sind die Satire und Situationskomik, ganz im Stile Gogols. Hier läuft der Autor zur Höchstform auf, und ebenso wie Voland entlarvt er die bizarren Zustände im Russland der damaligen Zeit.

Der Roman im Roman ist keine völlig neue Erscheinung, hier aber verkommt sie nicht zum reinen Selbstzweck, hier ist sie ein wesentlicher Bestandteil, beide Geschichten treiben einander voran und erleichtern das Verständnis. Vor allem die Art und Weise, wie die beiden zunächst völlig unterschiedlichen Handlungen miteinander verwoben werden, ist genial gelungen. Hiermit gibt sich der Autor jedoch noch nicht zufrieden, Personen und Schauplätze wechseln ständig, der Roman ist polyphon aufgebaut, die Erzählweise modern, das Tempo hoch - dem Leser wird kaum eine Verschnaufpause gegönnt, aber er wird vom Autor auch nicht im Stich gelassen. Konsequent führt er nach und nach alle Handlungsstränge zusammen und löst das anfangs verwirrende Geflecht überzeugend auf.

Hinter dem scheinbar satirischen Roman verbirgt sich viel philosophisches Gedankengut, ganz in der Tradition von Dostojewski geht es auch um die ewigen Fragen, die die Menschheit bis heute beschäftigen: um die Rolle von Gut und Böse in der Welt, um Erlösung und Auferstehung, um Liebe und Unsterblichkeit.

Nicht zuletzt die Liebesgeschichte zwischen dem Meister und Margarita, die einzigen Menschen in ganz Moskau, die sich nicht korrumpieren und verführen lassen, denen der Teufel nichts anzuhaben vermag. Immer rührend, niemals kitschig, erzählt Bulgakow von einer wahrlich unsterblichen Liebe, die alles zu überwinden vermag.

Auch heute noch, viele Jahre nach der Erstlektüre und hunderter gelesener Bücher später steht "Meister und Margarita" unerschütterlich an der Spitze meiner Lieblingsromane. Ein spannender Abenteuerroman, eine urkomische Satire, eine bissige Kritik an den damaligen Zuständen und einige prophetische Aussagen, die sich heute allesamt bewahrheitet haben; eine zeitlose philosophische Abhandlung über Gut und Böse, eine bewegende Liebesgeschichte, all dies und mehr vereint in einem einzigen Roman. Bulgakow ist gelungen, wonach viele Autoren vergeblich streben - ein großer Streich.
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Bulgakow Meister und Margerita
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Vor 1 Monat von Dr. Schmidbauer veröffentlicht
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Vor 7 Monaten von labander70 veröffentlicht
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