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Nekrophile Psychopathen, quälend detaillierte und für den unvorbereiteten Leser buchstäblich magenumstülpende Autopsieberichte -- die ehemalige Internistin Tess Gerritsen hat erneut einen kriminalwissenschaftlichen Thriller abgeliefert, der einem Hannibal-haften, nicht endenwollenden Albtraum verdammt nahe kommt.
Detective Rizzoli, die sich gegen ihre testosterontriefende männliche Kollegenschar mit einem Panzer der Tüchtigkeit gewappnet hat, sieht sich einer fürchterlichen Mordserie ausgesetzt. Boston und die Ostküste gleichen einem einzigen Blutbad, in dem immer wieder Frauen vor den Augen ihrer wehrlosen Männer vergewaltigt und anschließend regelrecht abgeschlachtet werden. Um den Ekelquotienten zusätzlich nach oben zu treiben, lagert der Killer die Ermordeten in einem abgelegenen Stadtwald, um an ihnen später seine postmortalen "erotischen" Obsessionen austoben zu können.
Der Meister, im amerikanischen Original kurioserweise The Apprentice -- Der Lehrling --, was der Wahrheit auch nahekommt, stellt Detective Rizzoli und den arglosen Leser vor eine seelische Zerreißprobe. Zusammen mit dem undurchsichtigen FBI-Agenten Dean tobt die Jagd nach dem Killer einem haarsträubenden und verblüffenden Showdown entgegen. Unterlegt mit dem grausigen inneren Monolog eines wahnsinnigen Menschenjägers wird langsam klar, dass der Chirurg noch eine alte Widersacherin auf seiner Rechnung hat. Das Netz um Detective Jane Rizzoli beginnt sich enger zu ziehen. Vorsicht, akute Infarktgefahr! Und -- nach dieser Lektüre werden Sie garantiert keinem Chirurgen mehr vertrauen. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die Rekonstruktion des Tatorts ergibt, dass die Frau vor den Augen des gefesselten Mannes vergewaltigt wurde, und der Täter ihm anschließend die Kehle durchgeschnitten hat. Einige Tage später wird die Leiche der Ehefrau entdeckt, und der FBI-Beamte Gabriel Dean erscheint auf der Bildfläche. Rizzoli ist davon wenig begeistert, nährt es doch in ihr wieder das Gefühl, dass man ihr als Frau keine wichtige Ermittlung zutraut. Noch dazu scheint Dean mehr über den Fall zu wissen, als er preisgibt.
Als Hoyt die Flucht aus der Haft gelingt, beginnt Janes sorgsam aufrechterhaltene Fassade der Powerfrau zu bröckeln. Sie fühlt, dass der Psychopath noch eine Rechnung mit ihr begleichen will. Als weitere Morde geschehen, deutet vieles darauf hin, dass der neue Serienmörder sich jetzt mit seinem „Meister" zusammengetan hat - dem Chirurgen. Auch Agent Dean wittert nun die Gefahr für Rizzoli, sein Beschützerinstinkt wird dabei nicht nur aus professioneller Sicht geweckt.
Mit „Der Meister" ist der Autorin eine hervorragende Fortsetzung zu ihrem letzten Bestseller gelungen. Wer schon von „Die Chirurgin" begeistert war und die Figur Rizzoli mochte, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Man erfährt mehr über die toughe Großstadtpolizistin und ihr angeknackstes Innenleben. Auch gewährt Gerritsen dem Leser in eingeschobenen Passagen Einblicke in die Gedankenwelt des Chirurgen.
Zartbesaitete sollten jedoch Abstand nehmen. Die Schriftstellerin ist selbst Medizinerin. Die Leichenbeschau wird eindringlich beschrieben, auch Nekrophilie ist ein Thema. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dem liefert dieses Buch spannende Unterhaltung.
Janes Unsicherheit und Ängste sind für den Leser fast spürbar. Man fühlt die näher rückende Bedrohung und wünscht sich bei mancher Szene, wie im Kino kurz die Augen schließen zu können. Der Showdown hält, was das Buch verspricht. Dies ist ein Thriller vom Feinsten.
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