"Der Eid des Hippokrates ist ein Meineid gegen die Patienten. Er hat unendliches Unglück über die Menschen gebracht, ..." schreibt Hackethal schon zur Einführung. Selber berühmter Arzt und Chirurg, klagt er vor allem die Krebsdiagostik und Therapie an. Die Medizin ist keine Individualmedizin mehr, so teuer sie auch ist - ist man einmal in ihrem Getriebe gefangen, dann muss man durch. Hier wird mit Ängsten gearbeitet, die man dem Patienten macht, aus Überheblichkeit, aus Unverständnis, aus Inkompetenz und weil man als Arzt selber Angst hat. Als Patient wird man nicht aufgeklärt - weder über die Folgen einer Operation noch über mögliche Alternativen. Hier plädiert Hackethal für ein besseres Arzt-Patienten-Verhältnis. Für Aufklärung und Information für beide Seiten. Er warnt vor voreiligen chirurgischen Eingriffen, weil diese oft mehr Schaden anrichten, indem sie sog. "ruhende Krebsherde" - Hackethal nennt sie "Haustierkrebs" - aufweckt, aktiviert und dadurch die Krebserkrankung erst initiiert. Beispiel Prostatakrebs: "Radikaloperation bei Kleinem Krebsherd - und nur dabei wird sie gemacht - heilt nur dann, wenn es nichts zu heilen gibt, nämlich beim Haustierkrebs. Den aber läßt man in Ruhe, solange er nicht größer wird, was nur bei einem kleinen Prozentsatz geschieht. Hobelungsoperationen bei Prostatakrebs haben einen 'Metastasen-Sämaschinen-Effekt'. Dabei werden Tausende, oft Millionen von Krebszellen in die Lymph- und Blutbahnen gestreut." Dieser hypertrophen Medizin setzt Hackethal unter anderem "Die sechs Säulen der BAKSALI (Behutsame Anti-Krebs-Strategie mit Augenmaß und Liebe) entgegen, einer Methode, die den Patienten und seinen Erkrankung als einzigartig erkennt und daher auch individuell behandelt, mit Augenmaß und - ganzheitlich (Geist, Seele, Körper) und immer mit gründlicher Ursachenforschung. Man darf staunen: solches aus der Feder eines Chirurgen! Man braucht sich nicht zu wundern, wenn der Autor landesweit angefeindet wurde. Hat er doch auch die Ausbildung zum "Medizin-Ingenieur" als "Erziehung des stud. med. zur Unbarmherzigkeit" bezeichnet und einen langen "Katalog der Irrtümer" verfaßt. Es ist hier nicht der Platz, um dieses Buch ausreichend zu würdigen. Ich kann es nur aus vollem Herzen jedem empfehlen; denn jeder ist irgendwann einmal Patient.