Das Buch hat 560 Seiten und ist von jemandem geschrieben, der offensichtlich nicht an die Echtheit der Erscheinungen glauben kann. Die Folge ist, dass er seine gesamte Gelehrsamkeit aufbringt, das Geschehen in Medjugorje als Betrug erscheinen zu lassen. Dazu holt er weit aus und beginnt mit der Rolle der Ustasha des zweiten Weltkriegs und nähert sich sehr langsam der Medjugorje Problematik. Auf den ersten 120 Seiten stellt er in der Vorgeschiche nur hin und wieder eine Verbindung zu Medjugoreund her und wiederholt sie später gebetsmühlenartig, z.B. ein Massaker aus den 40er Jahren an den Serben und ähnliches.
Man wartet immer darauf, dass der Autor einmal konkret wird und erfährt dadurch einerseits viel aus der jugoslawischen Geschichte und dem persönlichen Hintergrund des Autors in Amerika. Was der Autor aber zur Untermauerung seiner im Titel ausgesprochenen These vorbringt, sind vage Thesen und Spekulationen die in sich selbst widersprüchlich sind. Z.B. behauptet er in einem Absatz, dass der anrüchige Lebenswandel der Hauptintrigantin Mirjana allgemein bekannt gewesen sein soll, im nächsten Absatz beklagt er sich über die Leichtgläubigkeit der Leute aus der Gegend, die gerade Mirijana leichtgläubig die wunderbaren Geschichten abgenommen haben sollten. Insgesamt wird in dem Buch sehr viel schmutzige Wäsche gewaschen und versucht damit die Ereignisse in Medjugorje anzuschwärzen. Wie muss es in den Herzen von Leuten aussehen, die sich von derartigem Geschwätz überzeugen lassen?
Mit Kritikpunkten könnte man noch lange fortfahren. Zum Beweis eines Betruges ist das Buch definitiv nicht geeignet. Es ist nicht mehr als eine gelehrte, aber auch relative schmutzig-selektive Meinungsbekundung, die das, was an Schlüssigkeit und klaren Beweisen fehlt, durch sehr gewagte Thesen und ständige Beteuerungen des eigenen Standpunkts ersetzt.
Positiv ist aber auf jeden Fall das umfassende Hintergrundwissen, das vermittelt wird. Das betrifft sowohl die jugoslawische Geschichte als auch das katholisch religiöse Leben in den USA. Positiv und ganz gesund ist auch der kritische Ansatz der gewählt wurde. Es ist klar, dass man nicht alles glauben darf und dass in Medjugorje und bei den Franziskanern dort nicht nur Heilige anzutreffen sind, nur weil sie in enger Berührung zu dem Großen stehen, was dort stattfindet. Auch das Pilgerwesen wird kritisch beleuchtet.
Allerdings legt der Autor andererseits eine völlig unkritische Hierarchiehörigkeit und fanatische Anhänglichkeit an die kritische Fraktion in der katholischen Kirche an den Tag, dass man sich leicht erklären kann, wie diese teilweise haarstreubenden Verschwörungsthesen zustande kamen.
Maria Mutter Gottes, hilf allen Menschen und vor allem jenen aus der katholischen Kirche, sich von Verblendung zu befreien und den Weg zum wahren Licht Gottes zu finden.