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Vor dem Hintergrund der brutalen Verfolgungen religiöser Minderheiten mit päpstlichem und königlichem Segen spielt diese fesselnde Geschichte, die mit der heimtückischen Ermordung eines Jungen in Toledo beginnt, dem Sohn des jüdischen Mannes, der als einer der besten Silberschmiede in ganz Kastilien gilt. Für eine wertvolle Reliquie hat er das Reliquiar angefertigt, gerät aber durch Glauben und gesellschaftlichen Aufstieg ins Visier der Inquisition. Meir, sein Sohn, der das Gefäß persönlich der Kirche überbringen soll, kehrt nicht wieder nach Hause zurück. Alle Spuren führen in Kirchenkreise. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Edikt fordert alle Juden auf, Spanien innerhalb von drei Monaten zu verlassen, der Druck auf Juden und die sogenannten Conversos, Juden und Mauren, die sich aus Angst heraus zum Christentum bekennen, nimmt zu. So kann Helkias, der Silberschmied, seinen zweiten Sohn Jona, im letzten Moment in Sicherheit bringen, bevor das Unheil auch über sein Haus hereinbricht.
Jona ist es, der sich nun zur Hauptperson des neuen Gordon-Schmökers herauskristallisiert. Auf der Flucht, auf der Suche nach Glaubens- und Familienangehörigen und auf dem Wege, selbst ein Mann zu werden, beginnt für ihn eine Odyssee quer durch Spanien, bis er endlich nach einer abenteuerlichen und atemberaubenden Reise in Saragossa ankommt und dort in die Lehre eines Medicus geht. Das klingt bekannt? Ja, ja, schon, da ist wieder dieses Gefühl von Eintauchen in eine alte Zeit und dem Nicht-mehr-Herauswollen, da ist wieder dieser Effekt, von dem TV-Serien oft nur träumen: Die Sucht nach dem nächsten Kapitel und da ist sicherlich wieder das unbestrittene Talent Gordons, mit einfacher Sprache, kurzen Kapiteln, spannend-unterhaltender Handlung bei seiner Leserschaft absolut ins Schwarze zu treffen. Aber dann ist es eben doch alles wieder ganz anders...
Medicus ist eben doch nicht gleich Medicus, nur der Erfolg des einen wird dem Erfolg des anderen vermutlich sehr ähneln. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Das ist denn doch etwas lieblos geraten. Zudem finden sich weder eine Zeitangabe (immerhin muss man für das Werk ja einen ganzen Tag Urlaub einplanen), noch irgendwelche Daten, den Sprecher betreffend. Dabei macht gerade Wolfgang Hübsch seine Sache mehr als gut. Nach einleitenden mediterranen Lautenklängen führt er uns mit dem wohltönenden Tremolo des klassischen Erzählers ins Spanien des ausgehenden 15. Jahrhunderts.
Dort treibt die Inquisition ihr brutales Unwesen, religiöse Minderheiten sehen sich gnadenloser Verfolgung ausgesetzt. Juden und Konvertiten haben per Edikt binnen dreier Monate das Land zu verlassen. Noah Gordon erzählt die Geschichte des dreizehnjährigen Jona, Sohn eines jüdischen Silberschmiedes aus Toledo. Nach der grausamen Ermordung seines Bruders und dem Tod des Vaters, schlägt sich Jona in einer jahrelangen Odyssee quer durch Spanien, bis ihn seine abenteuerliche Reise schließlich zum Medicus von Saragossa führt. Dieser macht ihn vertraut mit den alten Heilkünsten -- und hier findet Jona schließlich seinen inneren Frieden.
Wer Gordons bisherige Werke Der Medicus, Der Schamane und Die Erben des Medicus kennt, weiß, was ihn erwartet. Ein exzellent recherchierter Inquisitionsthriller, äußerst verandatauglich für den nächsten Spanienurlaub. Spieldauer: ca. 440 min., 6 CDs
--Ravi Unger
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Audio CD
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Im Gegensatz zu anderen Büchern von Noah Gordon steht die Beschreibung der jüdischen Bräuche im "Medicus von Sarragossa" eher im Hintergrund. Wenn man bereits den "Medicus", den "Diamanten des Salomon" oder den "Shamanen" gelesen hat, ist man mit diesen Kenntnissen auch ausreichend versorgt. Statt dessen ist nun noch mehr Platz, die Personen und Handlungsorte bildreich zu beschreiben, so dass man von jeder Szene ein wahres Bild vor Augen hat.
Der deutsche Titel "Der Medicus von Sarragossa" ist nun nicht gerade glücklich gewählt, vermittelt er doch die Erwartung, dass es sich um einen Nachfolger des großartigen "Medicus" handelt. Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich tatsächlich gefragt, was das Buch mit besagtem Medicus zu tun hat. Es wäre besser gewesen, das Buch wie im Original unter dem Titel "Der letzte Jude" herauszugeben, da das Buch, wenn man einen Medicus-Nachfolger erwartet, sicher enttäuschend wirkt.
Lesen Sie das Buch gedanklich einfach unter dem Titel "Der letzte Jude", und es wird Sie auf keinen Fall enttäuschen. Es wartet ein spannendes Lesevergnügen auf Sie!
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