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Der Marsch
 
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Der Marsch [Broschiert]

E. L. Doctorow , Angela Praesent
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 411 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (10. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359618200X
  • ISBN-13: 978-3596182008
  • Originaltitel: The March
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.292 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Edgar L. Doctorow
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das große amerikanische Antikriegsepos - ausgezeichnet mit dem PEN/Faulkner Award.

E.L. Doctorow erzählt von Liebe in Zeiten der Gewalt, von Idealen im Malstrom der Schlacht und vom Krieg als alles verschlingendem Ungeheuer - gestern wie heute. Ein von der Kritik gefeierter und mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichneter US-Bestseller (Platz 3). 1865, der Amerikanische Bürgerkrieg liegt in den letzten Zügen. General William T. Sherman marschiert mit einer Armee von sechzigtausend Mann durch Georgia, South und North Carolina. Die notdürftig ausgestatteten Rebellen der Südstaaten haben keine Chance gegen die hochgerüstete Union. Und folglich führt Shermans Marsch zum Sieg der Nord- über die Südstaaten und zur Abschaffung der Sklaverei. Doch am Ende ist jeder Opfer des Krieges: einfache Soldaten ebenso wie hochstehende Generäle, befreite Sklaven ebenso wie ihre Unterdrücker, die Bewohner des Nordens wie des Südens. »Der Marsch« eröffnet das eindringliche Panorama einer der schmerzhaftesten Epochen der amerikanischen Geschichte. Mit großem Einfühlungsvermögen folgt er den Protagonisten dieses unfassbaren Dramas und zeigt dem Leser mit ungeheurer Suggestivkraft, mit welcher Wucht jeder Krieg eine zivilisierte Welt in Barbarei und Chaos stürzen kann - aber auch, dass in jedem Chaos der Keim für einen Neubeginn steckt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

E.L. Doctorow, geboren 1931 in New York City, arbeitete zunächst als Lektor. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den National Book Award für »Das Buch Daniel«, den National Book Critics Circle Award für »Ragtime« und zuletzt den PEN/Faulkner Award für »Der Marsch«. Doctorow lebt in New York. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich kennen wir alle den Amerikanischen Bürgerkrieg aus dem Roman Vom Winde verweht". Margaret Mitchell wollte jedoch nicht vordergründig zeigen, mit welcher Heftigkeit ein Krieg die zivilisierte Welt in Schrecken und Barbarei stürzen kann, sondern es ging hier mehr um die Beziehungen von Red Butler und Scarlett O' Hara. In dem, mit dem PEN/ Faulkner Preis ausgezeichneten großen amerikanischen Antikriegsroman "Der Marsch" berichtet Doctorow über den vier Jahre dauernden amerikanischen Bürgerkrieg in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, in dem die Nord- und Südstaaten, um die Abschaffung der Sklaverei kämpften.

1865 marschiert General William T. Sherman mit seinen Unionstruppen, einer Armee von sechzigtausend Mann, durch North Carolina, South Carolina und Georgia und befreit, in einem blutigen und siegreichen "Marsch" der Nord- über die Südstaaten, die Sklaven. Das Land wird geplündert, die Plantagenbesitzer werden vertrieben oder ermordet. Schließlich führt der Sieg zur Abschaffung der Sklaverei. Doch letztlich sind alle Opfer dieses brutalen Krieges: Die Plantagenbesitzer als ehemalige Unterdrücker,die Sklaven, denen jetzt jede Lebensgrundlage genommen ist, sie sind zwar frei aber ärmer als vor dem Krieg, die geschundenen einfachen Soldaten ebenso wie ihre Generäle. Die Schwarzen wissen nicht mehr wohin sie gehen sollen, folgen ziellos der siegreichen Nordarmee. Eines Tages werden sie bedenkenlos in einem Fluss zurück gelassen, weil sie zur Last fallen, man kann sie nicht mehr gebrauchen.
Die Bewohner des Nordens leiden an den Folgen des Krieges ebenso wie die Bewohner des Südens, denn der Krieg kennt keine Menschlichkeit, das ist hinlänglich bekannt. Auch in dieser schmerzhaftesten Epoche der amerikanischen Geschichte zählt nur Strategie, nämlich das Ziel zum Sieg und so wird die zivilisierte Welt in Unzivilisiertheit, Barbarei, Anarchie und Chaos gestürzt.

Dieser Roman steht letztlich durchaus auch für andere Kriege mit ihren grausamen Schlachtenschilderungen, insbesondere auch für den Irak Krieg. Über alles allgemein Zutreffende hinaus, betrifft es insbesondere das Leben und die Grausamkeiten der Soldaten und die hinterhältigen Strategien der Generäle.

Der Roman erzählt in berührender Weise auch sehr viele furchtbare Einzelschicksale. So blicken wir in das Innere des General Sherman, der die Nordtruppen führt, was er denkt, wenn sich tausende von Soldaten, wie ein verschlingendes Ungeheuer, durch sein eigenes Land walzen. Er darf nicht einmal trauern als sein eigener Sohn fällt. Dann vermittelt uns der Autor Einblicke in das Leben des Truppenarztes, wie er mit viel Routine täglich Beine und Arme amputiert, Wunden versorgt. Ihm bleibt noch nicht einmal Zeit sich der geflohenen, ihn liebenden Farmertochter hinzugeben. Faszinierend ist die Geschichte der hellhäutigen Sklavin Pearl, ebenso wie das Schicksal des jungen Will, der je nachdem auf welche Truppenteile er stösst, die Uniformjacke wechselt.

Und jetzt erscheint Doctorow's Roman zu diesem nationalen Gemetzel. Ein gewaltiges Buch, über eine große Gewalt, bei dem der Autor anschaulich dokumentiert, dass ein solcher Bürgerkrieg der grausamste aller grausamen Kriege ist. Schließlich wurden die Generäle, mit den gleichen Strategien, an den gleichen Militärakademien ausgebildet. Nun legen sie im Strudel der Schlacht, einer dahinwälzenden Lawine gleich, ihr Vaterland in Schutt und Asche. E.L. Doctorow beschreibt auf vierhundert Seiten meisterhaft den ganzen Irrsinn des Krieges, das Verhängnis des Krieges mit seinen unterschiedlichsten Tötungsmaschinen, er berichtet über Männer die sich nicht einmal erlauben können Angst zu haben, denen weder Gefühle für Kummer noch Mitleid zugestanden werden, und er zeigt wie letztlich die Seelen der Kriegsführenden auf beiden Seiten getötet werden.

Ein großartiges Buch, das uns vor Augen führt mit welcher Gewalt jeder Krieg daherkommt und wie brutal er alle Zivilisation und unzählige Menschenleben zerstört. Ich empfehle das Buch, auch wegen seinen unterschiedlichsten Reflexionsebenen, mit Nachdruck und Leidenschaft.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
VOM UNTERGANG EINER FEUDALEN WELT (LUDWIG WITZANI)
Wie "ein Wesen mit zigtausend Zellen, dass seine Arme wie Tentakel über die Staaten des Südens verbreitet", wie "eine ganze entwurzelte Zivilisation", dann wieder "wie eine große Herde in aller Ruhe äsender Wiederkäuer", so bewegt sich die Unionsarmee von General Sherman durch Georgia, South Carolina und North Carolina und durchschneidet 1864/5, im letzten Jahr des amerikanischen Bürgerkrieges, das Territorium der rebellischen Konföderation. Requisitionskompanien durchziehen die Ebenen, plündern Farmen und Dörfer, verfolgt von Freischärlern, die die Furagiere wo immer es ihnen gelingt, gefangen nehmen und lynchen. Uralte Familien verlassen ihre Herrenhäuser auf überladenen Karren, ohne zu wissen wohin sie sich wenden sollen. Auch ihre Sklaven packen ihre Habseligkeiten und folgen in einem gewaltigen Elendstross der Nordstaatenarmee, die wie ein großes Kehrblech die Reste der regulären Südstaatentruppen Norden treibt, wo die überlegene Macht von General Grant nur auf sie wartet, um sie zu vernichten.
Inmitten dieses Infernos versuchen ganz unterschiedliche Menschen so gut es nur geht zu überleben, und es beweist die Meisterschaft des Autors, ihre Geschichten und Erlebnisse so miteinander zu verweben, dass für den Leser das Gesamtpanorma des Geschehens nicht nur aus der Vogelperspektive sondern auch aus der Perspektive der Beteiligten anschaulich wird. Da ist die Farmertochter Emily Thompson, die es nach dem Tod ihres Vaters an die Seite des Nordstaatenarztes Sartorius Wrede verschlägt, einem fanatischen Forscher, der die Verstümmelten auf seinem Operationstisch als Inspirationsquelle für den medizinischen Fortschritt missbraucht. Da ist die weiße Negerin Pearl Jamesson, der Spross eines Südstaatenkonkubinats, die sich eine Zeitlang als Trommlerin und als Krankenschwester durchschlägt, da sind die Deserteure Will und Arly, die pausenlos die Uniformen wechseln und den Hinrichtungen immer aufs Neue entkommen, bis sie ihr Schicksal schließlich doch ereilt. Da ist die ehemaliger Sklavin Wilma und der schwarze Nordstaatensoldat Coalhouse Walker, die in die großen Städte des Norens ziehen wollen, der hässliche Furagieroffizier Kilpatrick, der den Südsattantefrauen nachstellt und schließlich General Sherman selbst, ein labiles, geniales, asthmatisches Genie, den seine Soldaten als "Onkel Billy" verehren.
Sie alle und noch viele andere mehr spielen ihren privaten Part im großen Marsch, in dessen Verlauf Georgia und die Hauptstadt Savahnnah erobert wird, ehe die Armee die Sümpfe Süd-Carolinas durchquert und Columbia, die Hauptstadt der Konföderation niederbrennt, Nach der letzten großen Schlacht von Bentonwille endet der Krieg mitten in Nord Carolina, der Süden kapituliert, und General Sherman und General Johnston, beide Absolventen von West Point, verhandeln mit vollendeten Manieren die Bedingungen der Kapitulation.
Soweit die Handlung. Wie aber wurde diese Darstellungsaufgabe literarisch gemeistert? Eigenwillig wie ich meine. Docotorow scheut keineswegs, gleich hundertfach, für ein oder zwei Absätze mal schnell in die Innenwelt eines Handlungsträgers hinein zu fahren, so dass die Figuren charakterlich flach bleiben und dem Treibgut eines Großen Strom gleichen, das mal an dieser, dann an jener Stelle kurz sichtbar wird, um dann ebenso folgendlos wieder zu verschwinden. Aber das macht nichts, denn im Zentrum des Romans stehen keine Personen sondern eben "der Marsch" oder die große Armee, die wie ein gefräßiges Monster den Krieg exekutiert, eine Konstruktion, die in einem rasanten und geradezu comicartigen Erzählrhythmus entfaltet wird und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Nur ganz vage, fast verschwommen werden die Motive angedeutet, die Millionen Menschen dazu bewegten, sich in diesem Krieg zu engagieren: es geht um den Zusammenstoß zweier Welten, der städtisch-modernistischen Mentalität des Nordens und der feudalen Gefühlslage des alten Südens, meisterhaft fokussiert in der Ansprache eines Farmers aus South Carolina an seine Sklaven, die von den Unionssoldaten eigentlich befreit werden sollen und dann doch mehrheitlich bei ihrem alten Massa bleiben. (S. 252/253) Besser kann man die Antagonismen und die Paradoxien der heraufziehenden neuen Wirklichkeit kaum darstellen. Der lange Marsch ist noch lange nicht zu Ende.

NICHT GERADE EIN SPAZIERGANG (THOMAS REUTER)
Selten ist sich die Kritik so einhellig einig. "Der Marsch" von E.L. Doctorow ist ein Meisterwerk heißt es. Ganz große Literatur sagen alle - und niemand scheint zu widersprechen. Ich tu's mal: "Der Marsch" ist bei weitem nicht so brillant erzählt, wie es uns die Damen und Herren von der Literaturkritik erläutern. Es ist ein tolles Buch und es hat ein großartiges Thema. Aber es scheitert an seiner Konstruktion, für die es doch so gelobt wird. Erzählt werden soll der Krieg selber und Doctorow dient die Armee des General William Sherman, die sich im amerikanischen Bürgerkriegsjahr 1864 durch die Südstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina kämpft, hierfür nur als Beispiel. Sicher ist es ein gut gewähltes Beispiel. Wie die Armee erbarmungslos durch das Feindesland zieht, evoziert sie fast unvermeidlich das Bild einer Allegorie des Krieges. Ein Krieg, der für alle Kriege stehen und alle Kriege beschreiben soll. Dennoch muss das ja alles auch erzählt werden. Und hierfür braucht man Figuren denen der Leser sich anvertraut. Doctorow springt nun aber permanent zwischen einer Vielzahl an Figuren, er orchestriert eine ganze Heeresschar von Südstaatlern, Nordstaatlern, Schwarzen, Weißen, Soldaten, Ärzten usw. Es soll ja keine Individualgeschichte sein, sondern die des Krieges. Letztlich wirkt es jedoch arg konstruiert. Andauernd geschehen Zufälle. Rein zufällig treffen sich in diesem Riesenheer dann doch immer wieder die selben Personen und diese sind, dem Autor wie dem Leser, letztlich egal.
Freilich, es gibt starke, ja unglaubliche Szenen. Aber für einen großen Roman fehlt dem ganzen dann doch auch das große Schicksal des Einzelnen. Nun gut, das hat Doctorow nicht schreiben wollen. Dennoch wollen wir es lesen.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wie "ein Wesen mit zigtausend Zellen, dass seine Arme wie Tentakel über die Staaten des Südens verbreitet", wie "eine ganze entwurzelte Zivilisation", dann wieder "wie eine große Herde in aller Ruhe äsender Wiederkäuer", so bewegt sich die Unionsarmee von General Sherman durch Georgia, South Carolina und North Carolina und durchschneidet 1864/5, im letzten Jahr des amerikanischen Bürgerkrieges, das Territorium der rebellischen Konföderation. Requisitionskompanien durchziehen die Ebenen, plündern Farmen und Dörfer, verfolgt von Freischärlern, die die Furagiere wo immer es ihnen gelingt, gefangen nehmen und lynchen. Uralte Familien verlassen ihre Herrenhäuser auf überladenen Karren, ohne zu wissen wohin sie sich wenden sollen. Auch ihre Sklaven packen ihre Habseligkeiten und folgen in einem gewaltigen Elendstross der Nordstaatenarmee, die wie ein großes Kehrblech die Reste der regulären Südstaatentruppen Norden treibt, wo die überlegene Macht von General Grant nur auf sie wartet, um sie zu vernichten.
Inmitten dieses Infernos versuchen ganz unterschiedliche Menschen so gut es nur geht zu überleben, und es beweist die Meisterschaft des Autors, ihre Geschichten und Erlebnisse so miteinander zu verweben, dass für den Leser das Gesamtpanorma des Geschehens nicht nur aus der Vogelperspektive sondern auch aus der Perspektive der Beteiligten anschaulich wird. Da ist die Farmertochter Emily Thompson, die es nach dem Tod ihres Vaters an die Seite des Nordstaatenarztes Sartorius Wrede verschlägt, einem fanatischen Forscher, der die Verstümmelten auf seinem Operationstisch als Inspirationsquelle für den medizinischen Fortschritt missbraucht. Da ist die weiße Negerin Pearl Jamesson, der Spross eines Südstaatenkonkubinats, die sich eine Zeitlang als Trommlerin und als Krankenschwester durchschlägt, da sind die Deserteure Will und Arly, die pausenlos die Uniformen wechseln und den Hinrichtungen immer aufs Neue entkommen, bis sie ihr Schicksal schließlich doch ereilt. Da ist die ehemaliger Sklavin Wilma und der schwarze Nordstaatensoldat Coalhouse Walker, die in die großen Städte des Norens ziehen wollen, der hässliche Furagieroffizier Kilpatrick, der den Südsattantefrauen nachstellt und schließlich General Sherman selbst, ein labiles, geniales, asthmatisches Genie, den seine Soldaten als "Onkel Billy" verehren.
Sie alle und noch viele andere mehr spielen ihren privaten Part im großen Marsch, in dessen Verlauf Georgia und die Hauptstadt Savahnnah erobert wird, ehe die Armee die Sümpfe Süd-Carolinas durchquert und Columbia, die Hauptstadt der Konföderation niederbrennt, Nach der letzten großen Schlacht von Bentonwille endet der Krieg mitten in Nord Carolina, der Süden kapituliert, und General Sherman und General Johnston, beide Absolventen von West Point, verhandeln mit vollendeten Manieren die Bedingungen der Kapitulation.
Soweit die Handlung. Wie aber wurde diese Darstellungsaufgabe literarisch gemeistert? Eigenwillig wie ich meine. Docotorow scheut keineswegs, gleich hundertfach, für ein oder zwei Absätze mal schnell in die Innenwelt eines Handlungsträgers hinein zu fahren, so dass die Figuren charakterlich flach bleiben und dem Treibgut eines Großen Strom gleichen, das mal an dieser, dann an jener Stelle kurz sichtbar wird, um dann ebenso folgendlos wieder zu verschwinden. Aber das macht nichts, denn im Zentrum des Romans stehen keine Personen sondern eben "der Marsch" oder die große Armee, die wie ein gefräßiges Monster den Krieg exekutiert, eine Konstruktion, die in einem rasanten und geradezu comicartigen Erzählrhythmus entfaltet wird und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Nur ganz vage, fast verschwommen werden die Motive angedeutet, die Millionen Menschen dazu bewegten, sich in diesem Krieg zu engagieren: es geht um den Zusammenstoß zweier Welten, der städtisch-modernistischen Mentalität des Nordens und der feudalen Gefühlslage des alten Südens, meisterhaft fokussiert in der Ansprache eines Farmers aus South Carolina an seine Sklaven, die von den Unionssoldaten eigentlich befreit werden sollen und dann doch mehrheitlich bei ihrem alten Massa bleiben. (S. 252/253) Besser kann man die Antagonismen und die Paradoxien der heraufziehenden neuen Wirklichkeit kaum darstellen. Der lange Marsch ist noch lange nicht zu Ende.
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