HÖRSPIEL-KRITIK:
DER MANN, DER SICH IN LUFT AUFLÖSTE ist der zweite der 10 klassischen Romane aus der berühmten KOMMISSAR BECK - Buchreihe von Maj Sjöwall und Per Wahlhöö. Er erschien 1966.
Diesmal ermittelt Martin Beck im Fall eines verschwundenen schwedischen Journalisten undercover in Ungarn. Nur dessen Pass und Gepäck liefern Beck einen letzten Hinweis auf den Verbleib des Mannes...
Dieses Stück wurde, obwohl DER MANN, DER SICH IN LUFT AUFLÖSTE ja in der Chronologie der Romane an zweiter Stelle steht, erst als drittletztes der Gesamtserie produziert; und zwar 1980 vom HR/SWF unter der Regie von Frank Erich Hübner. Daher will es auch nicht so ganz zu den 7 "Masterpiece"-BECK-Vorgängern passen, die der WDR mit dem SWF 1978/79 produziert hat: Bis auf Hubert Suschka, der als Lennart Kollberg hier gewissermaßen zurückkehrt, ist keiner der Stammsprecher dabei, speziell die Rolle des Martin Beck wird diesmal nicht von Charles Wirths, sondern Horst-Michael Neutze gesprochen. Auch fehlen der bekannte musikalische Indikativ von Hans-Martin Majewski und die sonst üblichen Erzählerpaare.
Doch dies schmälert den enorm hohen Unterhaltungswert in keiner Weise, denn bis auf die sehr gewöhnungsbedürftige Untermalungsmusik ist Hübner ein routiniertes Kriminalhörspiel mit gutem Tempo und tollen Sprechern gelungen: Neben Neutze und Suschka glänzen besonders Arnold Marquis, Sabine Postel, Matthias Ponnier und Henning Venske. Letzterer inszenierte übrigens drei Jahre später den BECK-Krimi DER MANN AUF DEM BALKON, der in der Chronologie diesem Hörspiel nachfolgt.
Mittlerweile sind alle 10 Funkfassungen der klassischen Beck-Krimis des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö im Audio-Verlag erschienen, manche als Teil einer Sammelbox, manche auch einzeln.
GUTE UNTERHALTUNG.