Ein Mann wird unmittelbar nach seiner Ankunft in Helsinki Opfer einer brutalen Schlägerbande. Als er bald darauf im Krankenhaus aufwacht, kann er sich weder an seinen Namen, noch an seine Vergangenheit oder den Zweck seines Besuchs erinnern.
Wie er aus dem Krankenhaus flieht, sich am Stadtrand in einem Schrottplatzcontainer häuslich einrichtet und, als Namenloser ständig von Rückschlägen und Barrieren heimgesucht, trotzdem Freundschaften und sogar zarte Bande zu einer Heilsarmistin knüpft, schildert Aki Kaurismäkis Werk in anachronistischen Technicolor-Farben. Obwohl schroff, trist und mitunter brutal, ist "Der Mann ohne Vergangenheit" kein frustrierendes Stück Sozialkritik sondern schildert mit einer gehörigen Portion Humor die Gemeinschaft Außenstehender, die sich in kargen Lebensbedingungen zusammenraufen und diesen Film in ihrer eigenen wortkargen Weise zu einem echten Feel-Good-Movie machen.
Lange habe ich mich nicht überwinden können, die DVD anzusehen, da ich zu schwere, unangenehme Kost erwartete. Als ich mich dem Film schließlich doch gestellt hatte, musste ich ihn dann vor Begeisterung direkt noch einmal schauen. "Der Mann ohne Vergangenheit" ist nicht einfach nur ein trüber Kunstfilm, sondern vielmehr ein rauhes, ehrliches, witziges und herzerwärmendes Meisterwerk.