Der Film klingt vom Trailer und vom BD Cover hinweg schon wie ein potenzieller Knüller. Ridley Scott hat die Regie, Oscar Preisträger Leo di Caprio und Russell Crowe geben sich ein leichtes Gegenspiel. Doch wie immer ist es der Schein, der trügt.
Leo spielt einen CIA Agenten in dem zur Zeit beliebten Filmkrisengebiet, dem mittleren Osten. Als dortiger Agent löst er Aufgaben, die ihm Russell über Standleitung aus dem US - Headquarters aufgibt. Leo hat eine große Hauptaufgabe: Finde die böse Terroristen Zelle, welche die ganze Zeit Dinge sprengt. Dafür muss sich Leo tarnen, er kann die Sprache, er hat die Mittel und er kauft schlichtweg die Kontakte. Dies ist mal ein recht realitätsnahes Agenten Dasein. Wenn es sein muss, kann Leo auch einfach mal den Rambo per Zugriff rauslassen. Dann wird auch schon mal kräftig geballert.
Di Caprio spielt eigentlich ganz gut, er gibt sich Mühe darzustellen, in welcher Zwickmühle sein Alter Ego sich befindet. Gefangen zwischen Vaterlandspflicht, Auftrag, neuen "Freunden" und der holden Maid von nebenan.
Russell Crowe ist deutlich weniger zu sehen als Di Caprio. Er gibt dennoch eine gute Figur ab und spielt den schrulligen aber clever-intreganten Chef ausgezeichnet. Man sieht dem ehemaligen Gladiator deutlich die Jahre an.
Neben Di Caprio und Crowe spielt sich auch ein Nebendarsteller sehr gut ins Bild. Mark Strong spielt im Film den örtlichen Geheimdienstchef Hani, der durch stille aber sehr starke Präsenz Di Caprio immer wieder in die Ecke drängt. Ausgezeichnete Schauspielerei, so hebt man sich in den Vordergrund und das trotz zwei Oscar Preisträger. Respekt.
Soweit so gut, die beiden Hauptdarsteller geben sich keine Blöße und dennoch ist der Film kein Knüller. Es mangelt auch nicht an durchtriebener Story, nein, die ist im umfangreichen Maß vorhanden. Wendungen hier, Machtspiele da.
Doch es mangelt an Filmfluß, man hat durch zu häufige Ortswechsel das Gefühl einen Episoden Film zu verfolgen. Oftmals endet eine spannende Szene in ellenlangen Gesprächen über Sinn und Unsinn des ganzen Unternehmens. Man wird als Zuschauer quasi teils gebannt, teils angeödet, sodass man dem Film seine knapp 2 Stunden deutlich anmerkt. Das Ende des Filmes scheint mir ein wenig wie ein Weckruf. Nochmal ganz dick Spannung mittels grober Folter und etwas Action, dann wieder Besprechungen. Es wirkt erzwungen und nur aufgesetzt.
Man hat halt schon 2 Stunden lang gezeigt, wie hart das Agentenleben ist, nun müsse man fertig werden !
Fazit: Der Film wirkt nicht aus einem Guss. Er ist definitiv keine Gurke, aber sicherlich nur mässiger Durchschnitt in Ridley Scotts Portfolio.
Zur Umsetzung auf Blu Ray: Über das Bild und den Ton kann man nicht meckern, satte Klänge und scharfes Bild !