Aus der Amazon.de-Redaktion
Trotzdem: Bei Der Mann mit den goldenen Ohren drängen sich Parallelen zwischen Ich-Erzähler Felix Mahr und Autor Herbert Rosendorfer außerordentlich auf. Denn nicht nur wenn Protagonist Mahr bissig wie witzig über „furzdumme Mittelmajuskeln“ oder „trottelhafte Anglizismen“ herzieht, scheint der alte Meister selbst zu zetern. Da sind auch noch die Vitae – Mahr brach ein Jurastudium ab und wurde Maler, Rosendorfer studierte zunächst an der Akademie der bildenden Künste und wurde Jurist (vielen nur als Schriftsteller bekannt, arbeitete Rosendorfer lange Jahre als Richter und schreibt in seinem Roman Anmerkungen wie diese ebenso in Klammern). Auch durch die Art und Weise, wie der Titel des Buches erklärt wird, rücken der 1934 in Bozen geborene Literat und sein ähnlich alter Held eng zusammen.
Was geschieht: Felix Mahr wandert auf die italienische Insel Zompara aus. Der mäßig erfolgreiche Maler aus Bayern wird Zeuge, wie der steinreiche Arri Kasparian das verschlafene Eiland für sich entdeckt. In dessen Sog entwickelt sich Zompara zum angesagten Treffpunkt der Schicken und Neugierigen. Es entstehen große Hotels und Restaurants mit meterhohen Pfeffermühlen, in der Mondscheinbucht treffen sich die Liebenden. Als wieder Ruhe einkehrt, ist für die Zomparesen nichts mehr so, wie es vor dem Boom war.
Ob geschiedene Ehefrauen, befreundete Künstler oder lieb gewonnene Inselbewohner – wie kaum ein anderer versteht es der Autor, seine Figuren blitzschnell und pointiert zum Leuchten zu bringen. Rosendorfer erzählt in gewohnt anspruchsvoller Sprache, die vorherrschende Moden stolz ignoriert, dennoch selbst auf junge Leser nur selten manieriert wirken dürfte. Zusammen mit dem unerschöpflichen Ideenreichtum des alten Meisters reift der Roman zu einem schwungvollen literarischen Hochgenuss, wie man ihn heutzutage selten findet, verrückt und glasklar zugleich. Welch großes Glück, dass Schriftsteller Heribert Caesar Held Felix Mahr im vorliegenden Roman animiert, ihn zu verfassen!
– Herwig Slezak
Kurzbeschreibung
Der neue Roman von Herbert Rosendorfer, für den Axel Munthes weltberühmtes "Buch von San Michele" Pate steht, erzählt mit viel Charme und hintersinniger Komik von einer italienischen Insel, die auf wundersame Weise und nur für kurze Zeit zum internationalen Jetset-Ziel avanciert.
Lange wurde die kleine Insel Zompara, die zwar keine Blaue Grotte, aber immerhin eine Mondscheinbucht hat, von Touristen verschont. Das ändert sich grundlegend, als der mysteriöse armenische Großmogul Kasparian beschließt, dort ein Feriendomizil zu errichten. Seine abenteuerlich futuristische Villa in den Klippen macht Zompara zum Architekturmekka. Der Mogul, dessen abstehende Ohren in der Abendsonne golden leuchten, verliebt sich in das schöne Aktmodell Caterina, sorgt für zahlreiche Inselattraktionen und damit für einen Tourismusboom, der erst nach dem plötzlichen Verschwinden Kasparians wieder nachlässt. Jahre später schildert der mäßig erfolgreiche Münchner Maler und Ich-Erzähler Felix Mahr jenen schnellen Aufstieg und Niedergang Zomparas, an dem er nicht ganz unbeteiligt war. Mahrs höchst unterhaltsame Erinnerungen an den "Fall Kasparian" sind immer auch kokette Abschweifungen, durchsetzt mit wunderbaren Anekdoten und Rückblenden auf seine vier gescheiterten Ehen und mit einem typisch Rosendorferschen Arsenal seltsamer Figuren: neben den Einheimischen vor allem deutsche Künstler wie der Beuys-Schüler Horadam, der immer eine Flasche Pilsner Urquell zur Hand hat, der aus Ravensburg stammende Großschriftsteller Heribert Caesar, der steinalt ist, die Insel aber nie mit derselben Frau besucht, ferner Thesa, die Gattin eines Honorarprofessors, und eine schwerreiche "Fra Angelico"-Dame, die ihr teures Kunstwerk immer in einem Koffer mit sich trägt.
Unterhaltsam-scharfsinnig und mit leichter Hand zeichnet Herbert Rosendorfers Roman über eine fiktive Insel auch ein liebevolles und zugleich selbstironisches Bild deutscher Italiensehnsucht.
Über den Autor
Der neue Roman von Herbert Rosendorfer, für den Axel Munthes weltberühmtes "Buch von San Michele" Pate steht, erzählt mit viel Charme und hintersinniger Komik von einer italienischen Insel, die auf wundersame Weise und nur für kurze Zeit zum internationalen Jetset-Ziel avanciert. Lange wurde die kleine Insel Zompara, die zwar keine Blaue Grotte, aber immerhin eine Mondscheinbucht hat, von Touristen verschont. Das ändert sich grundlegend, als der mysteriöse armenische Großmogul Kasparian beschließt, dort ein Feriendomizil zu errichten. Seine abenteuerlich futuristische Villa in den Klippen macht Zompara zum Architekturmekka. Der Mogul, dessen abstehende Ohren in der Abendsonne golden leuchten, verliebt sich in das schöne Aktmodell Caterina, sorgt für zahlreiche Inselattraktionen und damit für einen Tourismusboom, der erst nach dem plötzlichen Verschwinden Kasparians wieder nachlässt. Jahre später schildert der mäßig erfolgreiche Münchner Maler und Ich-Erzähler Felix Mahr jenen schnellen Aufstieg und Niedergang Zomparas, an dem er nicht ganz unbeteiligt war. Mahrs höchst unterhaltsame Erinnerungen an den "Fall Kasparian" sind immer auch kokette Abschweifungen, durchsetzt mit wunderbaren Anekdoten und Rückblenden auf seine vier gescheiterten Ehen und mit einem typisch Rosendorferschen Arsenal seltsamer Figuren: neben den Einheimischen vor allem deutsche Künstler wie der Beuys-Schüler Horadam, der immer eine Flasche Pilsner Urquell zur Hand hat, der aus Ravensburg stammende Großschriftsteller Heribert Caesar, der steinalt ist, die Insel aber nie mit derselben Frau besucht, ferner Thesa, die Gattin eines Honorarprofessors, und eine schwerreiche "Fra Angelico"-Dame, die ihr teures Kunstwerk immer in einem Koffer mit sich trägt. Unterhaltsam-scharfsinnig und mit leichter Hand zeichnet Herbert Rosendorfers Roman über eine fiktive Insel auch ein liebevolles und zugleich selbstironisches Bild deutscher Italiensehnsucht.