Die Story klingt vielversprechend: bulimisches Model, unter Minderwertigkeitskomplex leidend, sich selber verabsscheuend, von anderen beneidet ob ihres Busens "verliebt" sich in einen Penner. Nicht etwa in den Penner als Mensch, sondern in das Bild von ihm, welches sie in Florenz auf einer POstkarte gesehen hat.
Sie sieht ihn, spricht ihn an, hofft und bibbert auf die große Liebe und er sagt nicht nein. Lässt es sich gefallen hoffiert zu werden, zum Essen eingeladen zu werden und sonstige Verköstigungen zu erhalten. Derweil muss er sich natürlich abschätzig über ihre Sucht zur Normalität lustig machen, während er diese gleichzeitig genießt.
Eigentlich eine spannungsreiche Idee, doch auch die kann Autorin so richtig in die Pfanne hauen. Das Model, welches sich durch die Liebe eines anderen endlich selbst annehmen will und der ewig nörgelnde Macho, der sie doch nicht liebt, aber gerne so tut, weil sie es doch so will, bedienen eine allzu abgeflachte, ja, abgenutzte Idee. Man liest eine äußerst langweilige Geschichte und man liest sie vor allem immer weiter, weil man als Leser glaubt, da müsse doch endlich was kommen: ein Minihöhepunkt, eine erstaunliche Veränderung, ein Ruck...aber nichts. Das Geschichtchen "endet" wie es begangen hat: aus dem Nichts in das Nichts.
Schade, ich dachte Frau Dörrie kann das besser.