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Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
 
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Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel [Gebundene Ausgabe]

Moritz Rinke
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Als Journalist ist Moritz Rinke jemand, der das Genre Reportage routiniert pflegt. Rinke kann ein einsames Schwarzwalddorf bereisen, nüchtern die Menschen dort beschreiben und, wie er nicht mit denen reden kann. Hinterher wissen wir, wie es ist, im Schwarzwald. Als Dramatiker ist Rinke jemand, der postmodernen Boulevard aus dem ff beherrscht, der Tür-auf-Tür-zu-Szenen schreibt, der seine Figuren einen Tick überzeichnet - und hinterher haben wir viel gelacht, ohne uns allzu stark unter Niveau zu unterhalten. Als Romancier ist Rinke dagegen jemand, der auf dem Grat zwischen Überzeichnung und Denunziation seiner Protagonisten manchmal den rechten Pfad verfehlt. Sein Romandebüt "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" geht so: Da ist eine Berliner Kulturbetriebsnase, die ins heimatliche Künstlerdorf Worpswede reist, es geht um eine Haushaltsauflösung, gleichzeitig geht es aber auch um Faschismus, um 1968, ums Kunsthype-Berlin. Klug komponiert, ein wenig geschwätzig vielleicht, aber das gibt es ja alles: Es gibt dieses kunstsatte Worpswede, im niedersächsischen Moor, tatsächlich ist Rinke, der mittlerweile in Berlin lebt, selbst dort aufgewachsen, weswegen man nicht umhin kommt, "Der Mann ..." autobiografisch zu lesen. Aber haben wir irgendetwas gelernt, am Ende, als der gezeichnete Mikrokosmos in einer großartig apokalyptischen Sequenz langsam im Moor versinkt? So richtig? (fis)

Pressestimmen

Seit Dürrenmatt hat keiner so die Farce als Wahrheit und die Wahrheit als Farce erfasst." Frankfurter Rundschau

Kurzbeschreibung

Worpswas? - Worpswede! Moritz Rinke legt ein furioses Romandebüt vor. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt?
Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken - samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr.
Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche.
Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land - und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt.

Über den Autor

Moritz Rinke wurde 1967 in Worpswede geboren, studierte "Drama, Theater, Medien" in Gießen, und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Gegenwartsdramatikern. Sein Stück "Republik Vineta" wurde 2001 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zum besten deutschsprachigen Theaterstück gewählt und 2008 für das Kino verfilmt. Im Sommer 2002 gelangte bei den Festspielen in Worms seine Neudichtung der "Nibelungen" zur Uraufführung, die in den Folgejahren ein großes Publikum fand. "Café Umberto" (2005) wurde bereits an neun Theatern gespielt. Einige seiner Reportagen, Kurzgeschichten und Essays wurden mehrfach ausgezeichnet. Moritz Rinke lebt in Berlin und ist Gastprofessor für Szenisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
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