Eine regnerische Nacht. Ein gemütliches Zugabteil. Eine Dame, die dem Schriftsteller Roger Royan die Geschichte ihrer selbst schildert, wie sie vor elf Jahren einen Maler traf, der sie dermaßen verführte, obgleich sie verheiratet war. Und den Teil der Geschichte den SIE nicht kannte...
Ich war immer der Meinung: Simmel... Simmel... Trieft da nicht der Schmalz förmlich aus den Seiten.
Ich hatte mir ein anderes Buch bestellt, doch es würde erst in ein paar Tagen eintreffen. Also kam mir die Idee, den 'Schmalzgehalt' von Simmels Romanen zu überprüfen. Außerdem war das Buch kurz und hatte eine bestialisch große Schrift (Positiv gemeint), was Optimalbedingungen waren.
Ich las die Geschichte vom Mandelbäumchenmaler und war überrascht: Es hatte mir gefallen. Natürlich waren einige schmalzige Klischees (Reiche Lady, charmanter Mann, Affäre), doch es war trotzdem... irgendwie magisch. Keine große Story, eher eine Kurzgeschichte. Aber trotzdem: Der einfache Schreibstil, keine schwierigen Worte und ja, sogar diese Klischees wirkten nicht schmalzig... sondern charmant. Sie machten das Buch aus, welches zwar nicht unbedingt länger als ein Heftroman ist, aber mindestens dreimal so unterhaltend.
Fazit: Eine gute, 'leichte Kost', einfach geschrieben, charmante Story, nette Pointe. Aber eben nur eine Zeitüberbrückung, eine 'Shortstory'. Der Roman bleibt nicht lange im Kopf, nicht 'weltbewegend'. Aber nett, deswegen 4 Sterne (Dazu muss ich sagen: Ich hätte, wenn es möglich gewesen wäre, 3,5 oder 3,75 Sterne gegeben).