Dieses Buch war der erste Nicht-Maigret, den ich von Simenon gelesen habe. Von den Maigret Romanen des Autors begeistert war ich anfangs skeptisch, ob auch die "normalen" oder "ernsten" Romane diese mitreißende Wirkung hervorrufen können. Um es kurz zu machen: Sie können. Die Geschichte des Herrn Popinga, dessen Entsozialisation aus der gemütlichen und geregelten Behäbigkeit des niederländischen Bürgers zum jegliche Selbstkontrolle verlierenden, paranoiden Verbrecher im Pariser Großstadt-Dschungel hier plastisch und eindringlich geschildert wird, ist mitreißend bis zum - nüchternen und letzlich offen bleibenden - Schluß. Besonders apart: Die Ermittlungsarbeit der Pariser Kriminalpolizei, also Maigrets Arbeitsplatz, wird hier aus der anderen Perspektive beschrieben, ja man fragt sich, ob nicht Maigret und seine Inspekoren hier ermitteln. Eine Lektüre, die man verschlingen wird.