Lord Morgan (Richard Harris) lebte fünf Jahre lang unter einem Stamm von Gelbhandindianern und kehrte dann nach England zurück. Drei Jahre später wird der Stamm von anderen Indianern überfallen. Diese ihrerseits sind aber nur Handlanger von Siedlern, die in der Nähe ihr Fort errichtet haben. Die Ureinwohner, soweit sie noch überleben und nicht geflohen sind, werden dazu genötigt, den Siedlern als billige Arbeitskräfte zu dienen.
Inzwischen packt den Lord im fernen England die Sehnsucht und er beschliesst, erneut nach Amerika zu reisen. Dort angekommen, macht er sich zunächst ein Bild der Situation und ist erschüttert. Sein Bemühen, sich wieder den vertriebenen "Yellow Hand" anzuschliessen, ist geprägt von Misstrauen, das ihm entgegenschlägt, und von einer erneuten Bewältigung des körperlich belastenden Aufnahmerituals. Danach fängt er an, seine Stammesmitglieder für den Kampf gegen das Fort zu rüsten.
Die bekannte Filmreihe wanderte im zweiten Teil (Laufzeit 120 min) zu "United Artists", die damals noch ein eigenständiges Studio waren. Auch geografisch wandert er, sind doch die Gefilde hier deutlich südlicher als im ersten Film. Regie führte Irvin Kershner, der später auch mit Beiträgen zu den Filmreihen "Krieg der Sterne" und "Robocop" zeigte, dass ihm die Arbeit mit bereits bekannten Filmmarken durchaus liegt. Richard Harris, auch einer der Produzenten des Films, zeigt erneut eine tolle Leistung und sorgt zuweilen für Lacher, wenn er beispielsweise in der ersten Filmhälfte im Fort den piekfeinen englischen Lord gibt, aber im Grunde spioniert. Obwohl es hier ebenfalls handfest zur Sache geht, wirkt der Film mit Jahrgang 1976 insgesamt weniger brutal als der Vorgänger aus dem Jahr 1969. Im direkten Vergleich ist einiges hier anders als im ersten Teil, aber deswegen nicht schlechter. Deshalb würde ich ihn als gleichwertig bezeichnen.
Zur Bewertung: In diesem Film hört man übrigens den unverwechselbaren und unvergessenen Klaus Kindler als Synchronsprecher von Richard Harris, ansonsten kennt man ihn aber eher als Sprecher von Clint Eastwood. Den Ton hat MGM übrigens ganz gut nachbearbeitet. Es fehlt ihm aber, bedingt durch das Alter etwas an Räumlichkeit. Die Auswahl an Audio-Sprachen ist anständig. Das Bild (2,35:1 codiert in 16:9) kommt gut daher, doch etwas mehr Brillanz wäre nicht schlecht gewesen.
Bei den Untertiteln merkt man das Bemühen von MGM, mit Auswahl zu punkten, aber sie sündigen trotzdem. Im Film gibt es schriftliche Einführungen und Schlussbemerkungen, ebenso wie Sequenzen, in denen die Sprache der Eingeborenen zu hören ist. Für diese Sequenzen wäre eine deutsche Insert-Untertitelspur angebracht gewesen, die MGM leider vermissen lässt. Bei ausgeschalteten Untertiteln wird lediglich der indianische Dialog auf englisch übersetzt; Zuschauern, die Mühe mit englisch haben, ist damit nicht sonderlich geholfen. Da hat es sich MGM deutlich zu einfach gemacht.
Unerfreulich ist auch, dass es auf der DVD absolut kein Bonusmaterial gibt. Das schmälert den Gesamteindruck deutlich und gibt Punkteabzug.
Fazit: drei von fünf auf die Stirn gemalte gelbe Flecken und ein Aufruf zu mehr Völkerverständigung, sei es auch nur mit besser aufbereiteten Untertiteln.