„Der Mann aus Grosny" ist ein sehr spannender Roman im russisch-deutschen Milieu. Die Hauptfigur, der Russe Igor Rassow, kämpft um die Zukunft seines Landes und um die deutsch-russische Freundschaft. Anders als seine Freunde kämpft er nicht mit friedlichen Mitteln, sondern plant ein Attentat auf den Außenminister Joschka Fischer. Der Roman ist spannend, weil man Igor bei der Planung seines Attentates begleitet, wobei er bei null anfängt, weil er fast ganz alleine versuchen muss, an seine Zielperson heranzukommen. Außerdem wohnt er bei Freunden, die von seinem Vorhaben nichts wissen sollen, weil er natürlich befürchten muß, dann aufzufliegen.
Außergewöhnlich an diesem Buch ist außerdem, dass es Eurasien als Kontinent thematisiert und aufzeigt, wie Rußland, Europa und der Rest Eurasiens gemeinsam der Weltmacht USA Konkurrenz machen könnten. Wenn zum Beispiel Igor und sein einflussreicher Freund der Poßtanowschtschik über die Zukunft Eurasiens diskutieren, steckt einen deren Begeisterung für den deutsch-russischen Weg an, auch wenn man sich sonst nicht wirklich für Politik interessiert. Aus dem fremdbestimmten und vielerorts von Krieg und Feindschaft zerrütteten Kontinent soll ein in kultureller Vielfalt erblühender, weltpolitischer Aktuer erwachsen. Dafür kämpfen beide, mit unterschiedlichen Mitteln.
Igors Alleingang in Deutschland ist von glücklichen Zufällen, herben Rückschlägen und von schlechtem Gewissen geprägt, denn die Schwester seines Freundes, bei dem er wohnt, hat sich in ihn verliebt. Natürlich will er sie und seinen Freund nicht enttäuschen und auch nicht in Gefahr bringen. Außerdem macht ihm natürlich auch sein Plan, einen Mensch zu töten, Gewissensbisse und er kämpft damit, sich niemandem anvertrauen zu können. Aber er ist trotzdem von seiner Sache überzeugt und schafft es schließlich sogar sich dem Außenminister mit der Waffe in der Hand bis auf wenige Meter zu nähern...