Die Geschichte um den Groninger Kees Popinga ist höchst unterhaltsam und zeichnet ein genaues, teilweise erschütterndes Bild vom Paris der Dreißiger Jahre. Trotzdem geht der Geschichte ein gewisser Frohsinn nicht verloren, vor allem wenn der "Lustmörder" Popinga die Pariser Redakteure in humorvollen Schilderungen auf ihre Fehler hinweist. Ihm ist wichtig, dass das, was über ihn geschrieben wird, auch stimmt! Selbst wenn es wenig schmeichelhaft für ihn ist. "Meine Frau sagte Ihrer Zeitung, ich sei immer ein fürsorgender Vater gewesen. Sie beschönigt die gemeinsamen Zeiten. Das stimmt so gar nicht ..."
Simenon habe ich bislang nicht gelesen, weil ich ihn nur mit Maigret in Verbindung brachte und ich ohnehin keine Krimiserien mag. Ausserdem muss er einige Hundert Bücher geschrieben haben, was normalerweise heißt, dass relativ oberflächlich gearbeitet wird. Logisch, denn der nächste Roman wartet bereits. Ich habe Simenon offensichtlich unterschätzt ... Auf jeden Fall aber bei diesem Buch. Eine klasse Leistung, keine Frage!