Vorab: Ich kenne und schätze einige der Adventsvierteiler. Dieser war mir neu und ich stieß eher zufällig auf der Suche nach meinen Favouriten darauf.
Die bekannte und vielbeschriebene ruhige Erzählweise der Vierteiler, bei diesem in Verbindung mit einer exotischen und geschichtsträchtigen "Reise" am Bildschirm ließen mich zugreifen:
CD samt Cover gut gemacht. Die ersten beiden Teile ziehen sich etwas, lassen aber schon den Reiz der Wüste ahnen. Selbst am gut 100 Jahre alten, 98 km langen Nord-Ostsee-Kanal aufgewachsen finde ich z.B. auch Hintergründe und Verlauf samt (natürlich nachgestellten) Bildern des Baus des Suezkanals durchaus interessant.
Obwohl ich diesen Adventsvierteiler bisher nicht kannte, die Stimmen einiger Synchronsprecher (dieser Vierteiler muß leider ohne Erzähler auskommen) schon, so daß sich das Feeling meiner Kinder- und Jugendjahre vor dem Grundig-Gerät fix wieder einstellte.
Auch die Abenteuer kommen nicht zu kurz. Wohl ohne sonderliche Effekte, aber durchaus zum Mitfiebern. Dies wird auch dadurch erleichtert, daß die Adventsvierteiler durch ihre 4 x 90 Minuten im Gegensatz zu den heutigen Blockbustern einen gewissen Beziehungsaufbau bieten, vergleichbar vielleicht mit dem Gefühl, das sich beim mehrtägigen Lesen eines Romanes einstellt.
Teil III ist gerade (genau so war es damals: Unverhofft und just, als es wieder spannend wurde...) durch. Und im Gegensatz zu I und II mußte ich mich zusammenreißen, nicht gleich weiterzugucken. Nein, die Vorfreude leiste ich mir ! ;-)
"Nur" 4 Punkte, weil sich die ersten beiden Teile arg ziehen.
Ton und Bild absolut o.k.. Musik sehr angenehm und eingängig. Die DVD wird neben "Der Seewolf" und "Die Schatzinsel" ihren Platz finden und sicher mal wieder - allein wegen der "Zeitreise in die Wüste" hervorgeholt. Macht neugierig auf einen weiteren - mir bis dato unbekannten - Vertreter der legendären Vierteiler!
Generell vielleicht noch eine Anmerkung. Wer z.B. beim "Lederstrumpf" in den Rezensionen stöbert, wird nachlesen, daß ein Wiedersehen durchaus zwiespältig erlebt wird. Das kann ich bestätigen. Insofern bieten die "damals nicht gesehenen" (und dadurch evtl. zunächst gar nicht beachteten) Vierteiler einen anderen Reiz, den ich so selbst gar nicht erwartet hatte: Sie stammen (bei mir) aus den Kinder- und Jugendjahren, bieten zunächst nicht die "Attraktion des Wiederentdeckens", wohl aber das Gefühl der "damaligen Zeit" - plus "neuen Seheindruck". - Und das ist eine Melange, die sich beim Anschauen neuzeitlicher Produktionen einfach nicht einstellen kann... ;-) => Schön, daß es 16 Vierteiler gab, und ich längst noch nicht alle habe... ;-)
So, aber nun entschuldigen Sie mich bitte: Filmmusik läuft im Hintergrund, schnell noch einen Auflauf in den Backofen, eine Runde mit dem Hund, und dann Teil IV... :-) (vielleicht doch 5 Sterne... ? ;-) )