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Produktinformation
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Fords nostalgischer Rückblick lebt von seinem realistischen Ansatz, was für den sonst eher poetisch inszenierenden Regisseur von Ringo und Der Schwarze Falke recht ungewöhnlich ist. Die zwei Schwergewichte Wayne und Stewart ergänzen sich prima, wobei Wayne den unverfälschten Individualisten und Stewart den idealistischen Propheten der Zivilisation verkörpert, dem es schließlich gelingt, den Wilden Westen zu zähmen. Dies ist womöglich der traurigste Western, der je gedreht wurde; er erinnert eher an eine Elegie als an einen Actionfilm und ist genauso rein und schön wie das darin verwendete zentrale Symbol: die Kaktusblüte. --Robert Horton
State:
Wer bei diesem Klassiker aus dem Jahre 1962 eine Menge Ballerei und sonstige Action erwartet - der wird enttäuscht werden. Denn Regisseur John Ford erzählt hier tatsächlich gefühlvoll am Beispiel der handelnden Personen die Geschichte der Zivilisierung des Wilden Westens. Hierzu nur ein konkretes Beispiel: Ein Rechtsanwalt kann Lesen und Schreiben - also wird er, wenn er gerade nichts Besseres zu tun hat, als Lehrer - auch für Erwachsene - eingesetzt.
Die agierenden Charaktere sind zwar Stereotyp, bzw. - je nach Sichtweise - absichtlich überzeichnet worden, aber das tut dem Filmgenuss alles andere als einen Abbruch.
Wie bereits in ("Der schwarze Falke" 1956) versucht Ford - für seine Zeit untypisch (und leider auch heute noch unüblich) - in seinem Film ein möglichst reales Bild des WW zu zeichnen. Natürlich konnte er dabei nicht so weit gehen wie 36 Jahre später ein gewisser Herr Eastwood in "Erbarmungslos".
Doch so sehr ich auch den ganzen Film empfehlen kann - am schönsten ist und bleibt die Anfangsszene (bei der ich regelmäßig ein Korn ins Auge kriege). Es geht schon an die Nieren, wenn zumindest einige der auf Alt geschminkten Hauptpersonen wieder aufeinander treffen. Richtig würdigen kann man die Szenen aber erst nach Genuss der ganzen Story. Wer den Film also das erste Mal sieht, sollte sich ggfs. nach dem Ende die ersten Minuten nochmals anschauen.
Der Film wurde übrigens - obwohl es schon Farbfilme gab - in schwarz/weiß gedreht. Das gab Regisseur und Kameramann die Gelegenheit in etlichen Szenen in hervorragender Weise mit Licht und Schatten zu spielen - eine Meisterleistung.
Cast (bis auf eine Ausnahme optimal ausgewählt und eingesetzt):
Anwalt der Rechte/Senator Ramson Stoddard - James Stewart ("Bandoleros", "Der Flug des Phönix") spielt wieder einmal genial einen naiven, linkischen, aber dafür aufrechten und zielstrebigen Charakter. Wenn ER sich über Unrecht empört - mehr als nur sehenswert.
Outlaw/Regulator Liberty Valance - Lee Marvin ist und bleibt als Rauhbein eine selten erreichte Nummer für sich.
Pferdezüchter Tom Doniphon - John Wayne agiert als - na ja - John Wayne. Und da liegt das einzige Problem im Cast. So gut er im Restfilm auch spielt, so gerne ich ihn als Westerndarsteller auch mag - für die "verschmähte Liebe" Reaktionsszenen ist er einfach nicht geeignet. OK, ich weiß - mit dieser Meinung stehe ich relativ allein da.
Ansonsten sehen wir noch viele bekannte und gute Haupt- und Nebendarsteller dieser Zeit - Vera Miles als Hattie, Edmond O'Brien als Zeitungsmann, Andy Devine als Marshal, Jeanette Nolan und John Qualen als Eltern Hatties, Woody Strode als Pompey, den Quotenschwarzen, äh - Freund Doniphons, Strother Martin und Lee van Cleef als weitere Gesetzlose, außerdem Denver Pyle, John Carradine und Ken Murray. Auch wenn einem die Namen teils im Moment wenig sagen - wenn man sie sieht - „Ach der isses"
Die DVD:
Das schwarz/weiß Bild liegt in anamorphen Widescreen im Verh. 1.85:1 vor, wurde sehr sorgfältig überarbeitet und weist trotz des Alters kaum noch Mängel auf. Selbst ohne Altersbonus toppt es noch so manche lieblos erstellte DVD zu neueren Filmen. (4-5 Sterne)
Entsprechendes gilt für den Ton, allerdings können nur englischsprachige Filmfans des Klassikers die optimale und mit Liebe bearbeitete DD 5.1 Fassung genießen. (5 Sterne) Ansonsten stehen eher schwache Mono-Tonspuren in Englisch (restaurierter O-Ton), Deutsch, Spanisch, Italienisch und Französisch zur Verfügung. (2 Sterne)
Untertitel gibt's in 24 Sprachen, darunter Deutsch - sowie Englisch für HG
An Extras finden wir leider - abgesehen vom Trailer - genau gar nix.
Fazit: Film 5 Sterne, DVD 3 schwache Sternchen
Solange er auf ActionamStück und F/X verzichten kann ist dieser Klassiker uneingeschränkt jedem Cineasten zu empfehlen - auch wenn Western ansonsten nicht zu seinen Lieblingsgenres gehören.
Zum Film selbst: Er gehört zu meinen Lieblingsfilmen überhaupt: Neben dem feinen Advokaten aus dem Osten, der sich im Wilden Westen bewähren muß (James Stewart) gibt es da den psychopathischen Bösewicht (diabolisch gut: Lee Marvin) und den einzigen Mann, der ihm gewachsen ist: John Wayne.
Diese drei Personen und eine ganze Reihe guter Nebendarsteller liefern ein spannendes Schauspiel um Tragik und Triumph,
um Liebe und Treue, um Moral und Verantwortung.
(Diese Liste könnte man um ein paar weitere Punkte erweitern.)
Fazit: Nicht nur ein großartiger Western, sondern einer der besten
Filme überhaupt. Ein sehr anspruchsvoller Film!
Punktabzug gibt es für die schlechte DVD-Ausstatung.
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