Mangas sind die beliebten Comics aus Japan, die auch die deutsche Szene begeistern. Doch viele wünschen sich, sie nicht nur lesen, sondern auch selbst Mangas zeichnen zu können. Dafür gibt es natürlich ganz eigene Regeln und einen speziellen Stil, den man umsetzen muss. Hilfestellung gibt das Buch "Manga - Der Manga Maxizeichenkurs", das den ambitionierten Zeichner an die Hand nimmt und ihm zeigt, wie er seine Figuren gekonnt zu Papier bringen kann.
Estudio Joso stellt hier die interessantesten Manga-Figuren vor und zeigt, wie man sie umsetzt und auf was man besonders achten muss. Sie sind sortiert nach Girls, Fantasy, Monster, Science Fiction, Musik und Samurai. Somit ist ein sehr breites Spektrum abgedeckt und man findet zu nahezu allen beliebten Wesen und Gestalten ein Beispiel. In einem kurzes Einleitungstext wird die entsprechende Figur kurz Beschrieben, es werden Besonderheiten aufgezeigt und es wird erklärt, worauf man achten sollte. Anschließend gelangt man innerhalb von sechs Schritten zum Endergebnis. Angefangen wird mit einer "Gestalt", die in wenigen Strichen skizziert wird. Danach gibt man ihr "Volumen" und konstruiert die Umrisse. Im nächsten Schritt "Anatomie" erhält die Figur ihr eigentliches Aussehen, anschließend wird die "Kleidung" hinzugefügt. Zuletzt werden die "Beleuchtung und Schattierung" erarbeitet und die "Farben" hinzugefüggt. Auf diese Weise folgen alle Anleitungen dem gleichen Muster und man kann die einzelnen Schritte leicht nachvollziehen.
Allerdings muss man sagen, dass das Buch für Leute gemacht wurde, die die Grundlagen des Zeichnens bereits beherrschen. Man sollte zum Beispiel wissen, wie man eine Person anatomisch richtig darstellt. Zwar bekommt man eine Skizze gezeigt, der Weg zur Ausarbeiteten Figur ist jedoch nicht ganz so einfach, wie man es vielleicht erwarten mag, wenn man noch keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich besitzt. Für Einsteiger ist dieser Band nicht geeignet. Sie werden zwar viele Bilder nachzeichnen können, aber Probleme bei der Ausarbeitung eigener Figuren haben, worauf es doch im Endeffekt ankommt.
Wer bereits über gute Grundkenntnisse verfügt, dem wird dieses Buch aber sicherlich eine gute Hilfestellung geben. Man bekommt Zeichenbeispiele aus sehr unterschiedlichen Bereichen der Manga-Szene gezeigt, die man nachzeichnen kann. So trainiert man seine eigene Kunst und gewinnt neues Wissen. Immer wieder wurden kleine Tricks und Kniffe eingebaut, die es auszuprobieren gilt und die einem außerdem helfen, seinen eigenen Stil zu finden.
Der letzte Teil des Bandes gibt außerdem eine kurze Grundeinweisung in das digitale Zeichnen von Mangas. Es wird zum Beispiel erklärt, wie man eine Zeichnung digitalisiert, wie man koloriert, mit Schatten und Farben arbeitet oder auch, wie man seine Bilder mit Effekten "verfeinern" kann.
Fazit: Insgesamt ist "Manga - Der Manga Maxizeichenkurs" ein gelungenes Buch, wenn man als bereits erfahrener Zeichner Anleitung benötigt, wie man Mangas zeichnen kann. Einsteigern kann man das Buch nicht empfehlen, sie sollten sich zuerst um die Grundlagen bemühen, bevor sie zu diesem Band greifen.