Irgendwie kann ich die schlechten Kritiken nicht wirklich nachvollziehen. Sind wir heute alle schon so vom Popkorn Hollywoodkino versaut worden, das Filme ohne hohen Kawumm-Faktor nix mehr taugen. Haben wir alle nur noch so wenig Phantasie, uns die Handlung in der Realität vorzustellen? Wie haben wir doch alle gelacht, als John Woo in Face Off eine unmöglich scheinende Transplantationsmethode vorstellte, die Dreh- und Angelpunkt der gewaltigen Ballereistory ist. Heute soll es wohl schon möglich sein, Gesichter zu verpflanzen - glaubt man Pressemeldungen.
Ich kenne das Original von "Der Mantchurian Kandidat" aus den 60ern nicht (war wohl noch zu jung, um ins Kino zu gehen), aber in der heutigen Zeit sind wir sicher nicht mehr sehr weit weg von der noch hypothetisch anmutenden "Gehirnwäsche" via Minichip. Und das in den USA die Verschwörer in den obersten Etagen und Ämtern zu suchen sind, wenn es um die dicken Profite und Macht geht, ist seit Michael Moores Fahrenheit 9/11 jedem irgendwie bewusst geworden. Insofern läuft es einem schon kalt den Rücken herunter, wenn man sich die Auswirkung der vorgestellte Technologie (an der man vielleicht schon in irgendwelchen Laboren herumbastelt) vorstellt. Ob J. Demme alle seine Möglichkeiten als Regisseur ausgeschöpft hat und ob die Darsteller immer 100% passend agieren, ist Geschmackssache. Ich persönlich finde den Streifen spannend und bis auf den blöden Schluss gut. Es ist auf alle Fälle mutig, die Handlung ohne rasante Action auskommen zu lassen. Oder erwarten wir heute alle nur noch Verschwörungsreisser a la "24", wo die Helden sogar nucleare Katastrophen schadlos überstehen und top fit von den Toten auferstehen?