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Der Malort [Gebundene Ausgabe]

Arno Stern , Eléonore Stern
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1998
Leseprobe: Für die Mehrzahl der Kinder beginnt das Spiel im Malort irgendwann im Leben - als 3, 5 oder 10jährige; vielleicht auch erst, wenn sie viel älter sind, mit 20, 40 oder gar 50 Jahren. Für Eléonore, meine Tochter, war es anders. Sie ist gewissermaßen dort hinein geboren und könnte sich die Welt ohne den Malort gar nicht vorstellen. Als ganz kleines Mädchen ließ sie dort ihre ersten bunten Spuren entstehen. Und das früh begonnene Abenteuer hat nie ein Ende genommen. Kindheit und Spur sind wesentliche Bestandteile des Lebens. Die natürliche Spur gehört der Formulation an. Sie ist eine Äußerung, für die es keinen Abnehmer geben kann. Wäre es nicht so, dann entstünden Werke, die eine Botschaft vermitteln. Die Formulation ist nicht auf Wirkung eingestellt und kennt deshalb auch nicht deren Folgen: die Abhängigkeit vom Empfänger und die damit verbundene Erwartung auf Erfolg. Als ich dieses Buch in Angriff nahm - das ursprünglich mit Fotografien aus dem Malort illustriert sein sollte -, schlug mir meine Tochter vor, die Begebenheiten im Malort zu zeichnen, weil sie überzeugt war, daß sie nur auf diese Weise genau dargestellt werden können. Das Kind, dem die Formulation zur Gewohnheit geworden ist und dessen Äußerung nie einer Begutachtung unterstellt worden ist, entwickelt sein natürliches, uneingeschränktes Können und kann auch, wenn es aus eigener Absicht geschieht, gelegentlich Werke herstellen - Bilder, die andere ansprechen sollen. Formulation und Mitteilung entstehen aus unterschiedlichen Voraussetzungen, unter anderen Umständen, und werden vom Kind bewußt voneinander unterschieden. So entstanden die Bilder in diesem Buche, und dank der Mitarbeit von Eléonore ist aus dem vorgesehenen Bändchen ein beträchtliches Werk geworden. Kapitel 1 DIE FARBIGE SPUR Das Hervorbringen einer Spur auf dem Blatt Papier ist für das Kind ein sinnvolles Spiel. Da aber der Begriff des Malens immer und überall mit dem Gedanken an Kunst verbunden war, ist die Äußerung des Kindes mißverstanden worden, als sei sie ein unerfüllter Ansatz zur künstlerischen Schöpfung und habe den Zweck, etwas mitzuteilen. So blieb das eigentliche Wesen dieser Äußerung unberücksichtigt. Das mag daher kommen, daß die ersten, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts Kinderzeichnungen Beachtung schenkten und darüber schrieben, entweder Künstler oder Psychologen waren, die von falschen Voraussetzungen ausgingen. Diesen frühesten Veröffentlichungen folgten dann unzählige, die immer wieder die gleichen Fehlbeurteilungen verarbeiteten. Allerorts stellen Kinder Zeichnungen her, die belächelt, gefeiert oder verachtet werden. Kindern wird beigebracht, daß ihre Spur - so wie ein Kunstwerk - von anderen empfangen werden kann. Aus dem spontanen Spiel ist ein Vorspielen gemacht worden. Eine Äußerung, die mehr als jede andere unbeeinflußt geschehen sollte, wurde zum Gegenstand einer neuen Abhängigkeit. Das für das Kind bedeutsame Spiel stimmt nicht mit den Vorstellungen und Erwartungen der Erzieher überein. Muß sich das Kind diesen Erwartungen anpassen? Oder sollten sich nicht vielmehr die Erwachsenen auf das natürlich Entstehende einlassen - auf die natürliche Spur? Vor sehr langer Zeit entstand die Spur nur in verstohlenen Augenblicken, etwa in Form von Einkerbungen in unauffällige Randsteine. Später wurde die Zeichenlust von Belehrenden beschlagnahmt und als Zeichenübung mißbraucht. Jüngst ist sie zum Mittel einer Bildung verwandelt worden mit dem Ziel, das Kind zu einer vorzeitigen Fühlungnahme mit der Malerei zu zwingen. Es soll wohl damit der Kunst geholfen werden, um die es nicht gut steht. Es ist aber noch nie so viel gemalt worden wie in unserer Zeit. Ehrlich gesagt, es entstehen Unmengen konventioneller Schmierereien, die die Kunst schwer in Verruf bringen. Zum Schmieren werden auch Kinder angespornt. Spontaneität und Nachlässigkeit, Freiheit und Austoben, Innerlichkeit und Zufälligkeit werden vielerorts verwechselt. Dabei blieb unbekannt, daß eine Spur entstehen kann, die zwar nicht der Vernunft und nicht der Absicht entstammt und doch nicht zufällig geschieht, sondern sich der malenden Hand unfehlbar aufdrängt. Das Hervorbringen einer solchen Spur kann nur unter bestimmten Voraussetzungen geschehen. Es mußte dazu ein Raum geschaffen werden: der Malort, Raum der Geborgenheit, der Absonderung vom Alltäglichen, von Gewohnheiten, die überwunden werden müssen, wie Zielsetzung, Beurteilung, Vergleich, damit die Person aufhört, über sich selbst, über ihre Spur, über deren mögliche Aufnahme nachzudenken, sondern geschehen läßt, was aus innerer Notwendigkeit entsteht.Sehr früh im Leben, in den Jahren des ersten Erprobens, entsteht auch die Lust am Hervorbringen einer Spur auf der leeren, glatten Papierfläche. Und weil Bedürfnis und Fähigkeit übereinstimmen, entsteht die natürliche Formulation und wird dem Menschen eine treue Begleiterin. Neue Gebilde entwachsen den früh entstandenen und nehmen aus innerer Notwendigkeit Gestalt an - im Rahmen eines genetisch vorbestimmten, endlosen Ablaufes. Dies zu wissen verursacht eine ganz neue Einstellung der Spur gegenüber: Die Kinderzeichnung ist der unbezweifelte Ausdruck unsagbarer Wirklichkeit und wird nicht belächelt, wird nicht als unfertiges und verbesserungsbedürftiges Kunstbestreben aufgefaßt. Dies zu wissen veranlaßt zu einer anderen Behandlungsweise des Kindes. Der Erziehung zum frühzeitigen Erwachsensein werden unersetzliche Fähigkeiten geopfert. In der Formulation ist das Kind dem Erwachsenen nicht unterlegen, dem Entwachsenen, der gerade die kindliche Bereitwilligkeit in sich wieder beleben kann und spielerisch äußert, was dem Kind spielend leicht fällt. Dieses grundsätzlich praktische und zur Tätigkeit anregende Buch zeigt, wie Kindern das Malspiel ermöglicht werden kann. Der Autor sieht seine Rolle im Dienen, nicht im Belehren. Er beruft sich auf eine fünfzigjährige, von ihm entwickelte Tätigkeit. Seine erste Begegnung mit Kindern macht Arno Stern 1946 in einem Heim für Kriegswaisen. Als Beschäftigung bietet er ihnen das Malspiel an und entwirft eine originelle Einrichtung zur günstigsten Verwendung des Materials. Diese Einrichtung besteht noch heute im Malort weiter. Im schützenden Raum werden die Blätter an den Wänden befestigt, was ein stehendes und befreiendes Malen veranlaßt. Der Palettentisch als Kollektivinstrument regt zum sorgfältigen Umgang mit dem Werkzeug an. Im Malort ergänzen sich Freiheit der Äußerung und Strenge der Handhabung, Gemeinsamkeit und Eigenständigkeit. Unter diesen Umständen entsteht die Spur aus einem nie zuvor angeregten Impuls - eine ganz besondere Äußerung, deren Eigenart Arno Stern erkannte und deren Abläufe er in diesem Buch bekanntgibt. Nur wer die Besonderheit der Äußerung kennt, begegnet ihr und dem Kind mit einer fördernden Einstellung.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 92 Seiten
  • Verlag: Daimon (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3856305734
  • ISBN-13: 978-3856305734
  • Größe und/oder Gewicht: 30,7 x 21,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 697.808 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Arno Stern beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Malerei und dem von ihm erfundenen "Malort". Seine ersten Erfahrungen mit malenden Kindern machte Arno Stern 1946 in einem Heim für Kriegswaisen. In den 50er Jahren richtete er in Paris ein Mal-Atelier für Kinder ein, das großes Aufsehen erregte und 33 Jahre lang bestand. Weitere Erfahrungen sammelte er während seiner Aufenthalte in Mauretanien, Peru, Niger, Mexico, Afghanistan, Äthiopien, Guatemala, Neu-Guinea. Der Autor wurde als Experte der Unesco zum ersten internationalen Kongreß über Kunsterziehung in Bristol delegiert. Er gastiert als Referent in vielen Universitäten, Museen, Bildungs- und Ausbildungsstätten in diversen Ländern.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut das es auch solche Bücher gibt 24. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
So weit ich weiß hat alle Zeichnungen in dem Buch von Arno Stern sein Sohn André gezeichnet,er hat auf diesem Weg den Malort beschrieben..Daher keine Fotos...
Arno Stern hat eine wundervolle Art das Malen zu vermitteln,es macht einem glücklich,es erleichtert wenn man wieder zu sich und dem Spaß am Malen findet.Ich bin über eine Freundin auf Arno Stern gekommen da ich ihr erzählt habe das es mir so fehlt das niemand mehr die Freude am Malen selbst hat und nurnoch das Ergebnis zählt .Es tut gut sich wieder daran zu erinnern das es nicht um das Ergebnis geht sondern um das Malen selbst geht...
Ich freue mich schon sehr das Buch zu lesen ,denn bisher habe ich nur das Buch von seinem Sohn André Stern gelesen (ICH UND ICH WAR NIE IN DER SCHULE ),einfach nur ...ja,sehr bewegend und schön dieses Buch in dem er einen Einblick in sein Leben ohne Schule und mit Eltern die ein grenzenloses Vertrauen in ihre Kinder haben..EIN FAMILIENBUCH UNSERER ZEIT ,in der die Vater und Mutterrolle so unklar ist .Hier gibt es Menschen die uns dabei eine sehr große Hilfe sein können unsere Rollenverteilung wieder neu zu entdecken
Vielen Dank an die Familie Stern die mit so viel Vertrauen und Liebe ihr leben und Erfahrungen mit uns teilen
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einblick in den Malort 30. September 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Ein interessantes Buch. Es gibt einem einen guten Eindruck über einen `Malort`. Leider ist alles in Kinderzeichnungen dargestellt, Fotos wären mir persönlich lieber gewesen. Auch finde ich die teilweisen extremen Ideen von A.Stern etwas deplaziert. Mit einer Lehrerin als Gattin, wohnend in Frankreich (Schulgesetz) ist es einfach seine Kinder nicht zur Schule zu schicken.Dennoch glaube ich auch an die positive Wirkung dieser Art des sich ausdrücken können.
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